Erfolgreicher Jungforscher: Jonathan Hähne aus Hallbergmoos hat bei „Jugend forscht“ im Bereich Mathematik/Informatik auf Bundesebene den ersten Platz belegt.
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Erfolgreicher Jungforscher: Jonathan Hähne aus Hallbergmoos hat bei „Jugend forscht“ im Bereich Mathematik/Informatik auf Bundesebene den ersten Platz belegt.

Jonathan Hähne ist Bundessieger

„Informatik ist mein Hobby“: Hallbergmooser (18) gewinnt bei „Jugend forscht“

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Ein Hallbergmooser siegt bei „Jugend forscht“: Der 18-jährige Jonathan Hähne wurde in der Kategorie Mathematik/Informatik zum Bundessieger gekürt.

Hallbergmoos – „Ich kann es immer noch kaum fassen.“ Im Telefonat mit dem Tagblatt ist Jonathan Hähne die Überraschung noch deutlich anzuhören. „Damit habe ich wirklich überhaupt nicht gerechnet.“ Der gebürtige Schleswig-Holsteiner, der für sein Studium vor knapp einem Jahr nach Hallbergmoos gezogen ist, wurde am Sonntag zum Bundessieger in der Sparte Mathematik/Informatik bei „Jugend forscht“ gekürt.

In der Schule hatte ich einige sehr inspirierende Lehrer mit guten Ideen.

Jonathan Hähne

Jonathan Hähne hat sich dafür mit dem Thema Computergrafik auseinandergesetzt. Die Jury überzeugte der Physikstudent im zweiten Semester mit dem Prototyp einer neuartigen, echtzeitfähigen sogenannten „Raytracing“-Software, mit dem sich besonders realistische Computeranimationen erstellen lassen. „Es geht um die Berechnung von realistischer Beleuchtung und um die Verfolgung von Lichtstrahlen“, erklärt der 18-Jährige. Das spiele beispielsweise bei Spezialeffekten in Filmen oder Spielen, aber auch in der wissenschaftlichen Bildverarbeitung eine große Rolle. Dafür brauche es jedoch riesige Rechnerfarmen und die Prozesse seien sehr zeitaufwendig. „Ich habe eine Struktur entwickelt, die das Ganze komprimieren und diese Prozesse beschleunigen kann.“

Die Forschungsarbeit von Jonathan Hähne hat primär nichts mit seinem Physikstudium an der TU München zu tun: „Informatik ist mein Hobby, das mache ich so nebenbei.“ Und zwar bereits seit einigen Jahren: „Es ist schon seit langer Zeit mein Steckenpferd“, erzählt er. „In der Schule hatte ich einige sehr inspirierende Lehrer mit guten Ideen.“

Die Siegerehrung war „eine riesige Überraschung“

Darauf konnte er aufbauen und jetzt einen großen Erfolg feiern – wenn auch pandemiebedingt in kleinem Rahmen. Nachdem die Bundesrunde des bekanntesten deutschen Nachwuchswettbewerbs in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Technik im vergangenen Jahr wegen Corona ausfallen musste, fand die 56. Auflage heuer vollständig digital statt. „Das ist natürlich kein Vergleich zu einem Wettbewerb in Präsenz, bei dem man noch viel mehr persönlichen Kontakt hat und spontaner sein kann“, berichtet Jonathan Hähne.

Dennoch sei die digitale Version sehr gut vorbereitet und organisiert gewesen. So hätten sich beispielsweise die Teilnehmer gegenseitig an ihren virtuellen Ständen besuchen können. „Das allein war schon ein Erlebnis. Es waren ja so viele tolle Projekte dabei“, berichtet der 18-Jährige, der die finale Phase des Wettbewerbs vor dem Laptop in seiner norddeutschen Heimat verfolgte. Als dann die Siegerehrung mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek über die Online-Bühne ging, konnte er das Ergebnis kaum fassen. „Das war eine riesige Überraschung.“

Mit dem Preisgeld wird ein neuer Computer gekauft

Für das Preisgeld von 2500 Euro hat Jonathan Hähne übrigens bereits eine Verwendung: Ein Teil wird für das Studium gespart. Den Rest will er in einen neuen Computer investieren. „Bisher habe ich auf einem ziemlich billigen Laptop gearbeitet. Für das, was ich noch vorhabe, reicht der nicht mehr aus.“ Denn der Bundessieg bei „Jugend forscht“ ist noch lange nicht das Ende von Jonathan Hähnes Forschungskarriere.

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