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Indianer unter sich: (v. l.) Black Wolf, Tatanka Ohitika, Jack und Hwiemtun.

Indianer- und Trapper-Festival auf dem Hausler-Hof

„So viel mehr als nur Lagerfeuer, Gitarre und Whiskey“

Wilder Westen, weite Prärie: Indianer und Trapper haben am vergangenen Wochenende auf dem Hausler-Hof ihre Lager aufgeschlagen. Das mutmaßlich größte europäische Treffen seiner Art zog massenhaft Besucher an. Sie durften ausgiebig in Kultur, Brauchtum und Geschichte der Pionierzeit eintauchen.

Hallbergmoos Tippis, Trapper, Farmer, Siedler, Ranger, Marktstände, Pferde, Bogenschützen, Kanus, Powwow-Arena: Wilder Westen soweit das Auge reicht. Auf 60 000 Quadratmetern tummelten sich Hobbyisten und Besucher auf dem Gelände. „Jeder Meter ist verplant“, berichtet Andi Streit. Er ist Vorsitzender der Southern Stars e.V. auf München. Der Verein organisiert seit 2011 das Indianer- und Trapper-Festival. Das Image von Country und Western, das „so viel mehr ist als Lagerfeuer, Gitarre und Whiskey“, wollte man entstauben, es mit neuem Leben und Ideen füllen, sagt Streit zum Anliegen des 200 Mitglieder starken Vereins. „Der Spirit findet hier statt“, unterstreicht Streit.

Man trifft auf dem weitläufigen Gelände echte „Natives“: Black Wolf beispielsweise. Ein Cheyenne aus Montana, der im hessischen Rodgau lebt. Am Hals trägt er unzählige „Trophäen“ und Orden. Eine Rattle Snake, die amerikanische Verdienstmedaille Dessert Storm. Vor einem Tipi steht er mit dem Dakota-Indianer Tatanka Ohitika und Hwiemtun von den Cowichan Tribes aus Kanada, um Besuchern über Geschichte, Kultur und Tradition zu erzählen. Im „normalen“ Leben sind sie Handwerker, nach Feierabend und an Wochenenden tauchen sie in ihre Tradition ein: „Die Leute sollen sie mit uns erleben. Jeder Stamm ist anders, viel mehr als ein Hollywood-Streifen“, betont Black Wolf.

Nebenan in der Powwow-Arena zelebrieren Azteken gerade ihren Feuertanz. Originalgetreu und mit viel Liebe zum Detail hat auch Herbert Sedlmeier sein Zelt eingerichtet. Seit 20 Jahren pflegt der Hallbergmooser seine Liebe zum Wilden Westen, sammelt Stücke aus der Pionierzeit und zeigt die Devotionalien auf Festivals. Kleidung, Essen, Tanz, Musik, Trapper-Wettbewerbe, Kanufahren, Bogenschießen, Schmiede und Ledermacher – jede Nische auf dem Festivalgelände ist ausgefüllt. Es gibt kostenlose Workshops für Kinder, die Lebensart, Bräuche, Pflanzen und Tiere der Ureinwohner Nordamerikas vermitteln. Nicht nur die etwa 300 Hobbyisten, die auf dem Festival ihre Lager aufgeschlagen haben, haben sich in Schale geworfen. Auch die Besucher, Rhoda Isabell Marie und Bill McDonald aus München beispielsweise, tragen ihre Südstaaten-Outfits - und können viel davon erzählen, wie man sich standesgemäß kleidet.

Andere sind eher zufällig da: Dominik, Maren und Monty. Sie wandern nach Kanada aus: „Wir brauchen was Warmes“, sagt Maren, während sich die jungen Männer Bergschaff-Felle anprobieren. Andi Streit darf zufrieden sein: Das Miteinander von Jung und Alt, von Hobbyisten und Neugierigen „funktioniert bestens“. „Wir haben das Maximum erreicht.“ Und das gilt nicht nur, was die Größenordnung des Festivals angeht. Denn mehr als nebenbei verfolgt man einen sozialen Zweck: Den Erlös spenden die Southern Stars wieder – heuer werden das ambulante Kinderhospiz München, das JUZ Hallbergmoos und den Greifvogelpark Menter Nutznießer sein.

Eva Oestereich

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