Bedenken bei zwei Räten 

Hallbergmoos: Bauausschuss segnet REWE-Kreisel ab

Hallbergmoos - Die Premiere des Bau- und Planungsausschusses dauerte genau 35 Minuten. Das achtköpfige Gremium traf sich zum ersten Mal in neuen Jahr – und fasst neuerdings verbindliche Beschlüsse. Und da ging’s gleich mit einem wichtigen Thema los: dem Neubau des so genannten REWE-Kreisels an der Hauptstraße.

Bürgermeister Harald Reents konnte gleich mit erfreulichen Nachrichten aufwarten: Der Bebauungsplan für das Sondergebiet Einzelhandel ist rechtsverbindlich – und die Baugenehmigung für den REWE-Supermarkt an der Hauptstraße wurde vom Landratsamt bereits erteilt. Und auch die Planungen für den Kreisel, der die reibungslose Zufahrt gewährleisten soll, stehen – ebenso der Zeitplan: Von April bis Juni werden die Bauarbeiten für den Kreisel an der (neuen) Einmündung des Nahversorgers und der gegenüberliegenden Ulmenstraße vonstatten gehen. Neben dem Kreisverkehr mit 31 Metern Durchmesser werden Busbuchten und Querungsinseln entstehen. Außerdem werden die Gehwege in diesem Abschnitt der Hauptstraße (aus-)gebaut und angeglichen.

Die Frage, ob die Busbuchten und deren Ausfahrten ausreichend lang sind, beschäftigte Heinrich Lemer (FW) mit Blick auf etwaige Staugefahr: Bürgermeister Harald Reents machte deutlich, dass die Längen den Vorgaben des Landratsamts entsprechen: „Anders dürften wir gar nicht bauen.“ Bauamtsleiter Frank Zimmermann zeigte auf, dass vergleichbare Buchten in Erding deutlich kürzer sind. Über die unterschiedlichen Straßenbreiten – 3,75 Meter einerseits, 4,00 Meter anderseits – machte sich Silvia Edfelder (CSU) Gedanken. Zimmermann nannte als Hauptgrund dafür die notwendigen Schleppkurven, die ausreichenden Raum für anfahrende Lkw bieten müssen. Auf Nachfrage von Josef Fischer (FW) erläuterte Reents, dass der REWE-Kreisel etwas kleiner als der OMV-Kreisel an der Ludwigstraße/B 301 ist.

Der Kreisverkehr kann nicht „überfahren“ werden, wird aber „reifenschonend“ gestaltet: „Das Landratsamt hat hier hohe Hürden gesetzt. Man legt Wert auf ein gutes Durchkommen auf der Kreisstraße.“ Sabina Brosch (Grüne) regte an, sich bei der Gestaltung der Querungshilfen am Beispiel Pullings (Nähe Heilpädagogische Schule) zu orientieren: „Das ist ein sensationell guter, ausgeleuchteter Übergang.“ Stefan Kronner (SPD) bat darum, vorhandene Bäume möglichst zu erhalten – oder aber Ersatzpflanzungen vorzusehen.

Mit 5:2 Stimmen wurden die Planungen letztlich abgesegnet. Gegen die Stimmen von Heinrich Lemer (FW) und Wolfgang Reiland (Einigkeit), die grundsätzlich die Notwendigkeit für einen Bau des Kreisverkehrs nicht sehen. In ihren Augen hätte eine Abbiegespur oder Ampelanlage ausgereicht. „Der Kreisverkehr kostet unverhältnismäßig viel Geld“, betonte Reiland. Mit Kosten in Höhe von etwa 400 000 Euro „plus Busbuchten“ rechnet die Kommune nach den Worten des Bürgermeisters in etwa. Weil sich die Verkehrsbelastung laut einer Prognose bis 2030 auf 11 700 Fahrzeuge pro Tag erhöht, hat der Gemeinderat allerdings dem Bau des Kreisverkehrs den Vorzug gegeben. Um Lärmwerte einzuhalten, ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h vorgesehen.

Die Investition finanziert die Kommune selbst. Weil aber die Hauptstraße eine Kreisstraße ist, wird die Kommune mit dem Landkreis eine Ausbauvereinbarung treffen. „Das was wir selbst einbringen, spart dem Kreis Kosten.“ Mit Blick auf den weiteren Ausbau der FS 12, der mittelfristig geplant ist erwartet Reents einen entsprechenden finanziellen Ausgleich durch den Landkreis.

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