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Hielt eine Geschichtsstunde: Archivarin Marina Paringer erläuterte den Räten, was es mit Seyfried Schweppermann und Hallbergmoos auf sich hat.

 Geschichtsstunde im Gemeinderat

Hallbergmoos widmet Seyfried Schweppermann eine Straße

Er kämpfte in der Schlacht bei Gammelsdorf. Jetzt wird eine Straße in Hallbergmoos nach ihm benannt - die Schweppermannstraße. Im Gemeinderat Hallbergmoos wurde aber auch über eine mögliche „Geschwister-Scholl-Straße“ gesprochen.

Hallbergmoos – Seyfried Schweppermann: Dieser Name ist womöglich nicht jedem geläufig. In Zukunft könnte er aber in aller Munde sein. Zumindest bei denjenigen, die mit dem Auto oder dem Finger auf dem Hallbergmooser Ortsplan entlangfahren. Die Schweppermannstraße wird nämlich nun zum verlängerten Arm der Theresienstraße und führt zur Nordumgehung.

Für gewöhnlich ist die „Taufe“ einer Straße im Gemeinderat eher relativ unspektakulär. Man stimmt ab und fertig. Nun aber, da Hallbergmoos neuerdings eine Archivarin hat, wurde der Tagesordnungspunkt zur Geschichtsstunde: In den Sitzungsunterlagen hat Martina Paringer ausführlich Herkunft und Hintergründe des Namensgebers beleuchtet.

Die Flurnummer 190: Sie gilt übrigens auch für die südlich der Kreuzung liegende Theresienstraße.

Auch wenn Seyfried Schweppermann (1257 bis 1337) auf den ersten Blick nichts mit der Gemeinde Hallbergmoos zu tun habe, verbinde sich mit ihm doch eine lange Tradition. Der Nürnberger Feldhauptmann, so erläutert Paringer, kämpfte gemeinsam mit dem Römischen Kaiser und bayerischen Herzog Ludwig dem Bayern unter anderem in der Schlacht bei Gammelsdorf 1313. Später ist dem Kaiser der Spruch „Dem Mann ein Ei, dem frommen Schweppermann aber zwei“ als Wertschätzung Schweppermanns in den Mund gelegt worden. Tatsächlich hat ihn Ludwig der Bayer mit bayerischen Lehen für seine Dienste belohnt. Der Hauptmann genoss noch im 19. Jahrhundert einen legendären Ruf als tapferer Kämpfer, und sein Name war in der Bevölkerung präsenter als heute.

Erste Nennung des Namens bei der Koloniegründung

Der Name Seyfried Schweppermann wurde vom Hallbergmooser Ortsgründer Freiherr von Hallberg bei seinem Plan aufgenommen, die um 1830 neu erbauten Häuser in der Kolonie nach verschiedenen historischen Gestalten zu benennen. Neben Ludwig dem Bayern finden sich beispielsweise auch der Heerführer Tilly, Nelson, der Schwedenkönig Gustav Wasa oder auch Otto von Wittelsbach. Die beabsichtigten Hausbenennungen wurden dann zwar nicht vorgenommen. Es gelte aber als wahrscheinlich, dass hierin die Grundlage für die Bezeichnung liege, so Paringer.

„Der Name Schweppermann hat sich offenbar im Sprachgebrauch der Hallbergmooser Einwohner für den Feldweg nördlich der Theresienstraße erhalten“, führte die Archivarin aus. Belege für diese These hat sie im Archiv gefunden: In einer Planaufnahme aus dem Jahr 1861, im Kataster von 1889 und einem Plan aus dem Jahr 1893/1894. Sie alle bestätigen die Benennung der Flurnummer 190, die im Übrigen auch für die südlich der Kreuzung liegende Theresienstraße gilt. Damals schien die Amalienstraße bereits an der Kreuzung begonnen zu haben, heute heißt sie dort Birkenecker Straße.

Die gleiche Flurnummer 190 könnte dazu geführt haben, dass die Bezeichnung Schweppermannsstraße eher in Vergessenheit geriet und die Theresienstraße in den Vordergrund trat. So wird der Straßenbereich nördlich der Ludwigsstraße im Flurkartenatlas Mitte des 20. Jahrhunderts mit „Theresien- und Schweppermannstraße“ bezeichnet. Im Rat bestand Einverständnis damit, dass der Straßenabschnitt zwischen der Kreuzung Theresienstraße (FS 11)/Ludwigstraße bis zum Kreisverkehr an der Nordumgehung nun „Schweppermannstraße“ heißt. Im weiteren Verlauf bis zur Gemeindegrenze gilt die Bezeichnung „Schwaiger Straße“.

Geschwister Scholl: Schule oder Straße für Widerstandskämpfer

Damian Edfelder (CSU) erinnerte daran, dass ein Antrag der Jungen Union seit 2018 in der Schublade liege: Man würde gerne Sophie und Hans Scholl, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, eine Straße widmen. Im kommenden Jahr, anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl, würde sich das anbieten.

Den Vorschlag werde die Kommune, so das Versprechen von Helmut Ecker (2. Bürgermeister), bei nächster Gelegenheit aufgreifen. Am liebsten, so Stefan Kronner (SPD), bei einer „bedeutenden Straße“. Damian Edfelder könnte sich auch gut vorstellen, die noch namenlose Mittelschule nach den Geschwistern Scholl zu benennen.

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