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Nachdenklich: Sebastian Habermeyer will nicht ausschließen, dass er 2014 für den Stadtrat kandidiert.

Habermeyer: „Die Zeit war nicht reif für einen grünen OB“

Freising - Er hätte der allererste „grüne“ Oberbürgermeister in Bayern sein können: Sebastian Habermeyer (48) haben letztlich allerdings 2220 Stimmen zum Einzug ins Freisinger OB-Büro gefehlt. Wir sprachen mit dem Stichwahl-Verlierer über enttäuschte Hoffnungen, den Wahlkampf - und seine politische Zukunft.

Freising hat gewählt, Herr Habermeyer. Wie groß ist die Enttäuschung, dass die Mehrheit der Wähler einen OB Eschenbacher wollte?

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Klar, es ist schade, dass ich nicht OB geworden bin. Aber ich bin persönlich nicht enttäuscht - denn der Zuspruch im Wahlkampf war phänomenal. Sehr enttäuscht bin ich allerdings über diese schlechte Wahlbeteiligung, wir haben uns alle viel Mühe gegeben.

Was hätte es Ihnen bedeutet, der erste „grüne“ OB im Freistaat zu sein?

Das hätte mir nichts bedeutet. Ich wollte OB in Freising werden - der Rest war mir egal.

Warum haben Sie den Rückstand von rund 13 Prozent in den zwei Wochen seit dem ersten Wahlgang nicht aufholen können?

Ich weiß es nicht, da müsste man die Wähler fragen. Wir haben es geschafft, viele Wähler zu mobilisieren. Aber die Zeit war noch nicht reif für einen „grünen“ OB.

Warum hat das Startbahn-Thema nicht zu Ihren Gunsten den Ausschlag gegeben?

Vielleicht haben hier bei dieser Wahl die persönlichen Beziehungsgeflechte etwas mehr gezählt als die Themen.

Sie waren im Vergleich zu Eschenbacher der verbal angriffslustigere Kandidat. Haben Sie damit vielleicht die Bürger verschreckt?

Nein, sicher nicht. Ich weiß nicht, ob ich so angriffslustig war. Ich hatte nach dem ersten Wahlgang rund 13 Prozent Rückstand, also habe ich die Hände nicht in den Schoß gelegt.

Eine Wahlniederlage ist auch immer die Chance zur Selbstkritik. Was haben Sie falsch gemacht?

Ich glaube gar nicht, dass ich Fehler gemacht habe. Ich habe mein Bestes gegeben, mehr war nicht drin. Ich habe aber zahlreiche Stimmen aus dem konservativen Lager bekommen - es haben Menschen Grün gewählt, die das vielleicht noch nie in ihrem Leben getan haben.

Wie geht es jetzt bei Ihnen weiter? Sie sitzen ja nicht im Stadtrat.

Ich werde mich auf den Ebenen engagieren, bei denen ich denke, dass es für mich Sinn macht. Dass ich in zwei Jahren für den Stadtrat kandidiere, ist nicht ausgeschlossen.

Was geben Sie Tobias Eschenbacher mit auf den Weg?

Ich würde mir lieber auf die Zunge beißen, als ihm irgendwelche klugen Ratschläge zu geben. Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute und hoffe, dass er viel Spaß an seinem Job hat.

Interview: Michael Leitner

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