Gruppe vor einem Container
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Gruppenfoto vorm Hallbergmooser Container (v. l.): der Hallbergmooser Vize-Bürgermeister Helmut Ecker, Landrat Helmut Petz, MdL Benno Zierer, Professorin Anke Nölscher, Freisings OB Tobias Eschenbacher, Umweltminister Thorsten Glauber und Reinhard Kendlbacher (Bürgerverein Freising).

Bayerns Umweltminister Glauber gibt Startschuss in Hallbergmoos

Projektstart im Kreis Freising: Ultrafeinstaubpartikel und Flugverkehr

Flugverkehr und Ultrafeinstaubbelastung - wie hängt das zusammen? Das wird nun von der Uni Bayreuth im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums untersucht.

Freising/Hallbergmoos -Inwieweit sich der Flugverkehr auf die Ultrafeinstaubbelastung auswirkt, das wird nun von der Uni Bayreuth im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums in einem Forschungsprojekt untersucht. In der Stadtgärtnerei Freising und auf dem Hallbergmooser Volksfestplatz werden Daten erhoben und wissenschaftlich ausgewertet. In Hallbergmoos gab Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) gestern den Startschuss für das Forschungsprojekt.

Was machen diese winzigen Ultrafeinstaubpartikel (UFP) überhaupt? In welcher Konzentration kommen sie vor? Und gibt es einen Zusammenhang mit dem Flugverkehr am Flughafen München? Diesen Fragen geht der Bürgerverein Freising in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum bereits seit 2017 unter Einsatz von mobilen Messgeräten an mittlerweile fünf Standorten rund um den Airport nach. Mit dem Forschungsprojekt der Uni Bayreuth, für das das Umweltministerium über 760 000 Euro zur Verfügung stellt, erhält man wissenschaftliche Unterstützung.

Glauber: Das ergibt eine sichere Datengrundlage

„Gesunde Luft ist eines der wichtigsten Themen. Die neuen Messstationen werden uns wichtige wissenschaftliche Daten und neue Erkenntnisse liefern. Wir wollen wissen, wie viele ultrafeine Partikel tatsächlich in der Luft enthalten sind. Die Messstationen werden uns eine sichere Datengrundlage für die Wissenschaft schaffen“, unterstrich Glauber gestern beim offiziellen Startschuss. Vorangegangen war ein Auswahlverfahren, bei dem 90 Standorte evaluiert worden waren. Ob sich die „vorhandenen dichten Anhaltspunkte für eine Korrelation mit dem Flugverkehr am Flughafen München“ bestätigen, ist für Landrat Helmut Petz ein wichtiger Aspekt der Untersuchung – „vor allen in punkto Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung“.

Wichtiges Gerät: Anke Nölscher mit dem Partikelfilter, der zu große von den kleinen UF-Partikeln trennt.

Das Projekt soll verlängert werden, bis wieder „normal“ geflogen wird

Weil der Flugverkehr Pandemie-bedingt derzeit eingeschränkt ist, regte Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher an, das Projekt zu verlängern, „bis wieder normaler Verkehr ist“. Er dankte Glauber und MdL Benno Zierer dafür, dass das Thema auf die politische Agenda des Freistaats genommen wurde. „Wir sind froh, dass der Freistaat da nachzieht“, sagte er mit Blick auf die Initiative der hier Bürgervereins Freising, der hier eine Vorreiterrolle einnimmt. Die Uni Bayreuth und das Helmholtz Zentrum München begleiten auch diese Messungen.

So sieht’s im Inneren aus: Umweltminister Thorsten Glauber nimmt den Container unter die Lupe.

Bayern verfolgt nach Angaben des Umweltministeriums eine umfassende Strategie bei der UFP-Forschung. Dazu gehört auch ein Projektverbund unter Leitung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Eigenschaften und Wirkung der ultrafeinen Partikel zum Gegenstand hat.

Ein UFP-Partikel ist tausend Mal dünner als ein Kopfhaar

In den beiden Messcontainer in Hallbergmoos und Freising wird die Umgebungsluft eingesaugt, die winzig kleinen UFP-Partikel gefiltert, analysiert und weitere Luftgüteparameter gemessen. Die Uni Bayreuth wertet unter Leitung von Professorin Anke Nölscher die Daten wissenschaftlich aus. Julius Seidler, wissenschaftlicher Mitarbeiter, der Uni Bayreuth, verdeutlichte die Größe dieser winzigen Partikel: Wenn man ein einzelnes Kopfhaar 1000 Mal teilt, ergibt das in etwa den größten UFP-Partikel. Um sie aus dem Stoffgemenge der Umgebungsluft zu filtern, zu klassifizieren und zu zählen, braucht es feinste Messtechnik. Und die befindet sich nun in den Container in Hallbergmoos und Freising.

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