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150 Kinder werden derzeit im Ecksteinhaus betreut, doch die befristete Ausnahmegenehmigung endet am 31. August dieses Jahres. Dann fallen 25 Plätze weg, und somit fehlen dann insgesamt mindestens 75. 

Gemeinderat Hallbergmoos  

Maßnahmenpaket soll Engpässe bei Kinderbetreuung beseitigen

Hallbergmoos ist die am schnellsten wachsende Gemeinde des Landkreises. Dieser Umstand stellt die Kommunalpolitik vor große Herausforderungen: 25 Kindergarten- und 50 Hortplätze fehlen schon im Betreuungsjahr 2018/2019. Der Gemeinderat verständigte sich nun auf ein Maßnahmepaket, das die Engpässe rasch beseitigen soll.

Hallbergmoos – Die fehlenden 25 Kindergartenplätze, so das einstimmige Votum, werden vorübergehend – vorerst auf ein Jahr befristet – in der Kinderkrippe Spatzennest (Am Söldnermoos 59) eingerichtet. Gleichzeitig laufen die Planungen für einen Anbau am Kindergarten Wolkenschlösschen im Tassiloweg an.

Richtig prekär ist die Situation in den Horten: Mindestens 50 Plätze fehlen. Das Ecksteinhaus (Träger ist das Bayerische Rote Kreuz) hat nur mit einer Ausnahmegenehmigung sein Kontingent von 125 auf 150 Kinder aufgestockt – befristet allerdings bis zum 31. August 2018.

„Es ist viel Druck im Kessel“, so Bürgermeister Harald Reents. Die BRK-Verantwortlichen hätten eindringlich appelliert, eine Interimslösung ausschließlich für Hortkinder und möglichst gleich für drei Gruppen (75 Kinder) zu planen – und von der Idee einer gemeinsamen Betreuung von Hort- und Kindergartenkindern Abstand zu nehmen.

Der Gemeinderat kam dem Wunsch nach: Östlich der Mittelschule, in unmittelbarer Nähe der Horte, soll nun der „Hort 3“ mit 75 Plätzen als Interimslösung entstehen. Weil die Zeit drängt, vermutlich in Form einer Containeranlage – und nicht, wie von Sabina Brosch (Grüne) vorgeschlagen, in Holzständerbauweise: Die Realisierung würde zwei Jahre dauern, prognostizierte Markus Thalhammer (Bauamt). So oder so: Die Kosten sind beträchtlich. Man rechnet mit zwei bis drei Millionen Euro Investitionskosten. Ende 2018 könnte, so der Zeitplan, der Interimshort stehen.

Mittel- und langfristig soll die Betreuungseinrichtung in der neuen Grundschule unterkommen. Der Schulhaus-Neubau ist wegen der steigenden Schülerzahlen dringend notwendig und beschlossene Sache. Lediglich die Standortentscheidung steht noch aus.

Eine lange Debatte führte der Gemeinderat über eine geplante Änderung der Hort-Aufnahmekriterien: Stefan Kronner (SPD) hatte monierte, dass künftig Schulkinder der ersten bis dritten Klassen Vorrang vor älteren Schülern genießen. Bisher schloss die Regelung Viertklässler mit ein. Auch Sabina Brosch wollte da nicht mitgehen, weil in ihren Augen eine solche Einschränkung vor allem berufstätige Frauen diskriminiert. Bürgermeister Reents und Sigrid Schwirtz, im Rathaus zuständig für das Schulwesen und die Kinderbetreuung, stellten klar, dass diese Regelung nur für Neuaufnahmen gelte. Grund dafür seien die aktuellen Engpässe: „Die sollten bis Ende 2018 beseitigt sein“, so der Sitzungsleiter. Deshalb soll die Einschränkung, so der Wunsch des Gemeinderats an den Betreiber, nur für das Betreuungsjahr 2018/2019 gelten.

Ob die Pläne der Staatsregierung pro Ganztagsgrundschule, über die sich Heinrich Lemer (FW) Gedanken machte, Entlastung bringen, ist noch mit einem großen Fragezeichen versehen. Aufschlüsse über das Interesse an einem solchen Angebot, so Schwirtz, erhofft man sich von einer Elternumfrage. 

Eva Oestereich

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