Helga und Roland Lipka feierten Goldene Hochzeit

Der Volkstanz ist ihr Lebenselexier

Volkstänzer aus Leidenschaft: Das sind Helga und Roland Lipka. Viele Ehrungen und Preise hat das Paar schon eingeheimst - für ihre Verdienste um Tradition und Brauchtum. Nun feierte das Paar Goldene Hochzeit. Ganz bescheiden in privater Runde und ohne großes Publikum.

HallbergmoosEin Erinnerungsfoto von der standesamtlichen Trauung am 12. Januar 1968 im Standesamt am Münchner Maria-Hilf-Platz haben die Lipka nicht. „Bei minus 27 Grad ist dem Schwiegervater der Fotoapparat eingefroren“, erinnert sich Roland Lipka. Grimmig kalt war’s auch drei Tage später bei der kirchlichen Trauung in Anzenkirchen (Rottal): „Da ist dann der Brautstrauß im Schlafzimmer eingefroren“, erzählt Helga Lipka.

Warum man in der kalten Jahrezeit geheiratete, hat seinen Grund: Das Paar hatte eine Wohnung in Waldtrudering ergattert, durfte aber unter den gestrengen Augen des Vermieters, obwohl man schon drei Monate Miete bezahlte, erst nach der Eheschließung dort übernachten.

Kennengelernt hat sich das Paar über den Bruder von Helga Lipka, der wie Roland Lipka Buchbinder war – und seiner Schwester in Begleitung des Spezls gerne „München bei Nacht“ zeigte. „Bald brauchten wir den Bruder nicht mehr als Begleitung“, schmunzelt der Jubel-Ehemann. Die Wohnung in München wurde bald durch eine Dienstwohnung in Hallbergmoos, wo Lipka 42 Jahre lang als Buchbinder im Jugendwerk Birkeneck arbeitete, ersetzt. Sohn Stefan und Tochter Doris kamen hier zu Welt.

Ein schmuckes Eigenheim wurde 1995 im Ortsansässigen-Programm erworben, wo das Paar noch heute gerne lebt und mit Freunden und Nachbarn feiert. Als gelernte Sprechstundenhilfe war die Ehe-Jubilarin bei Allgemeinarzt Dr. Jung beschäftigt, dann mehr als 25 Jahre Schulsekretärin. Sie hat die Gemeindebücherei gegründet und trägt dank ihres langjährigen ehrenamtlichen Engagements die Silberne Bürgermedaille der Gemeinde.

Weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist das Paar dank seines unermüdlichen Einsatzes für den traditionellen Tanz, den sie als „Lebenselexier“ bezeichnen: Was mit einem Tanzkurs in der Jugend und ersten einfachen Schritten begann, haben die beiden längst perfektioniert: Zusammen mit 18 Paaren gründeten die Lipkas den Volkstanzkreis und sind von kaum einer Veranstaltung wegzudenken.

Nur am vergangenen Wochenende legte das Paar eine Pause ein: Nach dem Gottesdienst in der Theresienkirche, bei dem Tochter und Sohn musizierten, traf man sich im Alten Wirt Goldach, um mit Geschwistern, Kindern, Enkelkind Johanna, Patenkind und Pfarrer Thomas Gruber gemütlich zu essen – und die schönen gemeinsamen Jahre Revue passieren zu lassen. Die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte 3. Bürgermeister Josef Fischer.

Eva Oestereich

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