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Der Hallbergmooser Bauausschuss diskutierte jetzt darüber, welche Messtechnik in der Kläranlage zum Einsatz kommen soll.  

Jetzt knapp sieben Millionen Euro teuer

Kläranlagen-Erweiterung in Hallbergmoos wird erneut teurer

Für die Erweiterung der Kläranlage von 15 000 auf 20 000 Einwohner hat der Hallbergmooser Bauausschuss zusätzliche Mittel freigegeben. Grund ist eine neue Ablaufmessung.

Hallbergmoos Statt der bisher geplanten Venturi-Ablaufmessung soll nun die MID-Ablaufmengenmessung ins System integriert werden. Die sei, wie es hieß, zukunftsfähiger, aber auch deutlich teurer: Rund 85 000 Euro kostet sie – 62 000 Euro mehr als eingeplant. Die Gesamtkosten für die Kläranlagenerweiterung steigen damit nun auf 6,93 Millionen Euro. Geld, das auf die Gebührenzahler umgelegt wird.

Warum MID (Magnetisch-Induktiver Durchlaufmesser) so viel besser ist, legten Helmut Aigner (Planungsbüro Dünser-Aigner-Kollegen) und Kläranlagenleiter Konrad Mittermeier in der Sitzung dar. Der Nachteil der Venturi-Messung: Sie muss alle fünf Jahre geeicht werden. „Und die Sachverständigen sterben aus“, betonte Mittermeier. Überdies gebe es, so der Kläranlagen-Leiter, nur noch einen Hersteller, der Ersatzteile fertigt. Von 26 Anlagen im Landkreis Freising, ließ er wissen, würden nur noch drei „Venturi“ verwenden. „Wir wären die Einzigen in dieser Klasse, die so was neu einbauen.“ Abgesehen davon sei die MID-Messtoleranz mit zwei Prozent auch besser als beim Venturi-System (zwei bis fünf Prozent). Dementsprechend sei man mit MID besser für die Zukunft aufgestellt. „Das Thema Zukunft zieht immer, ganz überzeugt bin ich aber nicht, 62 000 Euro mehr nur wegen der Eichung auszugeben“, unterstrich Heinrich Lemer (FW). Stefan Kronner (SPD) betrachtet MID als die ausgereiftere Technik. Man habe letztlich keine andere Wahl, als jetzt umzusteigen. Ein späteres Nachrüsten sei sinnlos: „Da geben wird das Geld ja doppelt aus“, so Kronner.

Der Beschluss pro MID fiel einstimmig. Damit steigen die Gesamtkosten für die Erweiterung zum wiederholten Mal. Zu Jahresbeginn hatte man mit 6,27 Millionen Euro kalkuliert. Nun ist man bei 6,99 Millionen für die Erhöhung der Kapazitäten von 15 000 auf 20 000 Einwohnerwerte, den Ausbau von Betriebsgebäuden sowie Instandhaltungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen der Klärtechnik angekommen. Ursächlich sind zusätzliche, vom Bauausschuss genehmigte Investitionen und Kostensteigerungen in den Bereichen Baumeisterarbeiten, Maschinen- und Messtechnik. Die Rechnung zahlt der Verbraucher, der mit Gebührenerhöhungen rechnen muss.

Eva Oestereich

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