48 Mal hat Anton Hummel (r.) seit 1980 Blut gespendet – dafür erhielt er donnernden Applaus.

Neujahrsempfang der Gemeinde Hallbergmoos 

Hallbergmoos: Helden des Alltags geehrt

Es sind Bürger, die angepackt, geholfen und Leben gerettet haben – ohne zu fragen: Was bekomme ich dafür? Sie standen nun im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs.

Hallbergmoos – Zum 15. Mal bedankte sich die Kommune auf diese Weise bei Menschen, die sich um das Gemeinwohl in besonderem Maße verdient gemacht haben.

Zum ersten Mal traf man sich in historischer Kulisse: im Festsaal von Schloss Birkeneck. Die Location war mit Bedacht gewählt. Von hier aus hatte der Ortsgründer, Freiherr von Hallberg-Broich, die Ortsgründung in die Wege geleitet. „Der Freiherr wäre sicherlich stolz auf sie. Wir sind es auf jeden Fall“, wandte sich der Gemeindechef an die im Festsaal versammelten Gäste, darunter auch die Altbürgermeister Manfred Pointner und Klaus Stallmeister.

Im Fokus standen Mitgliedern des First-Responder-Diensts und der Hilfsorganisation Navis, Asylhelfer und Blutspender. „Sie haben ihre Leistung, ihre Arbeitskraft oder gar ihr Menschsein der Gesellschaft geschenkt und damit Leid gelindert und zum Teil sogar etliche Leben gerettet. Das ist außergewöhnlich“, unterstrich Reents in seinen bewusst kurz gehaltenen Grußworten.

Stattdessen mischte sich der Bürgermeister zum Gespräch in entspannter Atmosphäre zwischen Sekt, Lachstartar-Häppchen und Musik der Hands ´n´Voices. unter das Volk: „Ich gebe heute den Günter Jauch. Es gibt aber leider keine Million. Denn es geht um Größeres, das nicht in Euro aufzuwiegen ist“, erklärte Reents.

Stephan Zobel beispielsweise berichtete von den weltweiten Hilfseinsätzen von Navis. Eindrücklich schilderte er seine Erlebnisse wie etwa nach der Tsunami-Katastrophe in Sri Lanka: „Da haben wir mit zwölf Leuten 8000 Patienten versorgt.“ Lebensrettend war auch der Einsatz der First Responder, die seit zehn Jahren in der Kommune unterwegs sind: Im Gespräch mit Michael Rothkopf und Andreas Dobmeier erfuhren die Gäste, dass der Einsatz der medzinischen Ersthelfer schon „x-fach“ Leben gerettet hat, weil die bei der Feuerwehr Goldach angesiedelte Truppe einfach am schnellsten vor Ort sein konnte.

Dass man auch als Einzelner „eminent wichtige“ Hilfe leisten kann, belegen die 22 Blutspender, unter ihnen Pfarrer Thomas Gruber („Blut spenden, heißt Leben spenden“) und Anton Hummel, der sich seit 1980 sage und schreibe 48 Mal pieksen ließ. Er war 30 Jahre lang Berufskraftfahrer und hat nach eigener Aussage viele Unfälle gesehen. Nicht zuletzt deshalb war es für ihn nahezu „eine Selbstverständlichkeit, fast jedem Aufruf zu folgen“.

Anfangs schwer getan an die Öffentlichkeit zu gehen, hat sich Martina Wilkowski, die Leiterin der Nachbarschaftshilfe und Stimme des Helferkreises Asyl. Umso erstaunter war sie über die Unterstützung aus der Bevölkerung: Von anfänglich 50 auf mittlerweile 70 Personen ist man gewachsen.

„Für mich war das wichtigste, die Menschen gut zu integrieren, ihnen eine Heimat zu bieten und gleichzeitig der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, das Fremde kennenzulernen. Das ist bei uns, glaube ich, ganz gut gelungen.“ Das Engagement sei hoch, die Aufgaben haben sich in Richtung „Hilfe zur Selbsthilfe“, Handreichungen bei der Einschulung von Kindern oder zu Beantragung eines Büchereiausweises verlagert, wie auch Birgit Huppertz berichtete. Rathauschef Reents unterstrich, dass das friedliche Miteinander mit Neubürgern „aus diesen Gebieten“ maßgeblich dem Helferkreis zu verdanken sei: „Das verdient großen Applaus.“

Eva Oestereich

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