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Der Putz bröckelt schon an der Außenfassade. Deshalb soll das Rathaus in Hallbergmoos dringend saniert und umgebaut werden. 

Aktuelles aus dem Bauausschuss Hallbergmoos

Rathaus-Umbau: Baubeginn verzögert sich

Seit fünf Jahren bereitet der geplante Rathaus-Umbau dem Gemeinderat arges Kopfzerbrechen: Von 1,7 auf 4,7 Millionen Euro sind die Kosten während der Planungsphase gestiegen. Jetzt verzögert sich auch noch der Baubeginn.

Hallbergmoos Über allem hängt ein Damoklesschwert: die Gewerbesteuereinbrüche, die nach der Corona-Krise zu erwarten sind. „Wir können erst beschließen, wenn wir die Zahlen kennen und den Nachtragshaushalt beschlossen haben. Alles andere wäre zu gefährlich“, unterstrich FW-Fraktionssprecher Thomas Henning mit Blick auf die jüngsten Extra-Kosten von 1,3 Millionen Euro. Bürgermeister Harald Reents (CSU) gab ihm Recht: Auch wenn die Architekten nun die Ausschreibungen vorbereiten, steht und fällt letztlich alles mit dem Nachtragshaushalt. Darüber werde der Gemeinderat, so Reents, in seiner Klausur am kommenden Samstag beraten.

„Enttäuscht“ von der Sitzungsvorlage zeigte sich indes Heinrich Lemer (FW): „Hier sind 1700 Einzelpositionen aufgelistet. Das interessiert uns hier nicht.“ Aufgezeigt wurden alle Einzelmaßnahmen für die Büroerweiterungen und den -umbau, Klimatisierung, Elektroinstallationen, Barrierefreiheit, Brandschutzertüchtigung und die Umnutzung der Ladeneinheit für Poststelle, Sozialarbeit und Vhs. Weitaus interessanter wäre es für ihn gewesen zu wissen, welche dieser Maßnahmen tatsächlich auf Gemeinderatsbeschlüsse beruhen – und welche die Gemeindeverwaltung „reingepackt“ habe. Reents unterstrich, dass alle Listenpositionen in der Corona-Zeit vom Ferienausschuss beauftragt wurden. Lediglich, so Andreas Niederreiter vom Bauamt, bei der Medientechnik habe er persönlich notwendige Positionen ergänzt.

Die Preissteigerungen beruhten im Wesentlichen darauf, dass zu Beginn der Planungen auf der Basis von Kostenschätzungen gearbeitet wurde, so Niederreiter. Das neue Architektenteam sei nun ins Detail gegangen. „Wenn man ein Bestandsgebäude anpackt, kommen oft Überraschungen daher“, sagte der Bürgermeister.

CSU-Gemeinderat Christian Krätschmer verwies darauf, dass das Rathaus „von Anfang an mit 1000 Mängeln“ behaftet war. Auch Stefan Kronner (SPD) wandte sich dagegen, nun noch Positionen zu streichen: „Die Kosten werden uns am Schluss wieder einholen.“ Architekt David Meuer warnte unterdessen davor, Rathausumbau und -sanierung weiter hinauszuschieben: „Das Projekt hat schon ein paar Pausen gesehen. Weitere Verzögerungen machen es nicht billiger.“

Der vorgesehene Baubeginn im Oktober dieses Jahres wird sich wegen der – letztlich auch Corona-bedingten – verspäteten Ausschreibung allerdings nicht halten lassen. Der Bauausschuss stimmte den Ausschreibungsunterlagen bei einer Gegenstimme (Heinrich Lemer) zu. Versandt werden dürfen sie allerdings erst, wenn der Nachtragshaushalt genehmigt ist.

Eva Oestereich

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