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Mit diesem Vorentwurf stellte der Architekt das Kinderhaus im Jägerfeld-West vor.

Aus dem Bauausschuss

Kinderhaus: Räte lehnen „Holzweg“ ab

Hallbergmoos - Architekt Sebastian Hrycyk hatte sich alle Mühe gegeben, den Bauausschuss von den Vorteilen seiner innovativen Konzeption für das Kinderhaus im Jägerfeld-West zu überzeugen. Von Holz getragen, quadratisch und transparent soll es werden. Der Vorentwurf stieß im Großen und Ganzen auf die Zustimmung – nur mit dem Thema Holz konnte man sich nicht so recht anfreunden: Die Ausschussmehrheit bleibt auf der konventionellen Seite und baut auf Ziegel.

Der Architekt hatte die Präsentation des Vorentwurfs aufwändig vorbereitet, um eine Vorstellung vom künftigen Kinderhaus zu vermitteln: Ein Modell des Hauses, Plänen, detaillierte Kostenschätzungen und bebilderte Beispiele aus Einrichtungen in Moosburg, Pulling und Freising, die das Architekturbüro Goldbrunner + Hrycyk bereits realisiert hat, hatte er im Gepäck. Zu entscheiden hatte der Bauausschuss über drei wesentliche Eckpfeiler der Planung für die viergruppige Kindertagesstätte: die Gebäudeform, das Material der Tragkonstruktion (Holz oder Ziegel) und die Eingangssituation. Letzterer Punkt wurde vertagt, weil man sich über die Verschiebung und Funktion eines Nebengebäude noch einmal mit dem künftigen Träger – dem Bayerischen Roten Kreuz – abstimmen und man nicht so ohne Weiteres zwei bis drei Parkplätze opfern will.

In punkto Gebäudeform favorisiert das BRK, wie Hrycyk erläuterte, eine quadratische, kompakte Variante. Weil das kurze Wege, eine optimale Nutzung der Ostsonne, eine bessere Energiebilanz und große zusammenhängenden Spielfläche im Freien eröffnet. Mit geschätzten 2,9 Millionen Euro Investitionskosten ist die kompakte Bauform zudem um knapp 200 000 Euro günstiger als der „längliche“ Alternativentwurf.

Der Bauausschuss konnte sich einmütig mit diesem Konzept anfreunden, für das nun das Baufenster durch eine einfache Bebauungsplanänderung angepasst wird. Schwer tat man sich allerdings in einem anderem Punkt: Hrycyk hatte Massivholzwände als Tragkonstruktion empfohlen – und die Vorteile herausgestellt: Das Haus ließe sich bis zu vier Monate schneller als ein Mauerwerksbau errichten und wäre nach nur neun Monaten Bauzeit Anfang 2019 bezugsfertig. Das Material ist nachhaltig, reyclebar und es entstehen keine Wärmebrücken. Die Marktpreisentwicklung bei Holz zeigt, so Hyrcyk, eher nach unten. Das Architektenteam verfügt über einige Erfahrung beim Kita-Bau und hat beim sozialen Wohnungsbau im Tassiloweg bereits bewiesen, dass es in punkto Planungen und Kosten angeht punktgenau arbeitet. Schwer aus den Köpfen einiger Ausschussmitglieder zu bringen war allerdings das Bild einer verwitterten Holz-Fassade, für das Heinrich Lemer (FW) das Feuerwehrhaus in Freising („eine optische Katastrophe“) anführte.

Obschon es aktuell noch gar nicht um die Frage der Fassadengestaltung (Hrycyk: „Innen tragend heißt nicht: außen Holz“) ging und Sabina Brosch („Nicht nur wegen meiner grünen Seele“) eindringlich appellierte, das innovative Konzept einer tragenden Holzkonstruktion „als Chance zu sehen“, nahm man mit knapper Mehrheit (5:4) davon Abstand. Man verspricht sich, wie vom Bauamt vorgetragen, von einer konventionellen Massivbauweise mehr Nachhaltigkeit.

Hermann Hartshauser (Einigkeit) hatte zudem zu bedenken gegeben, dass nachträgliche Änderungen nur schwer durchführbar sind. „Veränderbar ist Holz auch, nur nicht an tragenden Wänden“, hatte der Architekt dagegen gehalten. Und auch Wasser würde einem Holztragwerk nicht schaden.

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