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Unterstützung aus dem Maximilianeum: Auch Ludwig Hartmann, Fraktionssprecher der Grünen im Landtag, war zur Nominierung von Sabina Brosch gekommen.

Kommunalwahl 2020

„Ich lasse mich nicht verbiegen“: Hallbergmooser Grüne nominieren Sabina Brosch 

Sie ist eine „Ur-Grüne“, hat bei den Wackersdorf-Protesten ihre politische Initialzündung erlebt. Nun will Sabina Brosch für die Grünen als erste Bürgermeisterin ins Hallbergmooser Rathaus einziehen.

Hallbergmoos – Sie ist eine „Ur-Grüne“, hat bei den Wackersdorf-Protesten ihre politische Initialzündung erlebt. Nun will Sabina Brosch (53), seit sechs Jahren Gemeinderätin in Hallbergmoos, durchstarten – und für die Grünen als erste Bürgermeisterin ins Rathaus einziehen. Am Montag wurde sie mit 100 Prozent Zustimmung vom Ortsverband als Kandidatin nominiert.

„Ich lasse mich nicht verbiegen“

„Die Zeit am Bauzaun war prägend“ sagte die Mutter von drei erwachsenen Kindern (19, 23, 25 Jahre). Der Erziehung wegen ist sie erst vor sechs Jahren „von der zweiten in die erste Reihe“ getreten und in Hallbergmoos, wo die gebürtige Niederbayern seit 25 Jahren lebt, Gemeinderätin, Kultur- und Partnerschaftsreferentin geworden. Für ihre Geradlinigkeit sei sie bekannt: „Ich lasse mich nicht verbiegen“, sagte Brosch. Der Unsicherheit, die die junge Generation verspüre, dem Auseinanderdriften der Gesellschaft will sie mit Sachlichkeit entgegentreten: „Wir haben in den Auseinandersetzungen inzwischen Maß und Mitte verloren.“ Und: „Wir brauchen keine Diskussionen, die aus Filterblasen resultieren. Füreinander, nicht gegeneinander“ und „gegen vereinfachende rechte, populistische Lösungen“ tritt sie ein.

Und natürlich für klassische grüne Themen wie Klimaschutz, Energieeffizienz und Umweltschutz. Da könne die Kommune wichtige Beiträge leisten: „Gerade wir am Flughafen müssen ganz besonders Wert auf saubere Luft, auf ein gesundes Klima, auf unsere Landschaft legen.“

Fraktionssprecher Ludwig Hartmann kam zur Versammlung

Einig war sie sich mit Ludwig Hartmann, dem aus dem Maximilianeum angereisten Fraktionssprecher der Landtagsgrünen, dass man den grassierenden „Flächenfraß“ stoppen müsse. Es sei „allerhöchste Zeit“ zu handeln und Projekte voranzutreiben: Flächen- und ressourcenschonendes Bauen, die Stärkung des emissionsfreien Verkehrs, eine Offensive zugunsten von Fußgängern und Radverkehr mit abgetrennten Radwegen, mehr Ampeln und sichere Schulwege, die „Mama- und Papataxis“ überflüssig werden lassen, hat Brosch im Auge. Die Koordinierung aller Maßnahmen möchte die 53-Jährige in die Hand eines Klimareferenten geben. „Ich hätte es gerne menschenfreundlich statt pflegeleicht“, betonte Brosch.

Dazu gehört ihrer Meinung nach die Lösung sozialer Probleme: Eine Beratungsstelle für Jugendliche, überhaupt die Stärkung der Sozialarbeit vor Ort – und nicht etwa die gerade politisch diskutierte Sicherheitswacht – seien dringend angezeigt. „Wir müssen an die Ursachen ran, und nicht bloß die Symptome bekämpfen.“ Eine „neue Wohnungspolitik“ fordert Brosch zudem. „Verkaufen wir den Grund nicht an die, die mit Spekulationen mehr Geld verdienen als mit moderaten Mieten.“ Konkret wolle sie die Gründung einer Wohnbaugenossenschaft anstoßen. „Partnerschaftlich begegnen“ will Brosch der Wirtschaft, „denn wir brauchen die Gewerbesteuer“. Nicht zuletzt, um neben „investitionsgewichtigen Aufgaben“ wie Schul- und Feuerwehrhausbau auch ein Bürgerhaus finanzieren zu können.

„Wir stehen voll und ganz hinter den Landwirten“

Dass die Grünen bei Landwirten keinen leichten Stand haben, ist Sabina Brosch bewusst: „Wir werden leider, ich formuliere es vorsichtig, kritisch beäugt. Ich verstehe nicht, warum.“ Die Bio-regionale Landwirtschaft betrachte man als Idealmodell, um industrieller Massentierhaltung, Verunreinigungen von Böden und Gewässern entgegenzutreten. Die Grünen, so Brosch, forderten eine Änderung der Agrarsubventionen, nicht aber die Abschaffung „unserer“ Bauern. „Wir stehen voll und ganz hinter den Landwirten.“ Eva Oestereich

Alle Infos über die Kommunalwahl 2020 in allen Gemeinden finden Sie in unserem großen Überblicks-Artikel und im Themenkanal Kommunalwahl 2020 im Landkreis Freising.

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