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Stark frequentiert ist der Linienbus 698. Ihn innerhalb des Orts zum Nulltarif anzubieten, ist vorerst an zahlreichen Bedenken des MVV gescheitert.

Gemeinde gibt nicht auf

MVV bremst kostenlosen Linienbus 698 für Hallbergmoos aus

Mit einem kostenlosen Ortsbus will Hallbergmoos den Autoverkehr reduzieren. Doch die Idee, den Linienbus 698 zum Nulltarif anzubieten, wurde auf den ersten Metern ausgebremst.

Hallbergmoos Gegen eine solche sogenannte Insellösung gibt es aus Sicht des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) eine ganze Latte von Gründen. Im Oktober 2018 hatte sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, die Einführung eines kostenlosen Ortsbusses zu überprüfen. 

Ein erstes Ergebnis sorgt nun für Ernüchterung: Der MVV rät dringend von einem Ausscheren aus dem Tarifsystem ab. Zwar könne die Kommune, wie es heißt, den noch sieben Jahre geltenden Vertrag kündigen, doch dann müsste sie alle im Verbundsystem anfallenden Kosten tragen. Und laut MVV sei das ein „nicht unerheblicher Betrag“.

Kostenloser Linienbus: MVV rät ab

Beim MVV ist man überzeugt, dass mit dem Ausscheren von Hallbergmoos das einheitliche System („1 Netz, 1 Fahrplan, 1 Tarif“) und die Tarifgerechtigkeit konterkariert werden. Andere Kommunen sähen sich womöglich unter Zugzwang. Der MVV weist darüber hinaus darauf hin, dass der Ticketvertrieb in den Regionalbussen – für nicht-freifahrende Kunden – aufrechterhalten werden müsste. Ausgleichsregelungen, notwendige Umstellung und Abrechnungen wären kostenintensiv. Abgesehen davon würden laut MVV beispielsweise Fahrten von Hallbergmoos nach München durch die kostenfreie Ortsbuslinie nicht billiger.

Aus dem Hallbergmooser Rathaus heißt es nun, man wolle mit MVV und Landkreis Freising im Gespräch bleiben, um doch noch eine einvernehmliche Lösung für den kostenlosen Ortsbus zu erzielen. Der Landkreis ist mit dem Freistaat, der Stadt München und den sieben angrenzenden Landkreisen als Gesellschafter Teil des Trägerverbunds. Einen kostenlosen Shuttlebus zwischen Gewerbegebiet (Munich Airport Business Park) und dem S-Bahnhof hat die Gemeinde bereits auf eigene Kosten eingerichtet.

Eva Oestereich

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