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Auch das Thema „Flüchtlingswelle“ beleuchtete AfD-Bundesvorsitzender Jörg Meuthen auf dem Hausler-Hof. 

Die Alternative für Deutschland lud auf den Hausler-Hof

„Die AfD hält, was die CSU verspricht“

Fahnen in Schwarz-Rot-Gold und Weiß-Blau, der bayerische Defiliermarsch und ein Publikum, das den Einmarsch mit stehenden Ovationen begleitet: Der Auftritt der AfD-Politiker auf dem Hausler-Hof gefiel den Granden der Partei: „Das ist mal ’ne Kulisse“, schwärmte der Bundesvorsitzende Jörg Meuthen und ließ sich und seine Mitstreiter aus Region und Landesverband von etwa 400 Anhängern feiern.

Hallbergmoos– Als erstes wurde Land- und Gastwirt Sebastian Hausler gelobt, weil er trotz Kritik vom CSU-Parteikollegen Marcus Mey und Robert Wäger (Grüne) die Türen für die AfD-Veranstaltung geöffnet hatte. Die Redner des Abends – Listenkandidat Johannes Huber aus Nandlstadt, Landeschef Petr Bystron, Brigitte Fischbacher (Direktkandidatin Erding/Ebersberg) und Meuthen –, lobten Hausler für seine Haltung: „Das beweist, dass man 30 Jahre in der CSU sein und trotzdem noch Rückgrat haben kann“, so Huber. Allerdings sei die AfD, so seine Überzeugung, die bessere Alternative: „Die AfD hält, was die CSU verspricht.“

Der AfD-Landesvorsitzender Petr Bystron titulierte Ministerpräsident Horst Seehofer als „Pressesprecher der AfD“, „weil der so schön unser Programm runterbetet.“ Applaus und Jubel brandeten bei seinen Ausführungen auf, nur vereinzelt ein Aufstöhnen als Bystron im Zusammenhang mit den Grünen Begriffe wie Alt-Kommunisten, Schlägertruppe und Päderasten gebraucht. Dem Spitzenkandidaten Alexander Gauland, gerade wegen seiner Verbalattacke („in Anatolien entsorgen“) gegen die Beauftragte der Bundesregierung für Integration, Aydan Özoguz, von einem früheren Bundesrichter angezeigt, sprang Bystron bei: „Die Frau, die tritt für Kinderehen ein“. Auch Meuthen hielt Gauland die Stange, schließlich hätten SPD-Politiker der Kanzlerin schon einmal dasselbe angedroht. Eine Stunde lang sprach Meuthen, der selbst nicht für den Bundestag kandidiert, gegen die erklärten drei „Gegner“: Etablierte Parteien, Medien und das Aktionsbündnis gegen Rechts. Viel war dabei die Rede von CDU/CSU, FDP, Linken und Grünen, von verfehlter Flüchtlings-, Asylpolitik und Sicherheitspolitik und „Parteienkartell“, der die „Volkspartei AfD“ als drittstärkste Kraft im Bundestag, wie Meuthen prophezeit, entgegentrete wolle.

Die AfD geht mit einer zerstrittenen Parteiführung in den Wahlkampf, sieht sich nun aber in der Wählergunst wieder steigen: Besonders die öffentlich-rechtlichen Medien schätzt Meuthen nicht sonderlich. Doch die elf Prozent, die der ARD-Deutschlandtrend aktuell für die AfD prognostiziert, führt er dann doch gerne an. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, sagt er, werde gerade auf den Weg gebracht, um die sozialen Medien zu zensieren. Ein Terrain, auf dem sich die AfD und Meuthen selbst „sehr erfolgreich“ positioniert sehen. „Das wird denen zu gefährlich.“

Mobilisieren will die AfD die wertkonservative, bürgerliche Mitte, „Mutbürger“ wie der Parteisprecher sie nennt, und von den etablierten Parteien „tief Frustrierte“ mit traditionellen Afd-Themen, insbesondere der Flüchtlingsproblematik. Die Flüchtlingswelle, stellt Meuthen in den Raum, sei nämlich nicht abgeebbt und die „Mittelmeerroute alles andere als dicht.“ Der Familiennachzug von Syrern werde laut Meuthen noch zwei Millionen Menschen ins Land kommen lassen. Die letzten 15 Minuten seiner Rede widmet Meuthen schließlich dem Wahlprogramm, das unter anderem Volksabstimmungen auf Bundesebene, eine völlige Schließung der Außengrenzen, innere und äußere Sicherheit, Zuwanderungs- und Asylrecht, den Austritt aus dem Euro und eine Abgabenbremse (40 Prozent) als wichtige Themen benennt.

Eva Oestereich

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