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An ihre Grenzen stößt die Kläranlage in Hallbergmoos. Schon kommendes Jahr soll sie erweitert werden. Mit dem Konzept sind allerdings nicht alle Räte zufrieden.

Umstrittenes Projekt

Erweiterung der Hallbergmooser Kläranlage wird teurer als erwartet

Die Hallbergmooser Kläranlage stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Nun wird sie für 6,27 Millionen Euro erweitert. Das Ausbaukonzept ist im Ratsgremium allerdings umstritten.

Hallbergmoos Die vorgestellte Planung umfasst drei Schwerpunkte: die dringend notwendige Erhöhung der Kapazitäten von 15 000 auf 20 000 Einwohnerwerte, den Ausbau von Betriebsgebäuden sowie Instandhaltungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen der Klärtechnik im Wege der Teilstabilisierung (ohne solare Schlammtrocknung). Derzeit liegt die Belastung der Anlage bei 14 000 Einwohnern. Die von Planer Helmut Aigner aufgezeigten, „unbedingt erforderlichen Maßnahmen“ zur Schlammbehandlung und Ertüchtigung technischer Einheiten will man bereits im Frühjahr 2019 in Angriff nehmen. Abgeschlossen sein soll der gesamte Ausbau Ende 2020. „Wenn es die Witterung zulässt“, so Aigner einschränkend.

„Technisch ist gegen das Konzept nichts einzuwenden. Ich halt’s aber nach wie vor für einen Fehler“, erneuerte Robert Wäger (Grüne) seine Kritik: Umweltfreundlicher und zukunftsorientierter, CO2- und geruchsneutral, wäre aus seiner Sicht eine andere Variante gewesen: die der „anaeroben Faulung mit Co-Vergärung und solarer Schlammtrockung“ (6,8 Mio. Euro). Für sie hatte sich der Gemeinderat auch 2015 ausgesprochen. Als Bayern jedoch die Richtlinien zur Schlammbehandlung änderte, war man dann aber auf die kostengünstigerer „Teilstabilisierung“ umgeschwenkt. Auch, weil man mit weniger Aufwand und lediglich einer Instandsetzungsmaßnahme auskommt.

So günstig wie angenommen (3,2 Millionen Euro) fällt die Rechnung nun allerdings nicht aus: Die aktuelle Kalkulation liegt bei 4,9 Millionen, die letztlich auf den Gebührenzahler umgelegt werden. Hinzu kommen 1,35 Millionen für die Aufstockung der Betriebsgebäude. Ob man sich auf diese Berechnung verlassen kann? Man habe sich auf das Preisniveau 2018 gestützt, ließ Planer Heinrich Lemer (FW) wissen. „Unwägbarkeiten des Marktes“ seien aber schwer kalkulierbar.

Im Rat bestehen Zweifel über den eingeschlagenen Weg

Wie Robert Wäger hat auch Stefan Kronner (SPD), Referent für Energie und Ortsentwicklung, so seine Zweifel, ob man auf dem eingeschlagenen Weg gut fährt. „Mit der anderen Variante wären wir jetzt schon fertig und hätten die technisch bessere Lösung.“ Die „Rolle rückwärts“, so Bürgermeister Harald Reents, sei mit erheblichem Zeitverlust verbunden. Und mit der beschlossenen Variante verbaue man sich nichts. „Wir müssen die Maßnahmen so oder so durchführen“, bestätigte Aigner. In einer späteren Ausbaustufe könne man draufsatteln.

Geprüft werden soll noch, ob man staatliche Zuschüsse einstreichen kann. Ab Januar 2019 gelten neue Richtlinien von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld. Mit bis zu 700 000 Euro förderfähig sind Maßnahmen zur Umstellung von aerober auf anaerobe Klärschlammbehandlung, die auf die Methangewinnung zur Energieproduktion ausgerichtet sind. Sollte sich herausstellen, dass die Faulung deutlich wirtschaftlicher ist als die vom Rat beschlossene Teilstabilisierung, wird das Thema erneut aufgegriffen.

Eva Oestereich

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