Gemeinde fährt Rekord-Gewerbesteuer ein

Hallbergmoos: 49 Millionen Euro auf der hohen Kante

Hallbergmoos - Rosig ist fast zu schwach, um die Finanzlage der Gemeinde Hallbergmoos zu beschreiben. Trotz 49,1 Millionen Euro an Rücklagen ist man verhalten optimistisch.

Keine Schulden, Rekord-Gewerbesteuereinnahmen und ein komfortables Finanzpolster: Beim Blick auf den Hallbergmooser Haushalt können andere Gemeinden neidisch werden. Dennoch gab sich der Rat in den Haushaltsberatungen zurückhaltend optimistisch. Der einstimmig verabschiedete Etat 2016 sei realistisch geplant, aber kein Grund, übermütig zu werden, hieß es unisono. „Wir leben zu großen Teilen von der Gewerbesteuer. Und momentan wissen wir einfach nicht wie sich die Weltwirtschaft entwickelt“, schickte Bürgermeister Harald Reents voraus. Deshalb habe man Sicherungsmechanismen eingebaut. An oberster Stelle steht dabei der Gewerbesteueransatz: Mit 33,7 Millionen Euro hat die Kommune im Jahr 2015 Rekordeinnahmen verbucht. Für das Jahr 2016 kalkuliert man vorsichtshalber mit „nur“ 19 Millionen Euro, in den Folgejahren mit 18 Millionen Euro. Risiken birgt die Struktur der Gewerbesteuerzahler: Denn die Kommune ist von sehr wenigen, großen Unternehmen (mit einer Steuerschuld von über 1 Mio.) abhängig, die 80 Prozent des Gesamtaufkommens ausmachen. Und da gibt es beträchtlichen Schwund: Das Unternehmen Citrix ist nach München abgewandert. Cisco wird seinen Sitz voraussichtlich im Laufe des Jahres nach Garching verlagern. Und letztlich fällt auch die Kreisumlage 2016 mit 15,5 Millionen Euro nicht unerheblich ins Gewicht.

Nichtsdestotrotz kann die Kommune sich 2016 Einiges leisten: Mit einem Investitionsprogramm von 25 Millionen Euro investiert man vor allem in Grunderwerb (13 Millionen) und Hochbau (10,5 Mio.). Größte Posten auf der To-Do-Liste sind der Bauhofneubau (1,4 Mio.), die Erweiterung der Kläranlage (3,6 Mio. in 2016, insgesamt 6,5 Mio.), der Grunderwerb für die Verkehrsanbindung „Hallbergmoos-Mitte“ (1,5 Mio.) und die Bauerwartungsgebiete am Weidenweg-Ost (2,3 Mio.), Theresienstraße/Jägerfeld (3,2 Mio.) und Birkeneckerstraße (knapp 1 Mio.). Werden die Wirtschaftsdaten allerdings schlechter, will man gerüstet sein. Deshalb hat sich der Rat nach Beratungen im Vorfeld entschlossen, einen Mindestfinanzmittelbestand von 15 Millionen Euro festzuschreiben. Das scheint ein Leichtes: Mit 49,1 Millionen Euro hat die Kommune 13 Mio. Euro mehr auf der hohen Kante als 2015. Bis zum Jahresende sinkt der Betrag auf 28,8 Millionen Euro. Eine Kreditermächtigung aus dem Vorjahr (3,3 Mio.) will man aber lieber „mitnehmen“. Bei alledem ist, so Reents, der Haushalt genehmigungsfrei.

Eva Oestereich

Rubriklistenbild: © dpa

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