Autos stehen auf einem Parkplatz.
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250 statt genehmigter 170 Stellplätze wurden einem Flughafen-Parkservice in Hallbergmoos nachgewiesen. (Symbolbild)

Betreiber wollen Fehler „heilen“

80 ungenehmigte Stellplätze: Flughafen-Parkservice fliegt bei Kontrolle auf - Empörung im Gemeinderat

Weil er viel zu viele Stellplätze vermietet, muss sich ein Flughafen-Parkservice in Hallbergmoos nun verantworten. Und sorgt für mächtig Empörung in der Gemeinde.

Hallbergmoos – Einen rigiden Kurs hat der Bauausschuss gegenüber einem Flughafen-Parkservice in der Ludwigstraße eingeschlagen. Statt der genehmigten 170 hatte der Betreiber 250 Stellplätze eingerichtet. Bei einer Baukontrolle des Landratsamts im Oktober fiel dies auf. Der Betreiber wollte den Fehler nun nachträglich „heilen“, stieß aber im Bauausschuss auf Ablehnung.

Der Sachverhalt sei komplex, wie Bürgermeister Harald Reents vorausschickte. Das Landratsamt hatte dem Bauherrn aufgegeben, einen Bauantrag für die Erweiterung bei der Kommune einzureichen, die Grünfläche bis Mitte November herzustellen und sich mit der Gemeinde auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen. Der Bauwerber hat nun eine Genehmigung für 250 Parkplätze beantragt und darum gebeten, die vorgeschriebene Grünzone zu reduzieren. Im Gegenzug will er ökologische Ausgleichsflächen (1200 m2) in Oberding anlegen.

Verärgerung im Gemeinderat nicht zu überhören

Die Verärgerung über das Vorgehen des Parkservice-Betreibers war in der Sitzung nicht zu überhören – vor allem über die Ausdehnung ohne vorherige Genehmigung: Wie zuvor Silvia Edfelder (CSU) monierte auch Sabina Brosch (Grüne) dieses Vorgehen als „relativ dreist“. „Diese Methode gefällt uns auch nicht“, pflichtete der Ortschef bei. Er gehe davon aus, dass das Landratsamt noch entsprechend reagieren werde. „Der Betreffende wird wahrscheinlich noch Lehrgeld bezahlen müssen.“ 50 Prozent über dem Erlaubten bewertete auch Wolfgang Reiland (Einigkeit) als „maßlos zu viel“. Thomas Henning (FW) gefiel die starke Flächenversiegelung nicht. In seinen Augen bringt eine Ausgleichsmaßnahme in Oberding wenig.

Wohlwollender äußerte sich Christian Krätschmer (CSU): Er sprach von einem schleichenden Prozess und einem Betrieb, der in den 30 Jahren seines Bestehens nie negativ aufgefallen sei. Die Überlegung von Stefan Kronner (SPD), den relativ alten Bebauungsplan anzupassen, hielt Reents angesichts der Fülle schon laufender Verfahren für nicht praktikabel. Das Bauamt soll nun mit dem Betroffenen Gespräche führen – mit dem Ziel, auf dem Gelände mindestens 20 Prozent Grünfläche einzurichten. Dies hatte Hermann Hartshauser (Einigkeit) als Kompromiss vorgeschlagen. Erörtert werden soll auch die Frage, inwieweit man die Einrichtung von Stellplätzen, Terrassen und Müllsammelflächen an den Zufahrten zulassen kann. Diese beabsichtigte Nutzung steht im Zusammenhang mit angrenzenden Wohnungen.

Eva Oestereich

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