Ab 2021 ist die Buslinie 692 zum Flughafen auf geänderter Strecke unterwegs.
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Ab 2021 ist die Buslinie 692 zum Flughafen auf geänderter Strecke unterwegs.

Weniger Kosten für Kommune

Nach Ärger im Hallbergmooser Gemeinderat: Fahrplan für Buslinie 692 nachgebessert

Der erste Entwurf wurde abgelehnt, jetzt haben MVV und Landratsamt nachgebessert: Ab nächstem Jahr ist die Buslinie 692 zum Flughafen auf geänderter Strecke unterwegs.

Hallbergmoos – Die Verlängerung der Buslinie 692 zum Flughafen hatte zuletzt für Unmut im Hallbergmooser Gemeinderat gesorgt. Jetzt haben die MVV-Verkehrsplaner einen neuen Fahrplanentwurf vorgelegt und den Abstecher zum Flughafen gestrichen. Der stieß nun auf mehr Wohlwollen.

Seit Dezember 2017 verbindet die Buslinie Hallbergmoos mit Neufahrn – mit Stopps im Gewerbepark Nova, Römerpark, beim Kino (Neufahrn) und dem Hallbergmooser Sport- und Freizeitpark. Im Dezember 2021 endet der Probebetrieb.

Erster Fahrplanentwurf der MVV ist durchgefallen

Der MVV hatte vor einigen Wochen einen neuen, ausgeweiteten Fahrplanentwurf vorgelegt: Der Takt sollte von 40 auf 20 Minuten verdichtet werden, die Linie an Wochenenden länger (5 bis 24 Uhr) angefahren werden und nun neuerdings bis zum Flughafen weitergeführt werden. Ein stattliches Sümmchen – bis zu 800.000 Euro und damit fast eine halbe Million Euro mehr als bisher – hätte Hallbergmoos dafür berappen sollen, berechnet nach den Streckenkilometern auf Gemeindegebiet. Der Gemeinderat hatte im Oktober wie berichtet für die Beibehaltung des bisherigen Fahrplans und gegen die kostspielige Verlängerung und Taktverdichtung gestimmt.

Landratsamt und MVV haben nun nachgebessert: Die Verlängerung vom Gewerbegebiet zum Flughafen wurde gekappt. Der Bus endet nun in der Lilienthalstraße, dreht lediglich eine Schleife im MABP. Der 40-Minuten-Takt an Wochenenden und Feiertagen wurde fallengelassen, es bleibt beim Stundentakt. Festhalten will der MVV am durchgängigen 20-Minuten-Takt an Werktagen. Weil der Landkreis nun eine Kostenbeteiligung von 25 Prozent angeboten hat, müsste Hallbergmoos zwischen 440.000 und 494.000 Euro jährlich bezahlen, immer noch fast 110.000 Euro mehr als bisher.

Gemeinderäte machen Ärger über Vorgehensweise Luft

Im Gemeinderat war man grundsätzlich verschnupft darüber, einfach vor die Wahl gestellt worden zu sein: abnicken oder die Linie einstellen. „Bei aller Liebe: Wir sollten eine halbe Million jährlich mehr zahlen und das Ganze nach dem Prinzip ‚Vogel friss oder stirb’ abnicken. Das ist eine extrem seltsame Vorgehensweise“, ärgerte sich Heinrich Lemer (FW) – auch über den Informationsfluss. „Ich habe den Bürgermeister explizit danach gefragt, ob Änderungen noch möglich sind. Da hieß es ,Nein‘.“ Auch Stefan Kronner (SPD) fehlten Informationen: „Ist es wirklich so, dass der Bus eingestellt wird, wenn wir ablehnen? Oder gibt’s dann noch einen neuen Vergabevorschlag?“

Kreisrat Wäger: Es gibt keinen Spielraum mehr

Laut seinen Erkenntnissen aus der Kreistagssitzung, so Robert Wäger (Grüne), gebe es nun wirklich keinen Spielraum mehr, weil es letztlich zwei Jahre Vorlauf für die Fahrplananpassung brauche. Bis Juni hätte man die Änderungswünsche der Kommune einbringen müssen. „Wenn wir jetzt ablehnen, hieße das unter Umständen, dass wir zumindest ein Jahr ohne den Bus dastehen. Selbst wenn wir heute den Beschluss fassen, ist es nicht sicher, ob es nicht eine einjährige Pause gibt“, erklärte Wäger und warb deshalb um Zustimmung. „Jetzt ist es doch das, was wir wollen.“ Der Gemeinderat schloss sich an – und stimmte dem modifizierten Fahrplanentwurf ab 2021 zu.

Eva Oestereich

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