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Standing Ovations erhielt Pfarrerin Juliane Fischer zum Abschied in der Emmauskirche.

Evangelische Kirche Hallbergmoos

Die Pfarrerin, die das „Anderssein“ kultiviert hat: Juliane Fischer verabschiedet sich 

Sechs Jahre lang war Juliane Fischer evangelische Pfarrerin in Hallbergmoos. Nun verlässt sie die Kommune, um die Zukunft der Landeskirche mitzugestalten. Es flossen Tränen, als sie ihren Abschiedsgottesdienst leitete.

Hallbergmoos – „Gezeichnet“: Unter diesen Titel hatte Fischer ihre letzte Predigt gestellt, über Menschen gesprochen, die – innerlich wie äußerlich – vom Leben gezeichnet sind und aus ihrem Glauben Kraft schöpfen. Gezeichnet und geprägt hat die Theologin das Leben der evangelisch-lutherischen Kirche. Als sie vor sechs Jahren ihre erste Pfarrstelle als Nachfolgerin von Thomas Bachmann übernahm, hatte es wohl kaum einer für möglich gehalten, dass sie seine Fußstapfen so eindrucksvoll würde ausfüllen können. Mit Charisma – und großem Mut, andere Wege zu gehen.

Das „Anderssein“ hat Juliane Fischer kultiviert und zum Markenzeichen der Hallbergmooser Kirchengemeinde gemacht. Dafür erntete sie große Wertschätzung.

Zwischen Lachen und tiefen Glaubensgesprächen

In ihrem letzten Gottesdienst würdigten Vertreter von Kirche und Kommune ihre Innovationskraft: Eine Pfarrerin, die unterm liturgischen Gewand oftmals Minikleid und „scharfe“ Stöckelschuhe trägt. Deren „weites und großes Herz für Traditionen und neue Horizonte“ gleichermaßen schlägt, wie Dekan Christian Weigl hervorhob. Eine Seelsorgerin, mit der man herzlich lachen und tiefe Glaubensgespräche führen konnte.

Als „bemerkenswerte, blitzgescheite und eloquente Theologin, eine facettenreiche und schillernde Persönlichkeit“ würdigte Pfarrerin Karin Jordak, Leiterin des evangelischen Pfarrverbands Neufahrn-Hallbergmoos, die scheidende Kollegin. Als Seelsorgerin, Rockröhre, Hauptdarstellerin in einem beeindruckenden Imagefilm oder bei Badewannen-Taufen habe sie ihr „Publikum“ erreicht, war sich aber auch nicht zu schade für Küchen- und Hausmeister-Dienste. Dass Fischer immer für eine Schlagzeile gut war, daran erinnerte ihr katholischer Amtskollege Thomas Gruber in launigen Worten: Im Galopp hat sich das ökumenische Paar beim Eselrennen des Volksfests in die Herzen vieler Gläubiger katapultiert, mit dem biblische Gleichnis zum Bileamesel und einem Stoffesel als Erinnerung verabschiedet Gruber die Kollegin.

Sogar der Schriftzug der neuen Kirchenglocken stammt von Fischer

Mit einem lachenden und weinenden Auge lässt Bürgermeister Harald Reents die Theologin ziehen: Mit frischem Wind und dem Mut, aus Konventionen auszubrechen, habe Fischer wunderbar zu „unserer modernen, zukunftsorientierten Gemeinde“ gepasst. An die „höheren Stellen“ gewandt, die nun einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin auswählen, sagte er: „Wir haben immer ein sauberes Glück gehabt mit unseren Pfarrern. Die Messlatte liegt hoch.“ Und die Spuren, die Fischer hinterlässt sind, noch größer als die ihre Vorgängers Thomas Bachmann, wie Uwe Rüddenklau (Förderverein Emmauskirche) bilanzierte. Sogar der Schriftzug der neuen Kirchenglocken, zeigte er auf, trägt Fischers Handschrift.

Nun wird die promovierte Theologin an Zukunftskonzepten der Landeskirche mitschreiben und im „PUK“-Team Brücken zwischen dem Auftrag der Bibel und den Bedürfnissen der Menschen schlagen: „Die neue Stelle passt zu dir. Und ich freu mich schon drauf wie du die Landeskirche nun aufmischst“, sagte der Dekan zum Abschied. Eva Oestereich

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