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Vor Ort werden die Tafel-Tüten von den Mitarbeitern gepackt und dann – in gebührendem Abstand – an die Kundschaft weitergegeben.  

Jetzt ist alles anders

So reagiert die Hallbergmooser Tafel auf Corona: „Lieferservice“ für die Nachbarn

Die Corona-Krise stellt die Tafeln vor große Herausforderungen. Viele mussten schließen. In Hallbergmoos wurde der Betrieb umorganisiert. So können rund 550 Kunden aus Hallbergmoos, Neufahrn und Eching auch weiterhin versorgt werden.

Hallbergmoos – „Die Tafel ist nach wie vor geöffnet. Um die Hygienevorschriften zu beachten, haben wir den Einkauf ein wenig modifiziert. Wir packen die Tüten vor Ort und geben sie dann an die Kundinnen und Kunden, die in gebührendem Abstand im Hof warten, hinaus“, berichtete Martina Wilkowski. Auch für die Menschen, die für gewöhnlich in Neufahrn und Eching mit dem Bus zum Einkauf bei der Hallbergmooser Ausgabestelle abgeholt werden, hat man eine Lösung gefunden: Sie geben ihre Bestellung ab, die gewünschten Waren werden dann an den jeweiligen Heimatort geliefert. „Auf Busfahren mit Kunden verzichten wir“, berichtete die Leiterin der Nachbarschaftshilfe, unter deren Dach die Tafel ehrenamtlich arbeitet. „Wir haben in der Zwischenzeit auch Masken, die uns gespendet oder selbst genäht wurden.“

Ein Appell des Alt-Bürgermeisters

Um den Betrieb der Tafel dauerhaft zu sichern, hat Alt-Bürgermeister Klaus Stallmeister einen Spendenaufruf veröffentlicht: Die Hallbergmooser Tafel versorgt mit 68 Ehrenamtlichen derzeit wöchentlich rund 550 Menschen aus den Gemeinden Eching, Neufahrn und Hallbergmoos mit den wichtigsten Dingen, die man zum Leben braucht. Das sind doppelt so viele wie noch vor drei Jahren, Tendenz steigend, ließ Stallmeister wissen. Um deren Versorgungslage zu verbessern, bat er darum, beim eigenen Einkauf ein oder zwei haltbare Lebensmittel mehr zu kaufen und diese bei der Tafel abzugeben. Freilich sei auch jede Geldspende „und seien es nur fünf oder zehn Euro pro Monat“ willkommen. „Noch besser wäre eine regelmäßige monatliche Überweisung – damit helfen Sie dauerhaft den Erhalt der Tafel zu sichern. Das Team der Tafel könnte viel besser planen und auf Ausnahmesituationen wie die derzeitige besser reagieren“, so Stallmeister.

Senioren-Hilfsdienst hat noch Kapazitäten frei

Momentan mangelt es der Tafel (noch) nicht an Unterstützung: „Wir bekommen von vielen Seiten Waren, Sach- und Geldspenden. Der Tafel-Dachverband hat vorübergehend erlaubt, Waren zuzukaufen. Das ist bei uns noch nicht erforderlich.“ Weniger groß als erwartet ist indes die Nachfrage für den Senioren-Hilfsdienst: Über 40 Freiwillige haben sich angeboten, Einkäufe und Besorgungen zu erledigen. „Leider wird das Angebot von den älteren Mitmenschen noch nicht in dem Maße angenommen, wie es wünschenswert wäre“, bedauert Wilkowski. „Ich kann nur vermuten, dass viele Menschen familiär und nachbarschaftlich gut vernetzt sind. Allen anderen kann ich nur empfehlen, ihrer Gesundheit zuliebe und um die Corona-Epidemie einzudämmen, unser Angebot zu nutzen.“ 

Hier finden Sie Neuigkeiten zur Corona-Krise im Landkreis Freising. 

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