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Gemeinsam für gute Luft: (v. l.) die Bürgermeister Sebastian Thaler (Eching), Christian Kuchlbauer (Oberschleißheim), Andreas Kemmelmeyer (Unterföhring), Christoph Böck (U’schleißheim), Anna-Laura Liebenstund (Nordallianz), Harald Reents (H’moos), Alexander Greulich (Ismaning), Dietmar Gruchmann (Garching) und Franz Heilmeier (Neufahrn).

Aktion der Nordallianz-Kommunen

Von Neufahrn bis Unterföhring: 35 Sensorkästen messen Schadstoffe in der Luft

  • Sabina Brosch
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Die acht Kommunen der Nordallianz nehmen das Thema Luftqualität ins Visier. Dabei geht es nicht nur um die Erhebung von Daten, sondern konkret um Konsequenzen auf (inter-)kommunale Entscheidungen.

Hallbergmoos – Insgesamt 35 Messstationen in den acht Kommunen – Garching, Ismaning, Ober- und Unterschleißheim, Unterföhring, Eching, Hallbergmoos und Neufahrn – erfassen die Schadstoffe Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid. Die 40 mal 40 Zentimeter großen, grauen Sensorkästen hängen an Straßenlaternen in rund vier Metern Höhe, die stündlichen Messwerte können über www.nordallianz.de/luftqualitaet in Echtzeit an Smartphone, Tablet oder PC abgefragt werden. Jede Kommune hat ihre Messboxen selbst bezahlt, „für vier Stück rund 20 000 Euro“, sagte Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD).

Auch über die Messpunkte hat jede Gemeinde selbst bestimmt. Meist haben sie viel befahrene Straßen, Wohngebiete oder, wie Garching, die Nähe von Kindergärten gewählt. Es kam aber deutlich heraus, dass mit den Messungen auch dringliche Probleme vor Ort untersucht oder untermauert werden sollen. Für Gruchmann war eine Messstelle bei den Kitas am Autobahnwall wichtig, „da Eltern oft Bedenken wegen Schadstoffbelastungen äußern“. Oberschleißheims Rathauschef Christian Kuchlbauer (FW) und Neufahrns Franz Heilmeier (Grüne) sind gespannt, ob sich Unterschiede an verkehrlich stark belasteten Straßen gegenüber Messungen in überwiegend Siedlungsgebieten ergeben. „Mich interessiert, wie sich die Schleichverkehre dort auswirken“, so Kuchlbauer.

Eching muss deshalb nicht unbedingt ein Luftkurort werden

Für Sebastian Thaler, Bürgermeister von Eching, ist klar, „dass wir hier nicht Eching als Luftkurort belegen wollen. Für mich ist jedoch immens wichtig, die Korrelation zwischen Verkehr und Schadstoffbelastung zu sehen.“ Seiner Kommune brenne seit Jahrzehnten der Lkw-Durchgangsverkehr auf den Nägeln, die selbst gebaute Autobahnausfahrt werde dauerhaft nicht als Maßnahme gegen den Durchgangsverkehr ausreichen. „Wir haben bereits Lärm- und Verkehrsdaten“, nun komme die Luft hinzu. Thaler: „Ich bin gespannt, was wir noch für Daten brauchen, um den Durchgangsverkehr stoppen zu können.“

Entscheidend sei jedoch, „dass wir es nicht bei der reinen Datenerfassung belassen wollen“, betonte der Hallbergmooser Bürgermeister Harald Reents (CSU). Das Thema Luftqualität sei schließlich ein wichtiges Thema der Region, es gelte Mensch und Umwelt zu schützen. Ein engmaschiges Reporting innerhalb der Nordallianz und auch ein regelmäßiger Austausch mit der Landeshauptstadt sind angedacht. Jede Kommune könne aus den Daten für sich eigenen Handlungsbedarf ableiten, „aber wir können auch überregional Strategien erarbeiten“, betonte Reents.

Wanderausstellung beschäftigt sich mit vielen Fragen

Begleitend zur Erhebung und Darstellung auf der Website gibt es eine Wanderausstellung in Form einer mobilen Infobox, die sich an die Bevölkerung richtet. Sie beschäftigt sich mit Fragen wie „Warum ist schlechte Luft schlecht?“ Es gibt aber auch Anregungen, wie jeder Einzelne, etwa mit einem Umstieg aufs Rad, zur Luftverbesserung beitragen kann. Ein Live-Zugang zu den Luftqualitätsmessungen ist ebenfalls über www.nordallianz.de/luftqualitaet möglich. Die „Box“ ist selbsterklärend, ein Video des Umweltbundesamtes ist mit Kopfhörern abspielbar, Infotafeln informieren über die Schadstoffe an sich. „Bürgernah sollte es sein und zum Mitmachen anregen“, betont NordAllianz-Geschäftsführerin Anna-Laura Liebenstund. Alle Termine und Ausstellungsorte unter www.nordallianz.de/luftqualitaet.

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