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Viel zu lachen gibt es beim Theaterstück der Moosbühne mit (v. l.) Figaro (Martin Schuster), Pfarrer Unruh (Helle Wolter) sowie dem Wirtsehepaar (Harald Kindshofer und Karin Troidl).

Moosbühne „Graf Hallberg“ feiert Premiere  

Alles nur wegen der Zeit

Dem Spiel mit der Zeit hat sich die Moosbühne „Graf Hallberg“ verschrieben: Vor ausverkauftem Haus und begeistertem Publikum feierte die Laienbühne mit dem Vierakter „Da Zeitbscheißer“ (nach Peter Landstorfer) Premiere.

HallbergmoosDas Ensemble zeigt einmal mehr mit großer Originalität seinen Facettenreichtum. Das fängt schon beim eindrucksvollen Bühnenbild an: Ein Dorfplatz wurde da aufgebaut, auf dem es so ziemlich alles gibt, außer Zeit – sei es beim Metzger, in der Wirtschaft, dem Frisör, im Blumenladen oder beim Kramer.

Originell die Idee, die Akteure zur Musik von Haindling („Schickt’s eich“) über den Marktplatz wuseln zu lassen. Beinahe jeder hechelt der Zeit hinterher – außer vielleicht der gemächliche Postbeamte (Robert Walter). In den Dialogen wird deutlich, wie reich die deutsche Sprache doch an Redewendungen um die Zeit ist: Sie wird genutzt, verplempert oder vergeudet.

Mit Leben gefüllt werden die Dialoge mit den spielfreudigen Darstellern, die Regisseurin Christine Wimmer wieder hervorragend ins rechte Licht rückt: die ewig reklamierende Köchin des Grafen (Christina Karl), Ratschkathl und Kramerin (Gisela Fritschi) oder die charmante Blumen-Liesl (Carina Fritsch).

Die Zeit zurückdrehen würde am liebsten die Kramerin (Gisela Fritschi, l.), Köchin Kreszenz (Christina Karl) denkt dagegen mehr an ihre Zukunft.

Viel zu lachen gibt es auch mit Martin Schuster, der Rolle und Klischee des Figaro urkomisch ausfüllt. Und schließlich Harald Kindshofer als Metzger-Wirt, die unvergleichliche Karin Troidl als seine Frau sowie als Gegenpart Helle Wolter als schlitzohriger Pfarrer, der Spenden für eine Kirchturmuhr sammelt. „Brauch ma ned, hat ja eh keiner Zeit“ – so die Ansage des Metzgers, der sich allerlei Lumpereien ausdenkt, um des Pfarrers Anliegen zu boykottieren. Hochwürden revanchiert sich freilich auf seine Weise.

Wie gerufen kommt schließlich der Wecker-Karle (Markus Streitberger), Handlungsreisender in Sachen Zeit: Die Dorfbewohner stehen förmlich Schlange, um bei ihm Lebenszeit, Jugendzeit, Arbeitszeit, Hochzeit, Urlaubszeit oder sogar „Rauschzeit“ zu kaufen.

Ob die Zeit-Rechnung für alle aufgeht, wird selbstverständlich noch nicht verraten. Denn schließlich sollen sich noch möglichst viele Zuschauer die Zeit nehmen, eine der nächsten Vorstellungen zu besuchen. Getreu der ausgegebenen Devise: „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern zu viel Zeit, die wir nicht sinnvoll nutzen.“                         Eva Ostereich

Weitere Termine:

17. März (19.30 Uhr), 18. März (18 Uhr), 23. März (19.30 Uhr) und 24. März (19.30 Uhr). Die Aufführungen finden alle im Gemeindesaal Hallbergmoos, Theresienstraße 6, statt.

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