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In Hallbergmoos wird nächstes Jahr im großen Stil gebaut.

Sorge vor Stau und Schleichweg-Fahrern

Teamwork ist angesagt: Das bringt die Sanierung der Goldacher Hauptstraße mit sich

Eine große Straßenbaumaßnahme steht Hallbergmoos 2020 ins Haus: Der Landkreis saniert ab dem Frühjahr den östlichen Teil der Hauptstraße (FS 12) in Goldach. Kommune und Landratsamt stehen in engem Austausch. 

Hallbergmoos In der jüngsten Sitzung diskutierte der Hallbergmooser Gemeinderat mit den Verantwortlichen über seine Vorstellungen, wie die Baumaßnahme idealerweise ablaufen sollte. Andreas Kämper (Landratsamt) und Reinhard Bauer vom Ingenieurbüro BBI hatte aufgezeigt, was Bewohner und Gewerbetreibende im Ortsteil Goldach erwartet: Bis Ende 2020 wir die in fünf Bauabschnitte gegliederten FS11-Sanierung voraussichtlich dauern. Drei Monate rechnet man für den Abriss und die Erneuerung der Brücke über die Goldach, die ein tägliches Verkehrsaufkommen von ca. 12.000 Fahrzeugen bewältigen muss. Der südliche Gehweg wird vom Lindenweg bis zur neuen Fußgängerinsel am Birkenweg verlängert. Busbuchten werden im Zuge der Maßnahme entfernt, stattdessen Warteflächen und -hallen eingerichtet sowie ein Blindenleitsystem und Tiefborde angebracht und die Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgerüstet.

Parallel dazu baut die Kommune an der Neuwirt-Kreuzung (Einmündung Freisinger Straße/Hauptstraße) auf eigene Rechnung einen Kreisverkehr mit 28 Metern (Außen-)Durchmesser. Außerdem werden Gehwege erneuert und verbreitert. Weil auch das Goldacher Feuerwehrhaus teilweise nicht oder nicht innerhalb der zehnminütigen Hilfsfrist anfahrbar wäre, will man am Kiefernweg eine Leichtbauhalle als Ersatz-Feuerwache einrichten.

4,6 Millionen Euro soll es insgesamt kosten

Etwa 4,6 Millionen Euro wird die Baumaßnahme insgesamt kosten, davon trägt die Gemeinde rund 1,45 Millionen Euro, aus der Staatskasse sollen rund 750 000 Euro als Fördermittel fließen. Aus den Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit hat man nun seine Lehren gezogen: Einen Verkehrsinfarkt in angrenzenden Wohngebieten, Staub- und Lärmbelästigungen, wie im ersten Bauabschnitt von Anwohnern und Gemeinde beklagt, wollen Landkreis und Kommune nun so gut es geht vermeiden. Hallbergmoos hat bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet, dass sie eng mit Behörden und Beteiligten (LRA, Polizei, MVV) abstimmt. Man werde, so heißt es unisono, „alles daransetzen, die Maßnahme koordiniert und nur mit den unumgänglichen Einschränkungen für Anwohner und Betriebe durchzuführen“. Deshalb habe man, so Bauer, „alles sehr sportlich und eng getaktet“ – und eine „Tageslichtbaustelle“ geplant. Soll heißen: Sechs Tage die Woche kann von 6 bis 22 Uhr gearbeitet werden. Kann, muss aber nicht: Denn die Einteilung der Arbeiten ist den Bauunternehmen überlassen. Wer allerdings nicht termingerecht fertig wird, hat mit einer „empfindlichen Vertragsstrafe“ zu rechnen.

Neben Detailfragen zu Ampelstandorten, Gehwegbreiten, Bordsteinhöhen oder Fahrradschutzstreifen beherrschte die Frage der Umleitungsstrecken die Ratsdiskussion: Zwar muss der Durchgangsverkehr, so Bauer, grundsätzlich über Kreis- und Bundesstraßen umgeleitet werden. Doch nicht auszuschließen sei, so Christian Krätschmers (CSU) Befürchtung, dass sich Autofahrer Abkürzungen durch die Wohngebiete suchen. Bauer versprach: „Wir werden Durchfahrtsverbote sehr viel deutlicher beschildern.“ Weil der Verkehr über die Nordumgehung und Ludwigsstraße zur B 301 umgeleitet werden solle, befürchtete Hermann Hartshauser (Einigkeit) noch mehr Stau an dem ohnehin stark frequentierten nördlichen Ortsausgang.

Infoveranstaltung für 12. November geplant

Schwierig wird sich wohl, so Robert Wäger (Grüne), die Situation „Am Bach“ gestalten, wenn der Umleitungsverkehr über eine kleine Brücke über die Goldach geführt wird. Wägers Vorschlag, hier vorübergehend eine Ampel zu installieren, fand Bürgermeister Harald Reents durchaus eine Überlegung wert: „Das hätte für den Durchgangsverkehr eine abschreckende Wirkung.“ Die Anregungen des Rats nahmen die Verantwortlichen mit.

Im Bauausschuss soll noch über die Versetzung und Situierung der Fußgängerampeln und – nach Rücksprache mit dem AK Radweg – die Einrichtung von Fahrradschutzstreifen beraten werden. Für Anwohner und Betriebe ist am 12. November (19 Uhr, Gemeindesaal) eine Infoveranstaltung anberaumt.

Fragezeichen hinter Kreisel-Finanzierung

„Der Landkreis zahlt Kranzberg einen Kreisverkehr. Wir sollen unseren Kreisel selbst finanzieren. Das erschließt sich mir nicht ganz“. Mit diesem Einwand hat sich Robert Wäger (Grüne) am Dienstag an Bürgermeister Harald Reents (CSU) gewandt. Hallbergmoos wird an der „Neuwirt-Kreuzung“ zur Entlastung einen Kreisel mit 28 Metern Durchmesser bauen. Warum die Kommune dafür eigene Mittel für ein Bauwerk an der Kreuzung zweier Kreisstraßen (FS 11/FS 12) aufbringen soll, die Frage hat sich Reents, wie er sagte, auch schon gestellt. Die Gehwegsanierung entlang der Hauptstraße eingerechnet, muss die Kommune 1,6 Millionen Euro investieren. Er kündigte an, dass er diese Frage auch im Landratsamt aufwerfen will, sollte der Kreistag Kranzberg die Mittel bewilligen. Eva Oestereich

Lesen Sie auch: In Hallbergmoos wohnt sich‘s teuer - Goldach übertrifft Hauptort sogar noch

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