+
Die Haare schön haben die „Alltagsmenschen“ von Christel Lechner natürlich auch. Bald sind sie in Hallbergmoos.

Aufsehenerregendes Kunstprojekt kommt nach Hallbergmoos

Bühne frei für die „Alltagsmenschen“

Sie sitzen gemütlich auf einer Bank, tragen Anzug oder Kittelschürze oder duschen im Springbrunnen: Die „Alltagsmenschen“ der Künstlerin Christel Lechner haben schon die ganze Republik bereist und Menschen begeistert. Die lebensgroßen Beton-Skulpturen besuchen nun auch Hallbergmoos – und einige von ihnen sollen sogar bleiben.

Hallbergmoos – Von dem aufsehenerregenden Kunstprojekt, das dem Gemeinderat in einer kurzen Filmsequenz vorgestellt wurde, zeigten sich selbst sonst sparsame Gremiumsmitglieder begeistert: „Die Idee war, etwas anderes in Hallbergmoos zu schaffen und Menschen zum Schmunzeln zu bringen“, erläuterte Veranstaltungsmanager Benjamin Henn den Gedanken, die Kunstaustellung der Wittener Künstlerin in die Moosgemeinde zu holen.

Modelmaße und faltenfreie Gesichter haben die wenigsten von Lechners (über-)lebensgroßen Alltagsmenschen. „Gesichter, die eine Geschichte zu erzählen haben, sind viel spannender als ein perfekter Teint und eine makellose Haut“, sagt Lechner selbst dazu. Berlin, Hamburg, Karlsruhe: an vielen Orten der Republik waren die Alltagsmenschen schon zu Gast. In Bayern allerdings noch nie. Somit hätte man, wie Henn ausführte, ein Alleinstellungsmerkmal, das sicher auf großes Medieninteresse stoße. „Vom Goldachpark über den Rathausplatz bis zum Sport- und Businesspark“, so Henn könnten die Alltagsmenschen die Plätze, Straßen und Wege säumen. Dafür würde die Künstlerin 20 individuelle Figuren schaffen, die die Geschichte der Gemeinde erzählen.

Im Kultursommer – von Juli bis September – könnte die Ausstellung dann in der Moosgemeinde stattfinden. Fünf Exponate könnten anschließend dauerhaft in Hallbergmoos bleiben. Etwa 30 000 Euro müsste die Gemeinde für die Ausstellung aufbringen. Auf insgesamt 45 000 Euro kommt man, wenn man fünf Kunstobjekte erwirbt und mit den Ausstellungsgebühren verrechnet. Mindestens die Hälfte davon soll über Sponsoren abgedeckt werden.

Das Echo im Gemeinderat war weitestgehend positiv: „Das wäre einzigartig in Bayern und ein unheimlicher Imagegewinn“ befürwortete Kulturreferentin Sabina Brosch (Grüne) das originelle Projekt, bei dem in ihren Augen der Kostenaufwand nicht im Vordergrund stehen dürfe. „Kunst und Kultur sind immer ein Zuschussgeschäft“ befürwortete auch Marcus Mey (CSU) die Ausstellung: „Das gibt uns ein Bild, für andere Dinge offen zu sein.“ Wer 100 000 Euro für einen Sportrasen im Fußballstadion ausgibt, so Mey sinngemäß, müsse auch offen sein für Kunst im öffentlichen Raum: „Das ist mehr als nur gegen den Ball zu treten.“

Selbst Wolfgang Reiland, der für gewöhnlich mit spitzem Bleistift rechnet, zeigte sich begeistert. Josef Niedermair (CSU) verwies darauf, dass im Gemeindeentwicklungsprogramm festgelegt ist, drei Prozent des jährlichen Bauvolumens in Kulturprojekte anzulegen. „Uns geht’s langsam zu gut“, wandte sich indes Bernhard Neumüller (FW) gegen den Kostenaufwand. „Beton haben wir genug“, äußerte sich auch Karl-Heinz Zenker (parteilos) ablehnend. Er führte zudem an, dass das Budget für den Kultursommer bereits „gedeckelt“ ist und man lieber einheimische Künstler fördern solle. „Firmen können’s gerne machen“, so seine Haltung.

Die Mehrheit (15:4) plädierte indes für die Ausstellung und Anschaffung von fünf Figuren - unter der Voraussetzung, dass mindestens die Hälfte der Kosten durch Sponsoring gedeckt wird.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drama an der Donau: Mann will rollendes Auto anhalten und ertrinkt vor Augen seiner Partnerin
Er wollte seinen rollenden Wagen stoppen, doch dabei ist ein Mann aus dem Landkreis Freising gestorben. Er ertrank in der Donau - vor den Augen seiner Partnerin.
Drama an der Donau: Mann will rollendes Auto anhalten und ertrinkt vor Augen seiner Partnerin
Freisinger Landtagskandidaten stehen fest
Die Kandidaten für die Landtagswahlen im Oktober stehen fest. Für den Landkreis Freising treten an:
Freisinger Landtagskandidaten stehen fest
Als Lausbub im Seilerbrückl...
Aus dem Lausbuam ist ein Autor geworden. Franz Xaver Brunngartner (64) hat ein Buch über seine abenteuerliche Kindheit in Freising geschrieben - er erlebte …
Als Lausbub im Seilerbrückl...
Freisinger Brücken werden regelmäßig „abgeklopft“
Der Brückeneinsturz in Genua erschüttert die Welt. Einige Menschen im Landkreis stellen sich nun die Frage: Wie steht es um die Brücken im Landkreis? 
Freisinger Brücken werden regelmäßig „abgeklopft“

Kommentare