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In der ersten Reihe: Die Ehre gaben sich (v. l.) der Abgeordnete Florian Herrmann, der Hallbergmooser Bürgermeister Klaus Reents, Landrat Josef Hauner und Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt sowie der Hallbergmooser Alt-Bürgermeister Klaus Stallmeister (6. v. r.) und Monsieur Boni (4. v. r.) , der aus Haiti angereist war.

10-Jähriges

Runder Geburtstag für Navis: Die Retter aus der Region Freising feiern

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Hallbergmoos - Wenn sich die Navis-Kräfte treffen, blicken sie meist einer Katastrophe ins Auge. Im Sportpark in Hallbergmoos aber kamen sie zusammen, um zu feiern: Seit zehn Jahren gibt es die Hilfsorganisation. Zahlreiche Gäste kamen, einer legte dafür sogar Tausende von Kilometern zurück.

Es ist nur ein kleines Jubiläum, das Navis feierte. Aber in den zehn Jahren ihres Bestehens hat die Hilfsorganisation mehr spannende Kapitel für eine Chronik geschrieben, als andere Vereine in hundert Jahren. Rund 100 Einsatzkräfte waren in neun Katastrophenfällen im Einsatz – ob Erdbeben in Haiti oder Kenia, Dürre in Kenia, Hochwasser in Deggendorf und Pakistan oder Taifun auf den Philippinen. 80 Tonnen an Ausrüstungsgegenständen wurden per Luftfracht in Krisenregionen gebracht.

Im Lazarett: Dr. Anton Freilinger (l.) führt Bürgermeister Harald Reentz (M.) und Landrat Josef Hauner durch das Feldhospital, das Navis bei Einsätzen dabei hat.

Entsprechend viele Lobeshymnen gab es von den Ehrengästen. „Es ist selbstverständlich: Wenn Navis ruft, hilft man. Denn wenn die Welt ruft, kommt Navis“, sagte Landtagsabgeordneter Florian Herrmann, der noch am selben Abend Mitglied des Vereins wurde. „Es erfüllt einen mit Stolz und Dankbarkeit, wenn Menschenleben gerettet werden.“ Landrat Josef Hauner bezeichnete Navis als „Aushängeschild über die Landkreisgrenzen hinaus“. Die Leistungen und Strukturen im Verein seien vorbildlich. Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt berichtete, dass sie in einem Gespräch mit dem Moosburger Arzt Dr. Thomas Geiner zum ersten Mal von Navis gehört habe. „Sein Enthusiasmus hat mich mitgerissen.“ Und so unterschrieb Meinelt nicht nur den Mitgliedsantrag, sondern wurde auch im Rathaus zur großen Unterstützerin des Vereins. Unter anderem stellte sie die Stadthalle als Lager für Hilfsgüter zur Verfügung.

Charly Neumann von der Flughafenfeuerwehr erinnerte an die Anfänge der Hilfsorganisation. Er berichtete von der ersten Mission in Sri Lanka im Jahr 2005, der zu der Gründung von Navis geführt hatte. Nach dem verheerenden Tsunami am Weihnachtsfest 2004 stand dieser Einsatz noch unter Leitung der Flughafenfeuerwehr. Alles musste ganz schnell gehen. „Innerhalb einer halben Stunde haben wir 50 Paletten Mineralwasser organisiert“, berichtete Neumann. Auch Spender für Flug, Treibstoff und Babynahrung waren geschwind gefunden. „Da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut.“

Der Hallbergmooser Altbürgermeister Klaus Stallmeister dankte allen Navis-Helfern „für die großartigen Leistungen unter oft schwierigen Bedingungen“. Er habe sich während seiner Amtszeit immer für die Hilfsorganisation eingesetzt. Eine Entscheidung des Gemeinderats ist ihm besonders gut im Gedächtnis geblieben. „Als wir eine Spende von 10 000 Euro bewilligt haben, habe ich den 2. Vorsitzenden, Stephan Zobel, der in der Sitzung war, zum ersten Mal sprachlos erlebt.“

Zu den Ehrengästen gehörte auch Susanne Bredemeier, Staatsministerin des Inneren, die aus München kam. Die mit Abstand weiteste Anreise zur Jubiläumsfeier hatte aber Bonie Estonville aus Haiti. Der stammt aus Leogane, dem Ort, in dem Navis 2010 stationiert war, und betreut dort eine Schule. Für dieses Projekt erhielt Bonie auch an diesem Abend finanzielle Unterstützung. Die Spenden werden nicht nur für Schulmaterial verwendet, sondern auch, um den Kindern Essen und ein festes Dach über dem Kopf zu garantieren.

32 000 Patienten behandelt, 2,7 Millionen Liter Trinkwasser produziert

Nach den Reden hatten die Besucher die Gelegenheit, sich ein Bild von der Arbeit der Hilfskräfte zu machen. Zu diesem Anlass hatte der Verein extra das Feldhospital aufgestellt, das Navis rund um die Welt begleitet, und in dem bereits 32 000 Patienten versorgt wurden. Auch die Trinkwasseraufbereitungsanlage konnten sich die Besucher ansehen. Mit ihr haben die Helfer rund 2,7 Millionen Liter Trinkwasser produziert. Höhepunkt des Abends war ein Film, der den Einsatz von Navis in Haiti dokumentiert.

Vorsitzender Wolfgang Wagner zeichnete im Rahmen des Abends diejenigen mit einer Ehrenplakette aus, die von Anfang an dabei sind: Max Braun, Michael Gmach, Helmut Unger und sein Stellvertreter Stephan Zobel. Das schönste Geschenk nach diesen zehn Jahren aber sei etwas anderes, betonte Wagner: „Dass wir alle Helfer heil und gesund nach Hause gebracht haben.“

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