Was wohl Justitia entschieden hätte?
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Zwei in etwa gleich lautende Vorwürfe, keine Zeugen: Das Gericht tat sich im Falle der beiden Birkenecker schwer.

Körperverletzung: Kontrahenten freigesprochen

Im Zweifel für die beiden Birkenecker Angeklagten

Den klassischen Fall eines Freispruchs im Zweifel hat das Amtsgericht Freising dieser Tage zu entscheiden gehabt. Zwei Jugendliche waren aneinander geraten.

Hallbergmoos - Das Verfahren vor dem Freisinger Jugendrichter genoss zumindest die Aufmerksamkeit des Jugendwerks Birkeneck. Gleich zwei Insassen wurde an diesem Vormittag direkt nacheinander der Prozess gemacht. Wohl der Fairness wegen entschied der zunächst angeklagte 18-Jährige, den zwei Jahre jüngeren Kontrahenten nicht so ohne Weiteres davon kommen zu lassen.

Beide mussten sich wegen Körperverletzung verantworten

Vor dem mutmaßlichen Tritt in den Unterleib, hatten sich beide Seiten geschubst und getreten. Somit verzichtete der 18-Jährige nicht darauf, den Kontrahenten derselben Vorwürfe wegen anzuzeigen. In der Folge mussten sich alle beide wegen Körperverletzung verantworten.

Zwei in etwa gleich lautende Vorwürfe, keine Zeugen: Die klassische Umschreibung zweier Verfahren, die auf ein Unentschieden herauslaufen mussten. Im Verlauf des Gerangels am Abend des 1. Februar war der 18-Jährige wohl gestürzt. Vom Jüngeren wahrscheinlich geschubst, soll der Angeklagte seinem Gegenüber im rückwärtigen Fallen zwischen die Beine getreten haben. Der 18-Jährige bestritt das.

Mutmaßlicher Fußtritt in die Weichteile

In dem unmittelbar anschließend gegen den Jüngeren durchgeführten Strafprozess wies der 16-Jährige Anschuldigungen zurück, den älteren Birkeneck-Bewohner seinerseits verletzt zu haben. Nach dem mutmaßlichen Fußtritt in die Weichteile verlagerte sich die Schubserei auf den Parkplatz. Der 18-Jährige soll sich nach einem Stoß des Jüngeren am Fuß verletzt haben. Weder der 16-Jährige noch der 18-Jährige sind bei Gericht bislang über Gebühr aktenkundig geworden. Ein eingestelltes Diebstahls-Verfahren beim einen. Körperverletzung und Diebstahl beim Anderen. Im Fall des 16-Jährigen wog jedoch schwerer, dass er den Älteren nach der Rangelei im Haus bis raus auf den Parkplatz nachrannte, um ihn dort zu stellen. Auch für ihn aber lässt das Gericht den hinlänglich beschriebenen Grundsatz der Jurisdiktion „in dubio pro reo“ gelten.

Andreas Sachse

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