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Der frisch gewählte Vhs-Vorstand: (von links) Inez Eckenbach-Henning, Gabriele Partsch, Harald Reents, Monika Förg und Daniela Neufang.

Volkshochschule Hallbergmoos

Auf dem besten Weg zur Selbstauflösung

Die Volkshochschule Hallbergmoos e.V. (Vhs) soll ab 2018 in die Trägerschaft der Gemeinde übergehen. Unter dieser Prämisse hat die amtierende Vereinsführung ihre neuerliche Kandidatur gestellt. Sie wurde einstimmig gewählt. Der Weg ist somit vorgezeichnet.

Hallbergmoos – Der Vorstand unter Leitung von Bürgermeister Harald Reents wird nun die nächsten Schritte planen, um sich – so kurios das klingt – selbst abzuschaffen. Der Verein soll aufgelöst werden und zu Jahresbeginn 2018 in eine gemeindliche Einrichtung übergehen.

127 Kurse pro Semester, 3000 Kursbesucher jährlich und ein Haushaltsvolumen von gut 350 000 Euro: In den vergangenen Jahren ist die Vhs kontinuierlich gewachsen – und mit ihr die Aufgaben, so der Vorsitzende. „Ich selbst sitze auch zwischen den Stühlen“, machte Reents deutlich: einerseits in seiner Funktion als Vhs-Vorsitzender, andererseits als Chef der Gemeinde, die ja letztlich auch über die Zuschüsse für die Einrichtung zu entscheiden hat. Vor allem aber die rechtlichen und steuerrechtlichen Vorgaben, so Reents weiter, übersteigen mittlerweile die Kapazitäten der Ehrenamtlichen.

Mit Geschäftsführerin Monika Häusler und Dr. Cornelia Fischer (administrative Leiterin der Musikabteilung) beschäftigt die Vhs lediglich zwei hauptamtliche Mitarbeiter, die ohnehin bereits als Gemeindeangestellte geführt werden. Angesichts der Komplexität der Aufgaben sei es nun sinnvoll, die Kompetenzen der Gemeindeverwaltung – speziell von Kämmerei und Steueramt – auch für die Vhs einzusetzen. Dies sei während der Abwesenheit von Häusler und Fischer in den letzten Monaten bereits mit guten Ergebnissen geschehen. Vom Vorstand, Geschäftsführerin Monika Häusler selbst wie auch Teilen des Gemeinderats werde diese Idee unterstützt.

Auch die Nachbarkommune Neufahrn hat diesen Weg bereits eingeschlagen – und habe, wie deren Leiterin Ulrike Gietl bestätigte, durchweg gute Erfahrungen gemacht. Was die Programmgestaltung angeht, konnte man seine Eigenständigkeit bewahren: „Die Gemeinde lässt uns da völlig freie Hand“, so Gietl.

Kritisch hinterfragt wurden die geplante Änderung von einigen Mitgliedern: „Ich kann nicht zustimmen, solange ich das neue Konzept nicht kenne“, ließ Alt-Bürgermeister und ehemaliger Vhs-Chef Klaus Stallmeister verlauten. 30 Jahre lang habe die Vhs doch eigentlich ganz gut funktioniert. Einen dramatischen Anstieg der Zahlen könne er nicht erkennen. Und: „Ist der Zeitpunkt denn günstig für eine Umorganisation? Ich habe den Eindruck, dass im Rathaus viel Arbeit und die Verwaltung im Umbruch ist.“

Reents räumte ein, dass man im Rathaus „nicht voll besetzt“ sei. Das Steueramt habe aber die notwendigen Kapazitäten. „Meine Finanzleute sagen, es geht – und es ist gut so.“ Mit der Eingliederung in die Gemeindeverwaltung könne man Schnittstellenprobleme beseitigen und kürzere Wege schaffen. Reents betonte zugleich, dass es mit dem Übergang keine personellen Veränderungen in der Geschäftsführung einhergehen: „Monika Häusler kommt wieder – und soll auch wiederkommen.“ Bedarf sehe man auch für eine zweite Kraft.

Noch zu klären bleibt das Schicksal von „Erstklassik“: Angedacht sei, so Reents, die Konzertreihe, die bisher Teil der Vhs-Musikabteilung ist, als separaten, gemeindlichen Arbeitskreis fortzuführen. Alle notwendigen Schritte würden, so Reents, nun vorbereitet. Das Konzept wird man im Herbst vorlegen und dann auch über die Auflösung des Vereins in einer Mitgliederversammlung entscheiden.

Letztlich wurde die Vorstandschaft in allen Positionen einstimmig gewählt: Harald Reents (Vorsitzender), Wolfgang Brinkmann (Vize), Gabriele Partsch (Schriftführerin) ebenso wie die Beisitzer Monika Förg, Reinhold Stegschuster, Daniela Neufang, Inez Eckenbach-Henning und Jan Oertli.

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