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Platzmangel im Kinderhort Ecksteinhaus: Bereits 2018/19 fehlen in Hallbergmoos knapp 60 Hortplätze.

Hallbergmoos braucht mehr Betreuungsplätze

Jetzt wird über Container und Ganztagesangebot diskutiert

Kindergarten- und Hortplätze sind in Hallbergmoos gefragter denn je: So lautet das Ergebnis einer Bedarfsermittlung für das kommende Schuljahr. Während man bei Krippen relativ gut aufgestellt ist, fehlen in Kindergärten und Horten ab Herbst mindestens 75 Betreuungsplätze. Die Gemeinde ist nun um eine rasche Lösung bemüht: Man prüft die Errichtung einer Containeranlage und die Optionen für die Einrichtung eines Ganztagesangebotes an der Grundschule.

Hallbergmoos – Aktuell werden in den örtlichen Kindertagesstätten (Krippen, Kindergärten und Hort) 916 Betreuungsplätze angeboten. Doch Hallbergmoos ist die am stärksten wachsende Gemeinde im Landkreis. Und der Blick ins Melderegister zeigt, dass vor allem die Zahl der Kinder massiv steigen wird – und mehr und mehr Betreuungsplätze gebraucht werden. In den Kindergärten, so die stellvertretende Abteilungsleiterin im Rathaus, Sigrid Schwirtz, gingen selbst bei einer (hypothetischen) Belegung aller Notplätze im Betreuungsjahr 2018/2019 drei Kinder leer aus. Weil aber die Notplätze freigehalten werden müssen, pädagogisches Fachpersonal fehlt und mit einem erheblichen Zuzug in den Neubaugebieten zu rechnen ist, ergibt sich de facto ein Bedarf an zusätzlichen 25 Plätzen in den Kindergärten.

Bis 2020, so die Rechnung der Verwaltung, entstehen in der Kommune etwa 340 Wohneinheiten. Hallbergmoos ist besonders bei Familien sehr beliebt, nicht zuletzt wegen seines guten Kinderbetreuungsangebots. Und trotz aller Bemühungen hinkt das Angebot bereits wieder der Nachfrage hinterher. Vor allem der Bedarf an Hortplätzen steigt zusehends. Im Schuljahr 2018/2019 werden, davon muss man aktuell ausgehen, 58 Betreuungsplätze fehlen, im darauffolgenden Schuljahr sogar 68. Dies hat die Auswertung der Abfrage unter Eltern der Erst- bis Drittklässler sowie Schulanfänger ergeben. Der Rücklaufquote lag bei guten 51 Prozent, so Bürgermeister Harald Reents. Besonders häufig nachgefragt sind Hortplätze.

Geringes Interesse besteht an einer Schülerbetreuung ohne Mittagessen und pädagogischem Konzept. Diese Option verfolgt die Kommune deshalb nicht weiter.

Die neun Monate bis zum Schuljahresbeginn will man nun nutzen, um auf die hohe Nachfrage zu reagieren. Schwirtz schlug vor, eine Containeranlage für 25 Kindergarten- und 50 Hortkinder einzurichten. Weil man in der Vergangenheit diese Möglichkeit für Schule und Hort schon einmal ausgeschöpft hat, sei das Fundament im Utzschneiderweg bereits vorhanden.

Sabina Brosch (Grüne) regte an, auch einen Blick in die Nachbargemeinde Neufahrn zu werfen, wo man bei der Erweiterung des Gymnasiums auf eine Ständerbauweise zurückgegriffen habe. „Da wäre das Gebäude nach einem halben Jahr fertig“, so Broschs Prognose. „Wir müssen das Rad ja nicht neu erfinden.“ Der Gemeindechef äußerte sich allerdings skeptisch, „ob es angesichts der Marktlage wirklich so schnell geht“. Die Option will man, so der einstimmige Beschluss, freilich prüfen lassen. Auch über eine Modulbauweise, die Marcus Mey (CSU) ansprach, will man sich informieren. Wunschkandidaten als Träger sind die AWO und das BRK, mit denen bereits in Kindergärten und Horten gut zusammenarbeitet.

Parallel dazu will sich die Kommune mit der Regierung von Oberbayern und den kommunalen Spitzenverbänden abstimmen, ob im Zusammenhang mit der „Ganztagsgarantie 2018“ des Freistaats die Einführung einer offenen Ganztagsschule in Betracht kommt. Eine Elternumfrage soll derweil klären, ob es Interesse an einer solchen Betreuungsform für Grundschüler gibt.

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