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Neu am nordöstlichen Ortsausgang von Hallbergmoos ist der Kreisel, der nach Schwaig und zur Nordumfahrung führt.

Der Hallbergmooser Norden atmet auf

Nordumfahrung eingeweiht: Kleine Strecke, große Entlastung

Die Hallbergmooser Nordumfahrung ist am Donnerstag offiziell für den Verkehr freigegeben worden: Die 1,35 Kilometer lang und 3,6 Millionen Euro teure Umgehungsstraße wird den Ort nun vom Durchgangsverkehr entlasten.

Hallbergmoos – „1,35 Kilometer sind nicht wirklich viel, sie haben aber große Auswirkungen, weil sie eine große Entlastung für den Norden und das gesamte Ortsgebiet bringen“, unterstrich Bürgermeister Harald Reents bei der Einweihung. „Durch Hallbergmoos rollt viel Durchgangsverkehr. Die nun gebaute Nordumfahrung ist eine kleine, aber wichtige Maßnahme, um den Verkehr, der bis dato mitten durch den Ort gefahren ist, abzufangen“, betonte auch Vize-Landrat Robert Scholz. Zugleich zeigte er auf, dass der gesamten Region der Verkehrsinfarkt drohe. Weiteres Wachstum sei nur zu verkraften, wenn es gelinge, die Verkehrsprobleme mit großflächigen Konzepten zu lösen.

„Historischer Moment“ für die Gemeinde

Dass Reents bei der Eröffnung der Nordumgehung von einem „historischen Moment“ für Hallbergmoos sprach, kommt nicht von ungefähr. Denn die Nordumfahrung hat eine lange Geschichte: Schon 1992 hatte der damalige Bürgermeister Manfred Pointner den ersten Entwurf für die Trasse in Auftrag gegeben. 2,26 Millionen Mark hätte sie kosten sollen. Pointners Nachfolger Klaus Stallmeister nahm 2001 erste Grunderwerbsverhandlungen mit dem Flughafen auf. Es sollten noch Jahre vergehen, bis im Rathaus ab 2012 konkretere Pläne reiften.

Ein zunächst angedachter Straßentausch zwischen Landkreis und Kommune verzögerte das Projekt um zwei Jahre. Man hatte erwogen, den Kreis die Nordumgehung bauen zu lassen, im Gegenzug sollte die Kommune die Theresienstraße (FS 11) als Gemeindestraße erhalten. Darauf verzichtete man vorerst, weil die Kommune höherer staatliche Zuschüsse – insgesamt 1,83 Millionen Euro – einstreichen konnte. „Früher oder später soll der gesamte Straßenabschnitt zur Kreisstraße umgewidmet werden und in Straßenbaulast des Landkreises kommen“, kündigte Scholz an.

Durchgängig beleuchtete Fuß- und Radwege

Bis dahin ist der Kreis nur für den Unterhalt des Kreisels an der FS 11 verantwortlich. Gebaut wurde die Nordumgehung nun aber recht zügig: Nicht einmal ein Jahr nach dem Spatenstich wurde der so wichtige Kilometer einweiht. Die zweispurige Trasse führt den Verkehr von und zur B301 am nördlichen Ortsrand – vom Mövenpick-Kreisel bis zur FS 11 in Richtung Schwaig, wo sie auf Höhe des Baustoffwerks Angerer einmündet. Es gibt durchgängig beleuchtete Fuß- und Radwege, an der Kreuzung „Am Ludwigskanal“ wurden Brücke und Verkehrsinseln gebaut.

Reents konnte auch noch eine „Anekdote“ beisteuern: Zu Beginn der Planungen hatte man immer von „Nordumgehung“ gesprochen. Weil, wie der Rathauschef scherzte, überwiegend darauf „gefahren wird“, heiße sie nun „Nordumfahrung“. Sein besonderer Dank galt den beteiligten Firmen wie auch dem Landkreis und der Flughafen München Gmbh, die während des langwierigen Planungsprozesses „die Trasse immer freigehalten hat“. Eva Oestereich

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