Josef Niedermair und seine Familie
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Unterstützung aus der Familie: der neue Hallbergmooser Bürgermeister Josef Niedermair (2. v. r.) mit (v. l.) Sohn Markus, Ehefrau Petra und Tochter Verena. 

Bürgermeisterwahl in Hallbergmoos

Als einziger Kandidat: Josef Niedermair (CSU) holt knapp 90 Prozent

Josef Niedermair heißt erwartungsgemäß der neue Hallbergmooser Rathauschef. Der „Konsenskandidat“ kam auf 89,26 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 35,18 Prozent.

Hallbergmoos - Um 19.23 Uhr konnten es die Hallbergmooser am Sonntag daheim auf ihren Laptops oder Tablets ablesen: das vorläufige amtliche Endergebnis der Bürgermeisterwahl. Erwartungsgemäß hieß der Sieger Josef Niedermair (CSU), der als einziger Kandidat 89,26 Prozent und damit 2534 der insgesamt abgegebenen 2899 Stimmen erhielt. 10,74 Prozent (305) der Wahlzettel liefen unter der Rubrik „Sonstige“, 2,07 Prozent der Stimmen (60) waren ungültig. Unter anderem wurde dreimal für den Osterhasen gestimmt.

„Große Erleichterung“: Wahlbeteiligung über 30 Prozent

Was die Beteiligung an der reinen Briefwahl betrifft, konnte Niedermair ebenfalls zufrieden sein: 35,18 Prozent der wahlberechtigten Hallbergmooser machten ihr Kreuzerl, was beim frischgebackenen Rathauschef „für große Erleichterung“ sorgte. 30 Prozent waren sein Ziel.

Wie das neue Gemeindeoberhaupt zugab, hatte er allerdings eine ziemlich kurze Nacht hinter sich. „Obwohl man weiß, dass man gewählt wird“, sei er bereits seit 5 Uhr wach gewesen und habe den ganzen Tag über einen erhöhten Blutdruck registriert – „höher als bei wichtigen Wettkämpfen im Ringen oder Kegeln“, sagte der erfahrene Sport-Funktionär. Diese sei eine ganz besondere Wahl gewesen, weil er da „eine wichtige Lebensentscheidung“ habe treffen müssen.

„Gute demokratische Arbeit im Gremium“ soll fortgesetzt werden

Jetzt aber, wo das Ergebnis feststeht, „weiß ich, was ich tun habe“, so Josef Niedermair. Die Zahlen sorgten bei ihm „für Rückendeckung und Zuversicht“. Es werde zwar nicht leicht, „aber ich traue mir das Amt zu“. Zumal er mit allen Fraktionen des Gemeinderats gut zurecht komme. Niedermair: „Es gibt keine Barrieren.“ Deshalb spreche nichts dagegen, die bisherige „gute demokratische Arbeit im Gremium“ fortzusetzen. Dass natürlich auch schwierige Punkte auf den Tagesordnungen stehen, sei klar. „Aber dann müssen halt alle Argumente auf den Tisch. Und ich gehe davon aus, dass nicht nach Gruppierungen, sondern nach Sachlage abgestimmt wird“, ist der 63-Jährige überzeugt.

Am liebsten würde Niedermair eher heute als morgen die Arbeit aufnehmen. Aber ein wenig muss er sich noch gedulden: Am Donnerstag, 22. April, kommt der Wahlausschuss zusammen, um das Wahlergebnis offiziell zu bestätigen und dem Landratsamt zu melden. Am Montag, 26. April, kann der neue Rathauschef dann schon mal anfangen, die Akten zu wälzen. Seine Vereidigung wird am Dienstag, 4. Mai, im Gemeinderat stattfinden.

FW und Grüne verzichteten auf Gegenkandidaten

Josef Niedermair war ohne Gegenkandidaten in die Wahl gegangen. Sowohl Thomas Henning (FW) als auch Sabina Brosch (Grüne), die vor einem Jahr Amtsinhaber Reents (CSU) deutlich unterlegen waren, nahmen von einer neuerlichen Kandidatur Abstand. Der Schock über den plötzlichen Tod von Harald Reents und die schwierige wirtschaftliche und berufliche Lage inmitten der Pandemie hatten sie als Hauptgründe für ihren Verzicht angeführt. Und letztlich auch die Überzeugung, dass Niedermair als geradliniger Mensch und ehemaliger Vize-Bürgermeister und Kreisrat mit 36 Jahren kommunalpolitischer Erfahrung genau der richtige sei, die Gemeinde in einer solch schwierigen Zeit zu führen. So wurde der 63-Jährige zum „Konsenskandidat“ aller im Rat vertretenen Parteien.

Und „Vize“ Helmut Ecker (Einigkeit), der zusammen mit dem 3. Bürgermeister Josef Fischer (FW) kommissarisch die Gemeinde geleitet hat? Der ist froh, „dass ich nach viereinhalb Monaten wieder einen Schritt zurücktreten kann.“ Jedenfalls habe er in der Zeit mehr Verständnis für die Arbeit der Verwaltung entwickelt. Fischer unterstrich derweil, wie wichtig es sei, „dass wir sofort weiterarbeiten können, um keinen Stillstand zu haben“.

ev/ba

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