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Will dafür sorgen, „dass die Einnahmesituation so bleibt“: der Hallbergmooser Bürgermeister Harald Reents.

Große Pläne

Ortsbus bald zum Nulltarif? Hallbergmoos‘ Bürgermeister gibt Ausblick auf Gemeindezukunft

Ortszentrum, Baugebiete, Kinderbetreuung und ÖPNV: Bürgermeister Harald Reents gibt einen breiten Ausblick auf seine Pläne zur Entwicklung von Hallbergmoos.

Hallbergmoos – Hallbergmoos hat sich für die nächsten Monate viel vorgenommen: „Wir werden 2019 noch stärker an der Zukunft der Gemeinde arbeiten“, unterstrich Bürgermeister Harald Reents. Es wird geplant, gebaut, aber auch gefeiert: das 30. Volksfest und 25 Jahre Partnerschaft mit dem italienischen Predazzo. Lebensraum mit Qualität, Identität und Freiräumen: Mit dem verabschiedeten städtebaulichen Leitbild soll die Vision von einer lebenswerten Gemeinde Gestalt annehmen. Alle künftigen Projekte werden sich, so der Bürgermeister, daran orientieren.

Im Fokus steht 2019 der Rathausplatz, bis dato nicht unbedingt ein Aushängeschild der Kommune. Eine Arbeitsgruppe sammelt gerade Ideen dafür, wie sich das Ortszentrum attraktiver gestalten und im Westen vernünftig abschließen lässt. Wegen laufender Grundstücksverhandlungen noch bedeckt hält sich der Bürgermeister zur Frage, wo die zweite Grundschule gebaut wird. In jedem Fall will man noch heuer in die Gebäude- und Verkehrsplanungen einsteigen – und parallel dazu für die Übergangszeit einen Anbau an das bestehende Schulhaus am Hallberg-Platz planen.

Wohnungsnot in Hallbergmoos ungebrochen hoch

In Atem halten werden die Verantwortlichen im Rathaus indes die Planungen für zwei Feuerwehrhäuser, das Betreute Wohnen und die Kläranlagenerweiterung. Letzteres sei, so Reents, „eine essentielle Aufgabe, denn die Gemeinde wächst weiter“. 2018 lag der Einwohnerzuwachs bei „nur“ 100, im Schnitt sind es aber jährlich 200 bis 300. 

Die derzeitige „Delle“ erklärt sich Reents mit den Wohnungswechseln und Umzügen zum Jahreswechsel in die Neubaugebiete. „Der Nachzug ist noch nicht da, weil die frei gewordenen Wohnungen erst wieder hergerichtet werden.“ Allerdings sei die Wohnungsnot ungebrochen. 106 neue Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 8450 Quadratmeter hat die Gemeinde neu genehmigt. 2019 will man die Engpässe mit der Ausweisung etlicher Wohngebiete abfedern.

Neues Kinderhaus soll Engpässe in Betreuung beseitigen - und Ortsbus soll gratis werden

In Betrieb gehen im Herbst auch der dritte Hort und ein neues Kinderhaus (Jägerfeld-West). Dann stehen insgesamt 222 Krippenplätze, 383 Kindergartenplätze und 350 Hortplätze in der Kommune zur Verfügung. Engpässe in der Kinderbetreuung, so Reents, sollte es dann keine geben. Weiter gestärkt wird heuer der ÖPNV, beispielsweise die Linie 515 in Richtung Erding, die Reents als „Erfolgsmodell“ bezeichnet. „Erfreulich ist, dass nach der MVV-Tarifreform Fahrten für viele Fahrgäste günstiger geworden sind. „Unabhängig davon möchte ich, dass der Bus im Ort kostenlos ist.“

Eine Ortsbuslinie zum Nulltarif wie auch eine direkte Busanbindung an den Flughafen werden derzeit im Rathaus auf ihre Machbarkeit hin überprüft. Das sei eine Kostenfrage: „Natürlich haben wir auf den ersten Blick einen prall gefüllten Säckel mit 71 Millionen zum Jahreswechsel“, so Reents. Trotzdem mahnt er zur Vorsicht. Denn in den kommenden beiden Jahren müsse man 37 Millionen Euro Kreisumlage überweisen, 16 Millionen verschlinge die laufende Verwaltung. „Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Einnahmesituation so bleibt.“

SAP-Umzugsgerüchte: Jetzt bloß keine Panik

Hallbergmoos ist finanziell gut aufgestellt: Mit 31 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen (2018) und 71 Millionen Euro Reserven kann die Kommune große Projekte stemmen. Wichtigste Säule der gemeindlichen Finanzkraft ist der Munich Airport Business Park: Kommunale Wirtschaftsförderung, Standortmarketing, E-Bike-Station, Elektrotankstellen, Wegeleitsystem und ein eigener „Business-Bus“: Die Kommune setzt einiges daran, dass der Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt. Denn das Gewerbegebiet ist eine tragende Säule des Wohlstands: Stolze 31 Millionen Euro Gewerbesteuern flossen 2018 in die Gemeindekasse. 

Zu Abwanderungsgerüchten von SAP, einem wichtigen Unternehmen im MABP, sagt Bürgermeister Harald Reents: „Natürlich ist uns bewusst, dass der Standort in Hallbergmoos nicht in Stein gemeißelt ist und sich Unternehmen neu orientieren. Wir wissen seit längerem, dass dies für SAP ein Thema sein kann.“ Man sei mit dem Unternehmen im Gespräch. Reents äußerte sich zuversichtlich, dass der Global Player der Gemeinde vorerst – sprich: 2019 und 2020 – erhalten bleibt

Eva Oestereich

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