+
Ein starkes Team: Chris (l.) und Alex Pietrulla wollen ins Filmgeschäft einsteigen

„Das Leben durch den Sucher“

Internationaler Videowettbewerb in Abu Dhabi: Diese Hallbergmooser Brüder waren dabei

In Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) ist im Dezember der „Falcon Lens Award“ über die Bühne gegangen – ein internationaler Videowettbewerb. Mit dabei: zwei Brüder aus Hallbergmoos. 

Hallbergmoos – Ein Blick durch den Kamerasucher und sie wissen sofort, wie sie die Umgebung perfekt in Szene setzen: Für die Brüder Alexander und Christian Pietrulla, kurz Alex und Chris genannt, aus Hallbergmoos ist das Reisefilmmachen längst zur großen Leidenschaft geworden.

Damit haben sie es bis ins Finale eines internationalen Videowettbewerbs geschafft. Der „Falcon Lens Award“ wurde 2018 von der Internetcommunity „Filmemacher Deutschland“ ins Leben gerufen. „Ich habe davon auf Facebook gelesen“, sagt Alex, der ältere der Brüder. Sie haben ein Video eingereicht, das Chris bei seinem letzten Urlaub in Sri Lanka gedreht hat. „Damit sind wir in die Top 40 gekommen“, erzählt der 23-jährige Alex. „Eigentlich haben wir nicht gedacht, dass wir weiterkommen, weil bei den Videos der Konkurrenz sehr gute dabei waren.“ Doch letztendlich setzten sich die Hallbergmooser durch – und wurden zur Endrunde nach Abu Dhabi eingeladen.

„Wir hatten teilweise nur drei bis vier Stunden Schlaf“

Bereits im Flugzeug haben sie zu Drehen begonnen. „Die anderen haben schon damit angefangen. Da haben wir uns gedacht, dass müssen wir auch machen“, sagt Alex. Das hat einen speziellen Grund. Die Airline Ethiad, mit der die Teilnehmer geflogen sind, war der größte Sponsor des Wettbewerbs. In den Videos sollte nicht nur Abu Dhabi, sondern auch die Fluggesellschaft perfekt in Szene gesetzt werden.

Lesen Sie auch: Kurze Filme, die lange nachwirken: 2. Freisinger Kurzfilmfestival war voller Erfolg

In der Wüstenstadt angekommen, sind die Brüder am nächsten Tag auf Motivsuche gegangen. Die Aufgabe: ein 100-Sekunden-Clip – in 100 Stunden. „Wir hatten teilweise nur drei bis vier Stunden Schlaf“, sagt der 21-jährige Chris. Der Gedanke, wo man die nächste tolle Aufnahme machen kann, habe immer im Vordergrund gestanden. „Es ist das Leben durch den Sucher“, sagt Chris und lacht. „Für jeden Tag hatten wir einen Plan, wie alles ablaufen sollte“, erklärt Alex. Dabei seien vor allem der Sonnenstand und die Uhrzeit wichtig gewesen. Die Brüder filmten unter anderem die Wüste am Rande der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, den nachgebauten Louvre und die Scheich-Zayid-Moschee.

Tausend und eine Nacht: Die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi war eines der Lieblingsmotive der Pietrulla-Brüder. Ihr 100-Sekunden-Clip für den „Falcon Lens Award“ ist unter anderem dort entstanden.

Das wichtigste Utensil der Pietrullas: zwei professionelle Kameras, die handlich, hochauflösend und mobil sind. „Am Ende jeden Drehtags haben wir das Material hochgeladen, aussortiert und ein bisschen geschnitten“, erklärt Chris. Aufbereitet worden ist das Ergebnis mit einer Sprecherstimme am Anfang des Clips und mit Musik.

„Ohne Chris hätte ich den Falcon Lens Award niemals geschafft“

Nach den 100 Stunden, sprich etwa vier Tagen, bewertete eine Jury die Filme der 20 Teilnehmer aus zwölf Ländern. Platz eins machte der Kanadier Tyler Cave, der sein Geld mit Reisevideos verdient. Alex und Chris Pietrulla schafften es zwar nicht auf das Siegertreppchen, bekamen allerdings von dem Gewinner aus Kanada das größte Lob. „Wir haben den gleichen Style, wir sollten unbedingt mal etwas gemeinsam machen“, zitiert Chris den Kollegen.

Dass das Filmemachen für die Brüder nicht nur ein Hobby ist, ist bei dem Wettbewerb noch deutlicher geworden. „Viele haben gesagt: ,Ihr wärt blöd, wenn ihr euch nicht selbstständig machen würdet‘“, sagt Alex. Deshalb hat er beschlossen, nach seinem Film- und Fernsehstudium mit Chris, der Technologie und Managementorientierte BWL studiert, eine eigene Film-Firma zu gründen. Wie wichtig die gemeinsame Arbeit für die beiden ist, betont der 23-Jährige: „Wir machen immer alle Videos zusammen. Ohne Chris hätte ich den Falcon Lens Award niemals geschafft.“

Gut zu wissen

Das Video der Pietrullas mit dem Titel „The Awakening of Curiosity“ ist im Internet unter www.falconlens-award.com zu sehen. Per E-Mail an officialpietrulla@outlook.de können Interessierte auch mit den Hallbergmooser Brüdern in Kontakt kommen. Leyla Yildiz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Situation spitzt sich von Jahr zu Jahr zu“: ARGE will mehr sozialen Wohnraum in Freising
Die Wohnungsnot im Kreis Freising treibt die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Wohlfahrtsverbände um. „Wir werden nicht müde, Kommunen anzusprechen und den Finger in die Wunde …
„Situation spitzt sich von Jahr zu Jahr zu“: ARGE will mehr sozialen Wohnraum in Freising
Schneller und sicherer Radfahren in Freising: Diese Projekte sind geplant
Radfahren in Freising soll noch besser, sicherer und schneller werden. Zwei Projekte dafür hat Rüdiger Jürgens vom Stadtplanungsamt kürzlich im Planungsausschuss …
Schneller und sicherer Radfahren in Freising: Diese Projekte sind geplant
„Das Verhalten der Frauen ist schandvoll“
Die Tagebücher des Kardinals: Wie Michael von Faulhaber das Kriegsende 1945 erlebte. 
„Das Verhalten der Frauen ist schandvoll“
Begegnungen der künstlerischen Art: Neue Ausstellung im Alten Gefängnis 
Begegnungen: ein Begriff, der Freiraum für Interpretationen lässt. Dementsprechend vielfältig ist die diesjährige Fotoausstellung des Vereins Freisinger Mohr unter …
Begegnungen der künstlerischen Art: Neue Ausstellung im Alten Gefängnis 

Kommentare