Aufnahme der beiden neuen Glocken in der Emmauskirche
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Läuten in „C“ und in „A“ – und das immer um 12 und 18 Uhr: die beiden neuen Glocken der Emmauskirche.

Startschuss ein halbes Jahr später als geplant

78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn: Neue Hallbergmooser Emmausglocken eingeweiht

Die Emmauskirche ist seit acht Jahren das Herz der evangelischen Kirchengemeinde Hallbergmoos. Doch eines fehlte bislang: die Kirchenglocken. Jetzt läuten sie endlich.

Hallbergmoos – „Kirchenglocken – braucht es die heutzutage noch? Ist unsere Welt nicht laut genug?“ Auf diese Frage gab Dekan Christian Weigl eine klare Antwort: Ja. „Weil Glocken nicht Folklore, sondern ein akustischer Fingerzeig nach oben sind. In unserer Welt erinnern sie uns an Gott und seine Botschaft: Ich stehe für die Haltung, die das Leben befördert und Hoffnung gibt.“ Pfarrer Steffen Schubert, der per Fernbedienung für den Startschuss der Glocken verantwortlich war, machte derweil klar: „Wir wollen nicht einfach auf den Knopf drücken, sondern bewusst auf das allererste Mal hören und hoffen, dass der Klang die Herzen erreicht.“

Pfarrverbands-Leiterin Karin Jordak skizzierte in bewegten Worten die Meilensteine auf dem Weg zu den Glocken: Weil man erst einmal den Bau der Kirche finanzieren musste, hatte man zunächst auf liturgische Gegenstände wie Altar, Taufbecken und Glocken verzichtet. Damals hätte niemand daran gedacht, dass die 2012 eingeweihte Kirche schon nach vier Jahren schuldenfrei dastehen würde. Seit 2016 hat der Förderverein die Glocken-Finanzierung durch Fundraising-Projekte vorangetrieben. In der Passauer Gießerei Perner wurden die Glocken aus 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn gegossen, im Dezember 2019 geliefert und im Frühjahr eingebaut.

Große Gebetsglocke, kleine Emmaus-Glocke

Die große Gebetsglocke, 550 Kilo schwer, trägt die Aufschrift „Verlasst euch stets auf den Herrn, denn der Herr ist ein ewiger Fels“ (Jesaia), die kleinere „Emmaus-Glocke“ (350 kg) die Inschrift „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!“ (Lk 24,34), ein Motiv aus der Emmausgeschichte. Die Glocken werden immer um 12 und 18 Uhr läuten – in „C“ und „A“, wie der Kirchensachverständige Matthias Roth berichtete. Sie sind – ein interessantes Detail – auf den Klang der katholischen Glocken im Ort abgestimmt. „So können sich die guten ökumenischen Schwingungen fortsetzen“, freute sich der katholische Pfarrer Thomas Gruber.

Auch im 21. Jahrhundert braucht es Glocken, so die Überzeugung von Bürgermeister Harald Reents, Um, wie er sagte, die Gemeinschaft zusammenzurufen –physisch wie geistig. Dies sei gerade in dieser Zeit, wo physische Distanz oft zu menschlicher führen kann, wichtiger denn je. Angesichts des Enthusiasmus und Engagements der evangelischen Gemeinde habe die politische Gemeinde Kirchbau und Glockenanschaffung gerne finanziell unterstützt.

Aktion „Spendensteine“ soll die letzte Finanzlücke schließen

Etwa 6000 Euro fehlen dem Förderverein noch, deshalb hat man nun die Aktion „Spendensteine“ und den Verkauf eines historischen Kalenders neu aufgelegt. Das Fest zur Glockenweihe soll am 27. Juni 2021 nachgeholt werden.

Eva Oestereich

Zahlreiche Gläubige nahmen an dem Festgottesdienst vor der Emmauskirche teil.
Gab den Startschuss per Fernbedienung: Pfarrer Steffen Schubert.

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