1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Hallbergmoos

Keinen Abnehmer gefunden: Hallbergmooser Hotel entsorgt gebrauchte Bettdecken

Erstellt:

Von: Helmut Hobmaier

Kommentare

Blick auf Hotel
Aus dem Holiday Inn ist in Hallbergmoos ein Premier Inn geworden. Für die Bettdecken fand der neue Betreiber keinen Abnehmer. Das wundert das BRK Freising. © Oestereich

Was passiert mit gebrauchten Decken, wenn eine Hotelgruppe das Haus einer anderen Kette übernimmt? Wird alles weggeworfen? Eine spannende Frage.

Hallbergmoos - Diese Frage stellte sich Tagblatt-Leserin Johanna Zierer-Kück in Hallbergmoos, wo aus dem Hotel Holiday Inn gerade ein Haus der englischen Gruppe Premier Inn geworden ist – Eröffnung in Kürze. „Im Zuge dessen wurden die Möbel in Containern entsorgt und heute habe ich beim Vorbeifahren gesehen, dass weiße Zudecken für die Betten aus dem Container ragten“, berichtete die Leserin in einer Mail an die Redaktion des Freisinger Tagblatt.ch war echt sprachlos. Die Flüchtlinge wären froh darum. Das Hotel hätte es doch spenden können. Für mich ist das eine Riesensauerei“. Die Heimatzeitung hakte bei der Hotelgruppe nach – und Premier Inn Germany antwortete prompt: Man habe zwar alles versucht, aber leider keinen Abnehmer für die gebrauchten Decken gefunden.

Hotel-Sprecherin: Es gab keinen Abnehmer

„In Hallbergmoos standen unsere Kollegen in Kontakt mit verschiedenen Einrichtungen, die zu dem Zeitpunkt (im Januar/Februar) allerdings keinen Bedarf meldeten“, schreibt PR-Managerin Vanessa Anttinen: „Die Decken waren noch aus dem Bestand des vorherigen Hotelbetreibers, so dass sie den hohen Standards vieler deutscher Organisationen nicht entsprachen und wir sie daher fachgerecht entsorgt haben. Zudem haben wir den Großteil der Möbel (zum Beispiel die Betten) vom Vorgänger übernommen, um den Ressourcenverbrauch so klein wie möglich zu halten.“

Prinzipiell stehe Premier Inn an allen Standorten im Austausch mit Hilfsorganisationen vor Ort und „fragt ihren Bedarf beim Austausch von Materialien ab“, wie Anttinen betont.

40 000 Kissen werden ausgetauscht

In Planung sei derzeit der Austausch aller Kissen und Kissenbezüge im Sommer dieses Jahrs – bis zu 40 000 Stück. Hier stünden „die Kollegen vom Einkauf aktuell in der Abstimmung mit regionalen Feuerwehreinrichtungen und dem Deutschen Roten Kreuz, um die einwandfreie Ware weiterzugeben.“

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Auch im Fall der Decken in Hallbergmoos sei das Hotel „mit einem regionalen Ableger des Deutschen Roten Kreuzes in Kontakt“ gestanden. Außerdem „mit einer privaten Wohltätigkeitsorganisation, die zunächst interessiert war, sich dann aber nicht mehr meldete“.

Söhl (BRK): Bei uns hat sich niemand gemeldet

BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl kann das nicht bestätigen: „Bei uns hat sich garantiert niemand gemeldet. Das wüsste ich.“ Es sei auch nicht korrekt, dass man gebrauchte Hoteldecken wegen zu hoher Hygienestandards nicht weiterverwenden könne: „Die kann man reinigen, dafür haben wir in Erding eine Großwäscherei. Das ist überhaupt kein Problem.“ Zum fraglichen Zeitpunkt – vor dem Ukraine-Krieg – sei die BRK-Kleiderkammer zwar auch noch voll gewesen. „Wir hätten die Decken damals selbst nicht nehmen können“, sagt Söhl, „aber wir kennen immer eine Organisation, die so etwas dringend braucht“. Jetzt sei die Kleiderkammer leer.

PR-Managerin Vanessa Anttinen wiederum betont: „Wir sind immer dankbar für Abnehmer von einwandfreien Materialien, die ersetzt werden“. Das FT hat der Hotelgruppe die Kontaktdaten des BRK-Kreisverbands übermittelt. Vielleicht gibt es ja noch ein Happy End.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising.

Auch interessant

Kommentare