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Zu kleines Rathaus: Bürgermeister Reents „weiß schon gar nicht mehr, wo ich die Mitarbeiter unterbringen soll“.

Ausbau des Hallbergmooser Rathauses

„Fakt ist, dass wir’s machen müssen“

Unerwartete Kostensteigerungen bei kommunalen Bauprojekten: Das hat man in der Vergangenheit immer wieder erlebt. Deshalb schlägt man in der Moosgemeinde beim Rathaus-Ausbau neue Wege ein: Eine detaillierte Kostenschätzung auf Basis aktueller Marktpreise soll vor bösen Überraschungen schützen. Im Ergebnis muss die Kommune mit 2,6 Millionen Euro Investitionskosten rechnen.

Hallbergmoos – Der Gemeinderat war es leid, in der Bauphase von Projekten immer wieder mit unerwarteten Kostensteigerungen konfrontiert zu werden. Deshalb hat der verantwortliche Architekt Sebastian Hyrcyk nun vorab detaillierte Kostenschätzungen angestellt. Dabei wurde deutlich, dass ein Großteil der Preissteigerungen auf das Konto der Kommunalpolitik geht. Anfänglich war man von Baukosten von 1,6 Millionen Euro ausgegangen, hatte zu Beginn den Leistungsumfang noch nicht klar umrissen. Mittlerweile hat der Bauausschuss den Planungsumfang definiert und erheblich erweitert: So wurden die Erweiterung des Bürgerbüros, die Ertüchtigung der Technik, Maßnahmen für Barrierefreiheit und Brandschutz sowie zur Klimatisierung des Rathauses zusätzlich beschlossen. „Daraus hat sich erst das final abgesteckte Programm ergeben“, so Architekt Hrycyk.

Die Baunebenkosten einschließlich Architektenhonorar liegen nun 275 000 Euro über dem anfänglichen Ansatz. „Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen. Wir waren frühzeitig eingebunden und könnten theoretisch wieder streichen“, befand Robert Wäger (Grüne). Am Rathaus-Ausbau führt kein Weg vorbei, unterstrich indes Bürgermeister Harald Reents: „Ich weiß schon gar nicht mehr, wo ich die Mitarbeiter unterbringen soll.“

Mehr Arbeit denn je falle in der kontinuierlich wachsenden 11 000-Einwohner-Gemeinde an. Beim Rathausbau vor zwölf Jahren hat man Erweiterungsflächen für neun weitere Büros im ersten Obergeschoss im Rohbauzustand errichtet, die man nun nutzbar macht. Auch auf die relativ teure Klimatisierung (157 000 Euro), so Stefan Kronner (SPD), könne man nicht verzichten: „Im Sommer ist’s zu heiß, im Winter zu kalt.“ Christian Krätschmer (CSU) pflichtete ihm bei: „Fakt ist, dass wir’s machen müssen. Und ich weiß jetzt vorab, um welche Summen es geht“. Einzig Wolfgang Reiland (Einigkeit) wollte sich mit der Kostenschätzung nicht abfinden: „Eine Steigerung von 61 Prozent gegenüber März. Das ist unglaublich“, echauffierte er sich und stimmte als einziger gegen die Maßnahme.

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