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Eine Sicherheitswacht für Hallbergmoos: sinnvoll oder überflüssig?

Debatten im Gemeinderat

Braucht Hallbergmoos eine Sicherheitswacht?

Eine uniformierte Sicherheitswacht soll künftig in Sport- oder Goldachpark auf Streife gehen. Mit diesem Antrag hat die Einigkeit für Diskussionsstoff im Gemeinderat gesorgt.

Hallbergmoos Um für Sicherheit zu sorgen, wollen die Parteifreien in Hallbergmoos Ordnungsmitarbeiter auf Streife schicken – und dafür zwei neue Personalstellen schaffen. Der Grund: Es komme immer öfter zu Sachbeschädigungen und Vandalismus. Die Außendienstmitarbeiter könnten wahlweise vom Ordnungsamt oder einer externen Sicherheitsfirma kommen.

Eltern hätten inzwischen Angst, so heißt es im Antrag, ihre Kinder unbeaufsichtigt auf den Spielplatz, in den Sport- und Freizeitpark oder in den Goldachpark zu lassen. Um ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln, solle deshalb vor allem in den Nachmittags-, Abend- und Nachtstunden „an Brennpunkten“ patrouilliert werden. Die Kosten für eine Vollzeitkraft beliefen sich auf gut 50.000 Euro jährlich. „Vorbeugen ist billiger als heilen“, so Fraktionssprecher Wolfgang Reiland in der Sitzung.

Prävention sollte ganz anders aussehen

Dass Prävention ganz anders aussehen müsse, hielten etliche Redner dem Vorstoß der Einigkeit entgegen: „Wir sollten lieber in die Sozialarbeit investieren, die Jugendlichen in einem früheren Stadium erreichen“, betonte Sabina Brosch (Grüne). Bürgermeister Harald Reents (CSU) gab ihr da Recht, „wir finden aber kein Personal“. Auf verstärkte Sozialarbeit setzt auch Jugendreferentin Martina Wilkowski (FW). Ihr behagte die Vorstellung einer Sicherheitswacht gar nicht. Überdies hätten die „Leute es schnell raus, wann und wo Kontrollen stattfinden“.

„Wir haben viel Polizei, von den Inspektionen Neufahrn und Flughafen, in der Nähe“, wandte Marcus Mey (CSU) ein. Repressive Aufgaben könne ohnehin nur die Polizei ausüben. Und wenn der 15. März nicht das Datum der Kommunalwahl wäre, hätte der Gemeinderat dieses Ansinnen schnell vom Tisch gewischt. Mey schätzt die Situation vor Ort nicht so dramatisch ein, wie von der Einigkeit dargestellt. Von gefährlichen „Hot Spots“ wusste auch Stefan Kronner nichts, die lägen eher im Bereich einer „gefühlten Unsicherheit“. Reiland hielt dagegen: Die aufgezeigten Punkte seien nur beispielhaft, tatsächlich sei die Lage „viel, viel schlimmer“. Falls dies zutreffe, so Heinrich Lemer (FW) müsse man auf verstärkte Kontrollen durch die Polizei drängen. Gemeindliches Personal könne nicht „auf Rollschuhen, mit Handschellen oder Boxhandschuhen“ losziehen.

Keine belastbare Statistik

Belastbare Kriminalitätszahlen liegen indes nicht vor. Aus Gesprächen mit dem Dienststellenleiter der PI Neufahrn hat Reents, wie er sagte, aber mitgenommen, „dass Hallbergmoos sehr sicher“ sei und die Zahl schwerer Delikte sogar abgenommen habe.

Die Debatte mündete in einem Kompromiss: Die Verwaltung erhielt mit 16:5-Stimmen einen „Prüfauftrag“, soll die notwendigen Fakten, Kostenfaktoren und Erfahrungswerte anderer Kommunen zusammentragen. Dann wird das Thema erneut im Rat behandelt. 

Eva Oestereich

Lesen Sie auch: In Hallbergmoos macht die Gemeinden Senioren ein verlockendes Angebot. 

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