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„Stop Talking, Start Planting“ lautet das Motto der Klima-Botschafter von Plant for the Planet. Beim Klima-aktiv-Tag informierten Alina (10, vorne Mitte), Antonio (14), Benz (8) und Agnes (17) über den Klimawandel und die weltweite Schülerinitiative.

„Plant for the Planet“

Klima-aktiv-Tag an der Grundschule Hallbergmoos: Jeder kann etwas tun

Zu einem „Klima-aktiv-Tag“ wurde jetzt in die Grundschule Hallbergmoos eingeladen. Mit von der Partie war auch die Aktion „Plant for the Planet“.

Hallbergmoos – Nicht reden, machen! Oder besser gesagt: pflanzen! Das Motto „Stopp Talking, Start Planting!“ hat sich die Klimaschutz-Organisation „Plant for the Planet“ auf die Fahnen geschrieben. Nun ist die Botschaft auch in Hallbergmoos angekommen, gehört wurde sie allerdings nur von einigen Wenigen: Obwohl einer aktuellen Umfrage zufolge der Klimawandel für Deutsche das drängendste Problem unser Zeit ist, waren die Besucherzahlen beim „Klima-aktiv-Tag“ überschaubar.

Um Menschen ins Gespräch zu bringen, so AK-Leiterin Birgit Huppertz, hatte der Arbeitskreis Nachhaltigkeit den Aktionstag in der Hallbergmooser Grundschule organisiert – mit den jungen Botschaftern von „Plant-for-the-Planet“, mit Photovoltaik-Spezialisten, Beratern vom Verbraucher-Service Bayern, Feinstaubmess-Spezialisten, dem Arbeitskreis Radverkehr, dem Gartenbauverein sowie Umwelt- und Nachhaltigkeits- Fachleuten des Flughafens München. Menschen, die für sich und ihre Kinder eine klimafreundliche Zukunft wünschen, wollte man ein Informations- und Diskussionsforum geben. Und Informationen gab es reichlich. Selbst, wenn man nur einen Teil der Menschen erreiche, sei schon viel gewonnen, unterstrich indes 2. Bürgermeister Josef Niedermair.

Jeder einzelne, jede Kommune könne einen Beitrag leisten. Hallbergmoos tue es, so Niedermair, indem sie beispielsweise auf erneuerbare Energien beim Bau kommunaler Gebäude setze und den ÖPNV sukzessive ausbaue. Das Klimabewusstsein wachse, letztlich auch Dank Greta Thunberg. Auch wenn man, so Niedermair, „viele Gretas in den Reihen unseres Arbeitskreises“ habe, sei der Weg zur Klimawende noch weit. Auch die Kommune, räumte er ein, könne sicherlich noch mehr tun. Dass es Handlungsbedarf gibt, zeigten die Ultrafeinstaubspezialisten der AK Nachhaltigkeit auf: Sie haben Langzeitmessungen in Hallbergmoos angestellt. „Nicht um Flughafen-Bashing zu betreiben, sondern die Diskussion zu objektivieren“, wie Ferdinand Reuss unterstrich. 

„Heute sind die Werte top, auf Landluft-Niveau“, so Erwin Grießer. Das ist aber eher die Ausnahme: Auf dem Ampelsystem des AK, steht die Luft in Hallbergmoos auf „Gelb“ – die Belastung liegt bei durchschnittlich 7.000 UF-Partikel pro Kubikzentimeter – vergleichbar mit der Belastung in einer Stadt, so Grießer. In 20 Prozent der Zeit wehe der Wind noch wesentlich mehr UFP (Spitzenwerte von 120.000 p/cm3) nach Hallbergmoos. Als Hauptverursacher betrachte man Flugzeuge – vor allem, wenn sie am Boden unterwegs seien. Man wisse um die Bemühungen des Flughafens, die CO2-Bilanz zu verbessern, dränge darauf, dass bald mehr Kerosin ohne Schwefelzusätze eingesetzt werde. Das würde die UF-Belastung senken. Doch offizielle Grenzwerte gebe es bis dato nicht. Viel Gesprächsstoff also auch mit den Vertretern der FMG.

Am imponierendsten an diesem Tag war sicherlich der Auftritt der Plant-for-the-Planet-Botschafter im Alter zwischen acht und 17 Jahren: Mit beachtlichem Fachwissen und beängstigenden Zahlen zeigte die zehnjährige Alina Ursachen und Wirkungen der Klimakrise auf, erklärte den Treibhauseffekt, die Schmelze von Gletschern, arktischem und Grönlandeis („der Kühlschrank der Erde“), natürliche und mensch-gemachte CO2-Quellen und die verheerenden Auswirkungen.

2007 hatte der damals neunjährige Felix Finkbeiner die Initiative ins Leben gerufen. Seither hat das Bündnis etwa 13,6 Milliarden Bäume zum CO2-Ausgleich auf der ganzen Welt und einem eigenen Grundstück in Mexiko gepflanzt, Vorträge und Demonstrationen organsierte und prominente Unterstützer wie Fürst Albert von Monaco, Harrison Ford oder Peter Maffay aktiviert.

Eva Oestereich

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