+
Großes klein dargestellt: Das Haager Schloss war einst das Machtzentrum von Haag. Detailgetreu nachgebaut wurde es jetzt von Günther Schreiner.

Haager Schloss als Modell: 250 Stunden Detailarbeit

Haag - Vor 19 Jahren wurde das Haager Schloss abgerissen – weil es marode und bereits völlig verfallen war. Jetzt hat es Günter Schreiner hoch detailliert originalgetreu wieder neu aufgebaut. Allerdings en miniatur: im Maßstab 1:87.

Günter Schreiner, der den Verein der Haager Modellbahner „Bockerl fahr zua!“ gegründet hat, sieht nicht nur das Streckennetz des Bockerl in seiner Modellbahnanlage. Er ist ebenso ambitionierter Heimatforscher, der Stimmungen und Bilder aus unserer Region aus früheren Zeiten dreidimensional im Maßstab 1:87 reproduziert. Damit trifft er auf eine große Begeisterung bei vielen regionalen Ausstellungen in der Hallertau.

Die Eisenbahn ist der rote Faden

Dabei ist die Eisenbahn der rote Faden. Sie ist jedoch nicht sein alleiniges Anliegen. Der ambitionierte Modellbauer kennt sich in der Geschichte seines Ortes bestens aus. Wann genau das Haager Schloss entstanden ist, weiß aber auch er nicht so genau. Festgestellt wurde bei Grabungen unter den Grundmauern des letzten Bauwerkes im Jahr 1997, dass im Mittelalter eine Art Turm an der Stelle stand. Aus dem Bildmaterial des 17. und 18. Jahrhunderts ist zu ersehen, dass am gleichen Ort ein mächtiges Bauwerk mit dicken Mauern und einem steilen Dach stand. Als dann die Baulast für das herrschaftliche Schloss im Laufe der Jahre immer größer wurde und die Besitzer das Gebäude verließen, wurde es unter dem Freiherrn Karl Beck von Peccoz abgebrochen.

Aus den Überresten entstand im Jahr 1854 ein kleineres Gebäude mit einer Schlosskapelle im barocken Stil. Im nordöstlichen Eckturm des Schlosses war die Schlosskapelle St. Peter und Paul integriert. Alljährlich am 29. Juni, dem Peter- und Paulstag, feierten die Dorfbewohner das Patrozinium.

Bei den alljährlichen Fronleichnamsprozessionen wurde in früherer Zeit vor einem großen Kreuz an der Außenwand der Kapelle und am Antlaßaltar das Evangelium gesungen. 1874 kaufte Paul Hörhammer den Rest des Schlosses, das auch als Herrenhaus bezeichnet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte das Schloss Flüchtlinge, und seit dem Jahr 1962 war es unbewohnt, bis es im Jahr 1990 von Guy Graf von Moy gekauft wurde. Sieben Jahre später verschwand es dann ganz.

Günter Schreiner hat es nun wieder entdeckt und nach fünfjähriger Planung in 250 Stunden nach Bildern von Hildegard Schwede im Modell haargenau nachgebaut. Anfang Oktober will Schreiner im Rahmen eines Vortrags die Entstehungsgeschichte des Haager Schlosses noch einmal aufleben lassen.

Geschichte lebendig machen

Im Rahmen des Haager Ferienprogrammes wird er mit den Jugendlichen des Dorfes die heutige Schlossallee im Modell ebenfalls detailgetreu nachbauen. Derweil plant Vereinsmitglied Reinhard Altmann den Nachbau des aufgelösten Zollinger Bahnhofes, ebenfalls im Maßstab 1:87.

Auch interessant

<center>Trachtentuch "Waldtiere" (pink-rosa)</center>

Trachtentuch "Waldtiere" (pink-rosa)

Trachtentuch "Waldtiere" (pink-rosa)
<center>Trachten-Charivari Strassherz (Damen)</center>

Trachten-Charivari Strassherz (Damen)

Trachten-Charivari Strassherz (Damen)
<center>Fransen-Jaquardtuch Tanzende Tiere (grau)</center>

Fransen-Jaquardtuch Tanzende Tiere (grau)

Fransen-Jaquardtuch Tanzende Tiere (grau)
<center>Fransen-Jaquardtuch Tanzende Tiere (grün)</center>

Fransen-Jaquardtuch Tanzende Tiere (grün)

Fransen-Jaquardtuch Tanzende Tiere (grün)

Meistgelesene Artikel

Unfassbar: Wer hat den Rollator eines siebenjährigen Moosburgers geklaut?
Moosburg - Ein Unbekannter hat den Rollator eines Buben (7) aus der Moosburger Bonau gestohlen. Seine Familie hofft nun, dass der Dieb ein Einsehen hat.
Unfassbar: Wer hat den Rollator eines siebenjährigen Moosburgers geklaut?
Der Reifenstecher ist zurück
Neufahrn - Vermisst hat ihn keiner - jetzt hat der mysteriöse Reifenstecher in Neufahrn wieder zugeschlagen. Schaden diesmal: rund 1500 Euro.
Der Reifenstecher ist zurück
Alles eine Frage der Konsequenz
Sein erster „Fall“ am 2. Mai 2014 war ein verletzter Mäusebussard. Jetzt, drei Jahre später, hat sich Landrat Josef Hauner bei seiner Halbzeitbilanz daran erinnert. …
Alles eine Frage der Konsequenz
„Kultur-gut“ in Freising: Ohne großzügige Veranstalter würde es nicht gehen
Freising - Am kulturellen Leben der Stadt teilnehmen – unabhängig vom Geldbeutel – das ermöglicht der Verein „Kultur-gut“ seinen Kulturgästen mittlerweile im dritten …
„Kultur-gut“ in Freising: Ohne großzügige Veranstalter würde es nicht gehen

Kommentare