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Begeistertes Publikum

Kabarettist Chris Boettcher macht in Hallbergmoos "Schluss mit frustig"

Hallbergmoos - Mit Parodien, Musik und frechem Wortwitz begeisterte Kabarettist Chris Boettcher das Hallbergmooser Publikum. Getreu seinem neuen Programm machte der Comedian "Schluss mit frustig".

„Schluss mit frustig“ heißt das aktuelle Programm des Comedian, der mit Parodien, Musik und frechem Wortwitz längst Kultstatus hat. „Zehn Meter geh’“ ist zum Wiesnhit avanciert, mit Songs wie „In der Pubertät“ spricht er Teenager-Eltern aus der Seele. Natürlich immer mit einem Augenzwinkern. Und natürlich auch in Hallbergmoos mit dabei: Eine Schar von Prominenten wie Angela Merkel, Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und natürlich „Lothar und Franz“, die er allesamt großartig in Wort und Mimik parodiert.

Lach kaputt, was dich kaputt macht – so lautet der Untertitel seines aktuellen Programms: Im Fernsehen nur noch Katastrophenmeldungen, im Bundestag stets die altbekannten Nasen und auf Facebook nur noch selfie-süchtige Idioten. Aber „wuisln“ hilft da nicht weiter. Ganz im Gegenteil. Es bleibt tatsächlich kein Auge trocken, wenn Boettcher am Keyboard auf bekannte Melodien sich seinen eigenen Reim macht. Und dabei auch aktuelle Reizthemen nicht ausspart: „Gute Freunde kann man kaufen“, lässt er Franz Beckenbauer singen. Donald Trumps „Bisamratte auf dem Kopf“ ist er geneigt zu füttern. Und die Buchstaben der AFD stehen für ihn kurzum für assozial, fremdenfeindlich und dämlich.

Spontanität – etwa als es aus dem Publikum prompt ein alkoholindizierte Antwort auf die Frage „Warum seid ihr Schlümpfe blau?“ und viele schreiend komische Beispiele zur Neiddebatte auf der „Weltkarte der Glückseligkeit“ sind die Würze seines Programms: Merkels Liebesgeflüster („Je t’aime“) mit Francois Holland, islamisierte Volksmusik („Vom Minarettl reißt’s mi ausm Bettl“), das Durchwinken von Asylanten zur EU-Hymne und innerdeutscher Rassismus: Boettcher lässt kein Reizthema aus – und persifliert so gekonnt, dass herzlich darüber gelacht wird. Natürlich nicht fehlen dürfen dabei die Protagonisten wie Jogi Löw, Heino, Olli Kahn oder Ministerpräsident Seehofer, die man bei ihrer Geburtsstunde erlebt – mit gelegtem Seitenscheitel, Brille, „viel Druck“ oder 360-Grad-Halsverdreher.

Und auch Boettchers Ausflug in die Musiker-WG von Udo Lindenberg, Peter Maffay und Herbert Grönemeyer, die szenisch und musikalisch bei der Beauty-Behandlung beim Präparator oder mit fortgeschrittenem Poesie-Tourette herhalten mussten, begeisterte. Ebenso wie das Treffen von „Lothar und Franz“ und ihrer Fußball-Kollegen auf der Toilette der Allianz-Arena. Mit dem Wiesn-Kult-Hit „Zehn Meter geh’ verabschiedete sich Boettcher aus dem „wunderschönen langen Ort“ – begleitet von den Ovationen eines restlos begeisterten Publikums.

Eva Oestereich

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