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Ersetzt wird der Holzpavillon durch ein Gebäude mit Umkleiden, Kiosk und Kassenhaus – und zwar noch heuer.

Kampfabstimmung: 11:9-Mehrheit für neues Gebäude im Sportpark

Denn der Gemeinderat „schafft an“

Ein Berg von Pflichtaufgaben, eine Kostensteigerung von gut 400 000 Euro für ein „freiwilliges“ Bauprojekt und ein völlig überlastetes Bauamt: Das sind, so Rathauschef Reents, „Realitäten, an denen man nicht vorbeikommt“. Trotzdem gab der Gemeinderat grünes Licht für den Bau eines 1,3 Millionen Euro teuren Gebäudes im Sportpark.

Hallbergmoos – Vor anderthalb Jahren hat der Rat beschlossen, den Holzpavillon am Eingang zum Fußballstadion durch ein Gebäude mit Umkleiden, Kiosk und Kassenhaus zu ersetzen. Auf 886 000 Euro hatte man die Baukosten taxiert, nun ist man bei 1,32 Millionen angekommen. Schuld an der beträchtlichen Kostensteigerung, so Planer Frank Siegmund, sei eine notwendige „teure Anlage für Wärme und Wasser“, um die Legionellengefahr zu bannen. Die Technik, Strom und Gas könne man nicht an die vorhandenen Leitungen in Sportforum oder Umkleiden nebenan koppeln. Es müssen neue Anschlüsse her – und eine teure Baustraße, die am Ende wieder rückgebaut wird.

Das ist aber nur ein Teil des Problems: Das gemeindliche Bauamt kommt mit der Arbeit nicht hinterher. „Schweren Herzens“, so Bürgermeister Harald Reents, schlage er deshalb vor, den Baubeginn auf 2019 zu verlegen. Denn Pflichtaufgaben wie das Kinderhaus im Jägerfeld-West, der Interimshort, kommunale Wohnungsbauprojekte oder die Nordumfahrung gehen vor. „Wir entwickeln uns zum Verschiebe-Weltmeister. Was wir heute schieben, können wir gleich einstampfen“, schimpfte Sportreferent Heinrich Lemer (FW). „Der Projekt-Stau wird doch immer größer.“ Kritisch äußerte er sich über die Produktivität der Gemeindeverwaltung, die immerhin personell – unter anderem mit einer Planstelle im Hochbau – aufgestockt worden sei.

Wie etliche Ratskollegen plädierte Vereinsreferent Heinz Bergmeier (SPD) unter Verweis auf die Jugendarbeit des VfB fürs Weitermachen. Die Möglichkeit eines „Outsourcings“ sprachen Josef Fischer (FW) und Josef Niedermair (CSU) an. „Das ist ein öffentliches Bauvorhaben, ich kann keine Bauherren-Aufgaben übernehmen“, so die Aussage des Architekten.

„Wir gehen jeder Forderung nach und stellen einen Blankoscheck aus“, wandte sich Bernhard Neumüller (FW) gegen die Mehrausgaben und ein weiteres „Aufblähen des Sportparks“. Auch Robert Wäger (Grüne) wollte das „völlig übertriebene und nicht zu rechtfertigende“ Bauvorhaben stoppen und durch einfachere (Container-)Lösungen ersetzen. Unverständnis über die „emotionalisierte Debatte“ äußerte Marcus Mey (CSU): „Wir haben hier eine deutliche Überlastungsanzeige von Bürgermeister und Bauamt.“ Es gebe ein Arbeitszeitgesetz, das Verstöße sanktioniere. „Ich kann die Leute nicht 14 Stunden am Tag arbeiten lassen“, hatte Reents zuvor betont und per Diagramm gezeigt, dass das Bauamt durchgängig im roten Bereich arbeitet.

Auf Nachfrage von Wolfgang Reiland (Einigkeit) führte Andreas Niederreiter (Bauamt) aus, dass das Kassenhaus-Projekt einen Mitarbeiter bis während der gesamten Bauphase zwischen 5 und 20 Wochenstunden binde. Diese Zeit wird man sich nun an anderer Stelle abknapsen müssen: Denn der Gemeinderat „schafft an“ (Josef Niedermair). Mit 11:9 sprach das Gremium sich dafür aus, das Projekt noch heuer durchzuziehen.

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