Ein Richterhammer liegt auf einem Tisch.
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Eine schlimme Eskalation unter Jugendlichen endete vor Gericht.

Täter vor Gericht

Tatwaffe Strohhalm: Trio reißt 16-Jährigem Hose runter und belästigt ihn sexuell 

  • vonAndreas Sachse
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Es war eine Gewalttat unter „Freunden“: Nach einem Bar-Besuch kommt es in einer Gruppe Jugendlicher zu einer schlimmen Eskalation.

  • Im März 2019 kam es zu einer Gewalttat unter „Freunden“.
  • Die Situation eskalierte nach einem Bar-Besuch.
  • Der Fall landete nun vor Gericht.

Hallbergmoos – Was genau geschehen ist in jener Märznacht 2019, steht im Detail nicht fest. Den Jüngsten (16) aus ihrer Mitte soll sich eine Clique vorgenommen haben. Die beiden Haupttäter wurden wegen „sexuellen Übergriffs“ verurteilt. Das Opfer war ihr Freund. Dass die Geschichte derart aus dem Ruder laufen konnte, mag dem Alkohol geschuldet sein oder auch den fragwürdigen Umgangsformen der damals eng miteinander befreundeten jungen Hallbergmooser im Alter von 16 bis 18 Jahren. Dokumentiert ist ein Vorfall von Februar 2019, als ein Mitglied der Clique dem 16-Jährigen ins Gesicht schlug, weil der auf einer Party ein Bier verschüttet hatte.

Vorfall in Clique um Halbergmooser: Das Opfer schwieg monatelang

Der 16-Jährige war nicht nur Jüngster im Bunde. Schmächtig gebaut und mit nicht übermäßig viel Selbstwertgefühl beschenkt, sagt er von sich selbst, froh gewesen zu sein, endlich Freunde gefunden zu haben. Und vermutlich ist nur so zu erklären, dass die Tat, die nun am Amtsgericht Freising verhandelt wurde, erst Monate später angeklagt worden war. An dem Tag, als die Mutter davon erfuhr.

Vorfall unter Freunden landet vor Gericht: Nach dem Bar-Besuch eskaliert es

In der Nacht zum 23. März 2019 schlenderten die Freunde, fünf Burschen und ein Mädchen, nach einem Bar-Besuch durch Hallbergmoos. Zum Cocktail hatte der Wirt zuvor einen Strohhalm gereicht, dessen Ende ein modellierter Penis schmückte. Den Plastik-Penis hatte einer der Jungs zunächst einem der späteren Haupttäter (16) ins Hinterteil schieben wollen. Der aber lenkte die Aufmerksamkeit auf das Opfer – und wurde selbst zu einem der Haupttäter.

Der 16-Jährige und zwei 17-Jährige fixierten das Opfer und rissen ihm die Hose runter. Einer soll den Strohhalm eingeführt haben. Der jüngere der beiden 17-Jährigen gesellte sich vor dem Schlussakt zu den beiden abseits stehenden 18-Jährigen. Das Verfahren gegen die der unterlassenen Hilfeleistung angeklagte 18-Jährige und ihren Begleiter wurde daraufhin gegen Sozialstunden eingestellt.

Wer den Strohhalm tatsächlich einführte, ist unklar. Am Ende blieb sogar offen, ob der Plastik-Penis bloß zwischen den Pobacken steckte, wie von den Angeklagten betont. Zu ihrem Glück gab das Opfer an, sich diesbezüglich nicht sicher zu sein.

16-Jähriger bedrängt: Das Opfer rief bis zur Erschöpfung um Hilfe

Mit um so größerer Überzeugungskraft schilderte der Bedrängte den Übergriff als demütigendes Erlebnis. Er berichtete, wie er sich gegen den 16-Jährigen erst noch habe wehren können, wie er dann um Hilfe rief. „Irgendwann konnte ich nicht mehr.“ Die Angeklagten indes beschreiben den Vorfall als Cliquen-internen „Scherz“. Der 16-Jährige habe gelacht, sich den Strohhalm selbst noch mal eingeführt, dabei ihren Namen gestöhnt, erzählte die 18-Jährige. Vorher soll er ihr den Plaste-Penis immerfort ins Dekolleté geschoben haben. „Uns hat er am Hintern belästigt“, sagte der 16-jährige Angeklagte. Sie alle hätten das aber „gar nicht so ernst genommen“, meinte der 17-Jährige, der sich vor dem Gewaltakt abgewandt hatte.

Vorfall unter „Freunden“: Die beiden Haupttäter müssen in Arrest

Das Gericht verurteilte den 17-Jährigen wegen Körperverletzung und „Gewaltdarstellung“ zu zwei Wochenendarresten. Bis auf die Frau hatten sich die Angeklagten gegenseitig auch mit Videos von Selbstmorden, Hinrichtungen und zu Tode gefahrenen Kindern versorgt. Die Haupttäter sind wegen „sexuellen Übergriffs“ dran. Sechs Monate Bewährung, dazu zwei Wochen Warnschussarrest gegen den 16-Jährigen. Zwei Wochen Arrest für den älteren der beiden 17-Jährigen. Auch er versandte Gewaltvideos.

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