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Die neue Führungsriegen: (v. l.) Helmut Schmidt (Spartenleiter LG/LP), Peter Gutsmiedl (Spartenleiter Bogen), Gabriele Rohrer (Schriftführerin), Edgar Pröpster (1. Schützenmeister) und Richard Moosburger (Schatzmeister).

SGE-Versammlung 

Edelweiß-Schützen giften sich an

Nach außen hin ein Vorzeigeclub, im Innern tief gespalten – und ein Pulverfass, das jederzeit explodieren kann: Dieses Bild gibt die Schützengesellschaft Edelweiß nach ihrem Jahrestreffen ab.

Hallbergmoos Gerade erst sammelte man für die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft der Bogenschützen 2017 Lob von höchster Stelle. Doch der Rechtsstreit um den Vereinsausschluss von drei Mitgliedern hat Spuren hinterlassen.

Rappelvoll war das Schützenstüberl im Sportforum beim Jahrestreffen, das Schützenmeister Edgar Pröpster um einige Wochen hatte verlegen müssen. „Aus organisatorischen Gründen“, wie er sagte. Zum „leidigen Thema“ verlor Pröpster einige persönliche Worte und für den Fall, dass es wieder gerichtsmassig würde, unterstrich er: „Das ist meine Meinung, nicht die des Vereins.“ Kurz zusammengefasst heißt das: Drei Bogenschützen haben gegen ihren Rausschmiss geklagt – und in zwei Instanzen (Amtsgericht Freising, Landgericht Landshut) Recht bekommen. Die juristische Auseinandersetzung hat den Verein 8400 Euro gekostet. „Ich kann damit leben. Das Thema ist für mich erledigt und wir wollen nicht nachtarocken“, so Pröpster. Am Ende des Abends konnte das freilich nur als Lippenbekenntnis gelten. Denn während Pröpster noch ruhig und besonnen auftrat, wurde aus der Abteilung Luftgewehr scharf gegen die ungeliebten Waffenbrüder der Bogen-Abteilung geschossen.

341 Mitglieder zählte die SGE zum Jahreswechsel, darunter sind 95 Kinder und Jugendliche. 18 Austritten stehen 52 Neuzugänge gegenüber. Auf die Frage eines Bogenschützen, ob es möglich wäre zu erfahren, wie viele davon Bogen- beziehungsweise . Luftgewehrschützen sind, folgten gereizte Reaktionen: Um das aufzudröseln, müsste man Spartenbeiträge einführen, ließ ein aufgebrachter Schatzmeister Richard Moosburger verlauten. „Ich glaube nicht, dass man das trennscharf machen kann“, argumentierte der Erste Schützenmeister, der zudem auf neue Datenschutzrichtlinien verwies – und den Umstand, dass einige Mitglieder in beiden Sparten sportlich unterwegs sind. „Ich fische sie jedenfalls nicht raus. Ich vertrete beide Sparten“, betonte der Vereinschef. „Der Spartenleiter Bogen kann’s gerne machen.“

Peter Gutsmiedl, neuer Spartenleiter der Bogenschützen und damit Nachfolger von Florian Stallmeister, steht vor der schwierigen Aufgabe, die heillos zerstrittenen Lager zu befrieden. Dies wurde auch bei den Neuwahlen der Vorstandschaft deutlich: Zwar wurde das Führungsteam um Edgar Pröpster (1. Schützenmeister), Herbert Gündl (2. Schützenmeister), Richard Moosburger (Schatzmeister), Gabriele Rohrer (Schriftführerin), Sparten- und Sportleiter der Luftgewehr- und Bogenschützen von den 56 Wahlberechtigten mit großer Mehrheit gewählt. Doch es gab auch in jedem der per Akklamation durchgeführten Wahlgänge reihenweise Gegenstimmen und Enthaltungen – und reichlich Unmutsbezeugungen an den Tischen: „Die sollen sich doch schleichen“, war da ein ums andere Mal zu vernehmen. Der Appell von Wahlleiter und Vereinsreferent Heinz Bergmeier „Raufts euch zusammen, redet’s miteinander“ lief ins Leere.

Und es kam noch dicker: Nämlich als Edgar Pröpster zu guter Letzt eine beabsichtigte Satzungsänderung aufrief. Aus den Reihen der Bogenschützen kam – zu Recht – der Hinweis, dass in der Ladung zur Jahreshauptversammlung die Satzungsänderung nicht aufgeführt war. Der Erste Schützenmeister hatte die Neuregelung unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ abstimmen lassen wollen. Ein Formfehler, der die Unwirksamkeit der Satzungsänderung nach sich gezogen hätte. Also verzichtete Pröpster zähneknirschend auf das Votum. Dessen ungeachtet ließ Stefan Schindler, stellvertretender Sportleiter LG/LP, seinem Zorn freien Lauf – und wetterte lautstark gegen die Bogenschützen, die sich wiederum gegen den harschen Umgangston verwahrten.

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