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Weiteres Indiz für frühere Gründung von Hallbergmoos

Mehr Medaille als Münze

Dieser Fund darf als kleine Sensation gelten: Auf einen Bericht des Freisinger Tagblatts hin hat sich bei Heimatforscher Karl-Heinz Zenker eine Person gemeldet, die im Besitz einer historischen Münze der „Kolonie Hallberg“ aus dem Jahr 1828 ist. Zenker hält nun ein weiteres, greifbares Indiz in Händen, dass die Moosgemeinde nicht erst 1830 gegründet wurde.

Hallbergmoos – Auf der Suche nach den Wurzeln der Gemeinde – und dem tatsächlichen Ortsgründungsdatum – hatte Zenker eingehend recherchiert. Neben zwei Urkunden des bayerischen Innenministeriums, die auch Historiker von dem Gründungsdatum 28. Mai 1828 sprechen lassen, fand sich in der Chronik von Wolter Egan-Krieger auch ein Foto einer Gedenkmünze aus dem Jahr 1828 zu Ehren König Ludwigs I. Diese Gedenkmünze ist nun tatsächlich aufgetaucht: 25 mm Durchmesser, fünf Gramm schwer und aus Kupfer. In Großbuchstaben darauf geschrieben: „Dem Koenig Ludwig die Kolonie Hallberg 1828“ und auf der Rückseite „Gott erhalte den Koenig und Bayern.“

Die Freude bei Zenker über diese Entdeckung ist riesengroß. Der Besitzer will ungenannt bleiben, hat dem Heimatforscher aber wissen lassen, dass er das Geldstück vor etwa acht Jahren über Ebay erworben hat. Nachdem er den Suchbegriff ‚Hallbergmoos’ eingegeben hatte, sei er zufällig darauf gestoßen. Die Echtheit der Münze steht für Zenker außer Frage. „Der Erhaltungszustand lässt darauf schließen, dass die Medaille durch etliche Hände gegangen ist. Die Buchstaben sind nicht mehr so erhaben.“

Weil Zenker nicht nur Heimatforscher, sondern auch Numismatiker ist, weiß er, dass es sich nicht um eine Münze handelt, sondern um eine Medaille: Als Münzen gelten Geldstücke, die als Zahlungsmittel verwendet werden. Medaillen wurden zu bestimmten Anlässen geprägt. Zenker mutmaßt, dass die geplante Kolonialisierung in Hallbergmoos in diesem Fall der Anlass für die Prägung war. Die Verwendung von Kupfer und die Größe weisen, so eine weitere Vermutung, darauf hin, dass nur wenige Mittel für die Auflage zur Verfügung standen. Ein Umstand, der in der „armen“ Mooskolonie naheliegt. Allerdings, das hat die FT-Recherche ergeben, existiert offenbar eine weitere Silbermünze mit identischer Inschrift. Sie wurde 2016 von einem Münz-Auktionshaus im Internet zu einem Startpreis von 180 Euro angeboten. Wie auch die Kupfermünze ist sie unsigniert.

Zenker hat bereits eine konkrete Vorstellung, was mit der Medaille und anderen historischen Schätzen geschehen soll: Er hat einen Antrag zur Gründung eines Arbeitskreises „Ortsgeschichte“ gestellt, der am 21. November im Gemeinderat behandelt wird. Dafür hat er schon, so der 61-Jährige, ein „super Team“ gefunden. Der AK könnte sich unter anderem darum kümmern, dass die Spuren der Vergangenheit im Rathaus ausgestellt werden. Der Besitzer der Kupfermünzen hat bereits Bereitschaft signalisiert, die Geldstücke als Leihgabe zur Verfügung zu stellen.

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