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Hatte viele Zahlen mitgebracht: Bürgermeister Harald Reents. 

Einbußen durch Corona

Jetzt muss auch Hallbergmoos sparen: Runter von der „Wolke der Glückseligkeit“

Die Corona-Krise hat schon jetzt eine ordentliche Delle in die Gemeindekasse geschlagen. Das wird die Kommune in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen stellen. Denn Hallbergmoos wächst unvermindert weiter.

Hallbergmoos Die Corona-Krise hat das wohlhabende Hallbergmoos von der „Wolke der Glückseligkeit“, von der Bürgermeister Harald Reents bei der Bürgerversammlung im Vorjahr noch sprach, heruntergeholt: Die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen fallen von 25 auf zwölf Millionen. Die Rücklagen schmelzen laut aktueller Prognose zum Jahresende von 71 auf 40 Millionen. „Wir befürchten, dass wir in den nächsten Jahren auf dem niedrigen Niveau verharren werden“, sagte der Gemeindechef nun in der Bürgerversammlung.

Die war aus Infektionsschutzgründen zweigeteilt, nicht einmal ein Dutzend Besucher kamen nachmittags und abends in den Gemeindesaal. Mehr werden es sich vermutlich im Livestream angeschaut haben.

Einwohnerwachstum in Hallbergmoos ungebremst

Große Kopfschmerzen bereitet der Kommune die Kreisumlage, die sich aus den Ergebnissen von vor zwei Jahren errechnet – da sprudelte noch ordentlich Geld in die Kasse. Das Einwohnerwachstum ist nahezu ungebremst: Jährlich kommen 200 dazu. Die kurzfristige „Corona-Delle“ ist mittlerweile schon wieder aufgefüllt. Aktuell leben 11 792 Menschen in der Gemeinde, davon sind 71 Prozent (+ 1 %) im erwerbsfähigen Alter. Das Durchschnittsalter sank von 38,33 auf 37,6. Nach wie vor gibt’s einen Geburtenüberschuss.

Menschen aus 90 Nationen leben friedlich zusammen

Stolz ist Reents auf das friedliche Zusammenleben der Menschen aus 90 Nationen. Mit 81 Prozent (+ 1 %) stellen deutsche Staatsangehörige die große Mehrheit, Rumänen, Türken, Kroaten, Ungarn, Österreicher und Italiener die stärksten Gruppen ausländischer Bürger. Die Zahl der Gewerbebetriebe ist auf 1417 (2019: 1398) gestiegen.

Für Grunderwerb und Bauen gibt Hallbergmoos aktuell das meiste Geld aus. 12,55 Mio. Euro sind für den Grunderwerb der zweiten Grundschule reserviert. Die Millionen-schweren Wohnbauprojekte am Tassiloweg (25,4 Mio.) und an der Predazzoallee (7,9 Mio.) sind gestoppt. Weiter geplant wird der Rathausausbau (3,25 Mio) und die Grundschulerweiterung (4,55 Mio.) mit einem forcierten Fertigstellungstermin im Sommer 2022. Auf der Agenda hat man weiterhin, so Bürgermeister Harald Reents, die beiden neuen Feuerwehrhäuser: „Natürlich müssen und dürfen wir über die Größe und Ausstattung diskutieren“, ließ der Gemeindechef verlauten. Die Hallbergmooser Wache soll an der Predazzoallee entstehen. In Goldach ist man noch auf Standortsuche. 

Eva Oestereich

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