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Las der Politprominenz die Leviten: Heinrich Lemer alias Bruder Barnabas.

Beim Starkbierfest in Hallbergmoos Problemzonen angepackt

Hallbergmoos - Heinrich Lemer alias Bruder Barnabas hat der Politprominenz beim Starkbierfest in Hallbergmoos die Leviten gelesen - und das ganze am 1. April. 

Die Moosgemeinde nimmt ja gerne mal eine Ausnahmestellung ein: Das gilt nicht nur für die opulente Finanzsituation. Nun feierten die Freien Wähler Hallbergmoos ein Starkbierfest am 1. April – kein Scherz! Fastenprediger Bruder Barnabas, in dessen Rolle Gemeinderat Heinrich Lemer geschlüpft war, las der in der Parkwirtschaft versammelten Politprominenz verspätet die Leviten. 

„Früher hat man in Hallbergmoos die Uhren nach den Freien Wählern gestellt (…). Jetzt seid ihr also am 1. April gelandet. Ein übler Scherz“, tadelte der Fastenprediger gleich zu Beginn die Parteifreien. Denn weil die politische Konkurrenz so fleißig war, blieb den Freien Wählern nichts andere übrig, als ihr Starkbierfest nach der Fastenzeit anzusetzen. Lackes Bier und eine fade Fastenpredigt wurden freilich nicht serviert. Denn trotz eines „stets freundlich lächelnder Bürgermeisters“ und „demonstrativem, virtuellem Händchenhalten“ des Rats, gibt’s doch so einige „Problemzonen“.

Der Ratsausflug nach „St. Pauli, nein Hamburg“ beispielsweise – und die Anreise dorthin: Bei 50 Millionen Euro Überschuss in der Gemeindekasse hätten die Fraktionen, so Barnabas, schon mal über eine Gemeinde-eigene „Air Force One“ nachgedacht. Aber kann man überhaupt die drei Bürgermeister gemeinsam in einem Flieger reisen lassen? Im „unwahrscheinlichen Fall der Fälle“ wäre die Gemeinde womöglich auf einen Schlag führungslos. Barnabas freilich wusste, dass Nachfolger schon parat stehen: Oliver „Tja … wie heißt er denn gleich?“ Tjarks, der Mann mit der „zweithöchsten Bilder-Abdruckfrequenz“ in den Ortszeitungen, gleich hinter Heinz Bergmeier beispielsweise.

Auch über Rochaden auf Kreisebene konnte der Fastenprediger trefflich spekulieren: Der „junge Erfolgs-Bürgermeister“ aus der „Krösus-Gemeinde“ im Landkreis-Süden könnte 2020 Josef Hauner beerben, so seine These. Reents gebe sich zwar noch zurückhaltend, aber schließlich werde er vor der Alternative stehen: Alt werden auf dem Hallbergmooser Rathaussessel oder die politische Karriere-Leiter in Richtung Landtag, Bundestag oder gar Europaparlament erklimmen. „Und der Harald Reents, jede Wette, wird zu neugierig und ehrgeizig sein, um die nächste Tür nicht zu öffnen“, so Barnabas. Ernsthafte Konkurrenz könnte Reents allenfalls MdL Benno Zierer machen. Dann nämlich, wie Barnabas zürnte, wenn FW-Parteichef Hubert Aiwanger weiter meint, „die CSU in der Flüchtlingsfrage rechts überholen zu müssen“. Bei Umfragen liegen die Landtags-FW bei fünf Prozent – „da können 0,1 Prozent schnell weg sein“.

Und was tut sich im Gemeinderat? „Die Sozis, jahrzehntelang geübte Wadlbeißer“ im Gemeinderat, sind, nachdem sie drei Referentenposten und „den Duft der Macht aufgenommen“ hätten, „lammfromm“ geworden. Ihre Rolle übernommen habe die Einigkeit mit Kernthemen Feuerwehr und landwirtschaftliche Grundstücksangelegenheiten und ihrer Kritik an der Kita-Gebührenanhebung um zwei Prozent: „So muss man wohl vorgehen, wenn man seine Oppositionsrolle mit aller Konsequenz leben will.“

Eva Oestereich

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