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Mindestens 4,75 Millionen Euro wird der Erweiterungsbau im Westen auf Teilen des Schulgartens kosten.

Suche nach Standort für zweite Schule dauert

Hallbergmooser Räte legen sich auf Schulanbau-Variante fest

Die Grundschule Hallbergmoos braucht mehr Raum, das steht seit langem fest. Doch die Suche nach einem Standort für ein zweites Schulhaus zieht sich. Deshalb behilft will man sich nun erst einmal mit einem Anbau an das vorhandene Schulhaus am Hallberg-Platz.

Hallbergmoos – Die nun vorgelegte Machbarkeitsstudie für einen Anbau von Architekt Stefan Rentz stieß im Rat einhellig auf Zustimmung. Schnell war klar: Die mindestens 4,75 Millionen Euro Investitionskosten macht man dafür gerne locker.

19 Klassen werden ab Herbst im Hallbergmooser Schulhaus unterrichtet. Mehr geht definitiv nicht, alle Räume sind dann belegt. Vor einem Jahr schon hat der Gemeinderat grünes Licht für einen Erweiterungsbau gegeben, der im Westen auf Teilen des Schulgartens angekoppelt wird. Obwohl „nur“ eine Machbarkeitsstudie, ist der nun von Rentz vorgelegte Vorentwurf schon „relativ exakt“: 35 Meter lang soll der zweigeschossige Anbau werden, das entspricht der Größenordnung eines „Fingers“ der Mittelschule. Baut man den Keller entsprechend und für etwa 400 000 Euro zusätzlich aus, so der von allen Fraktionen begrüßte Vorschlag des Planers, kann man auch dort zwei weitere Klassenzimmer unterbringen. Im Ergebnis entstehen damit etwa 1100 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche auf drei Etagen für je sechs neue Klassenzimmer, Gruppenräume, Garderoben und 180 Kinder.

Schulleitung steht hinter der Planung

„Ich bin klar für die größte Variante. Wir müssen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten schauen, wie wir den Raumbedarf decken“, unterstrich Bürgermeister Harald Reents zu Beginn der Debatte. Damit verschaffe man sich auch Luft für den Bau der zweiten Grundschule und habe Ausweichflächen für die Grundschulsanierung. Ein separater Eingang lässt außerdem eine Nutzung durch „Externe“, Vereine oder Vhs beispielsweise, zu. Auch Schulreferentin Silvia Edfelder (CSU) sprach sich für die größtmögliche Variante aus, verwies darauf, dass die Planung mit der Schulleitung abgestimmt sei.

Einzig die Frage, ob der Anbau in Massiv- oder Modulbauweise errichtet wird, wurde noch diskutiert: Preislich liegen beide Varianten, so Rentz, in etwa gleichauf. Rentz ist eher ein Freund der Massivbaubauweise, weil die leichter spätere Ergänzungen zuließen. In Modulbauweise kann man allerdings deutlich schneller bauen: Neun Monate dauert’s in etwa, beim Massivbau müsste man 18 Monate Bauzeit veranschlagen. Mit Blick auf den laufenden Schulbetrieb, der durch die Bauarbeiten beeinträchtigt wird, tendierte die Mehrheit letztlich (12:7) für die Modulbauweise. Auch was die Kostensicherheit anbelangt, sieht man hier Vorteile. Deutlich wurde allerdings jetzt schon, dass es nicht bei den 4,75 Mio. bleiben wird: Eine „Projektreserve“ von zehn Prozent und Extrakosten für eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach (ca. 250 000 Euro) wird man letzten Endes wohl bei etwa 5,5 Millionen Euro Gesamtinvestitionskosten landen. Weil die Zeit drängt, soll Bürgermeister nun rasch die Honorarverträge mit den Planern unterschreiben. Dann könnte, so der Zeitplan, spätestens im Herbst 2021 der Anbau bezugsfertig sein.

In heißer Bauphase wird Zufahrt über den Hallberg-Platz gesperrt

Nichtsdestotrotz sah sich Stefan Kronner (SPD) zu „Kritik an uns selbst“ veranlasst: „Den Anbau hätten wir schon vor fünf Jahren machen können.“ Ohnehin sei dies nur die zweitbeste Lösung – ein Schulhausneubau zu einem früheren Zeitpunkt wäre aus seiner Sicht die bessere Option gewesen. Ein paar „Hausaufgaben“ muss man im Rathaus jetzt noch machen: In der heißen Bauphase wird man die Zufahrt über den Hallberg-Platz sperren. Die Frage, ob man eine Baustellen- und Behelfszufahrt über den Weidenweg einrichten kann, steht im Raum. Technisch ist das machbar, letztlich aber eine „Verhandlungsfrage“ mit den Grundstückeigentümern, so Reents. Eva Oestereich

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