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Aufstrebend und loyal: Kommandant Stephan Zobel (l.) und 2. Kommandant Michael Rothkopf (r.) gratulierten den zum Oberlöschmeister aufgestiegenen Mark Hübner (2.v.l.), dem zum Löschmeister beförderten Konstantin Friedrich (3.v.l.) und dem frisch gebackenen Feuwehrmann Peter Vetesnik (2. v. r.) sowie Wolfgang Trapp (Mitte, hinten) für 10-jährigen aktiven Dienst.

Feuerwehr

So viele Einsätze wie nie: Kommandant appelliert an Goldacher

Die Einsätze für die Feuerwehr Goldach nehmen exorbitant zu, die Zahl der Aktiven hingegen ist seit 30 Jahren fast unverändert. Jetzt hielt der Kommandant einen flammenden Appell.

Hallbergmoos – Ein Rekordjahr liegt hinter der Freiwilligen Feuerwehr Goldach: 331 Mal musste sie ausrücken. Während Kommandant Stephan Zobel eine „exorbitante Steigerung“ der Einsatzzahlen bilanzierte, ist die Zahl der Aktiven (52) seit 30 Jahren fast unverändert gleich geblieben. In eindringlichen Worten warb der Chef der Truppe, sich den Einsatzkräften anzuschließen.

Kommandant hält flammende Rede

Die Attentate in Neuseeland ließen Zobel einen flammenden Appell formulieren: gegen Fake News, eine Gesellschaft, „die Dinge nur schlecht redet“, gegen „Dumpfbacken“, Hass und Hetze: Die Feuerwehr stehe seit jeher für Werte, für ein offenes Miteinander und Integration: „Eine Ausgrenzung von Religionen, Herkunft oder Hautfarbe wird es bei uns nie geben.“

Dass man die wachsenden Herausforderungen Hand in Hand meistert, zeigt der Blick auf die Statistik: Brände (12), Technische Hilfeleistungen (26) und aktivierte Brandmeldeanlagen (41) hielten die Feuerwehrler in Atem. 244 medizinische Hilfseinsätze hatten die First Responder zu bewältigen. Übungen, Lehrgänge und Arbeiten an der Ausrüstung eingerechnet, waren es 4600 Einsatzstunden.

First Responder haben viel zu tun

Den sprunghaften Anstieg der Zahlen – vor allem bei den First Respondern – erklärt sich FR-Leiter Peter Wörl mit den wachsenden Bevölkerungszahlen und dem Umstand, dass der vorübergehend auf der Ostseite des Flughafens stationierte Sanitätsdienst längere Anfahrtswege habe. Auffällig in der FR-Statistik ist der hohe Anteil medizinischer Einsätze bei Kindern (12 Prozent) und Erkrankten aus der Gruppe zwischen 41 bis 60 Jahren (24). Zum Vergleich: Zu Patienten zwischen 71 und 80 Jahren wurden die FR in nur elf Prozent der Notfälle gerufen. Verkehrsunfälle machten nur zwei Prozent, internistische Notfälle indes 58 Prozent aus. Von acht Reanimationen waren, wie Wörl aufzeigte, drei erfolgreich.

Feuerwehrhaus sorgt für Debatte

Der Zeitfaktor ist es auch, der entscheidend für das aktuelle „Top-Thema“ der Feuerwehr ist: Der Bau von zwei neuen Feuerwehrhäusern sorgt offenbar für viel Gesprächsstoff. „Es ist interessant, was man da alles im negativen Sinn zu hören bekommt“, ließ Bürgermeister Harald Reents verlauten. Deshalb sah er sich erneut veranlasst, die Gründe der Ratsentscheidung noch einmal darzulegen: Vom ersten Anruf eines Hilfesuchenden bis zum Eintreffen am Schadensort dürfen maximal zehn Minuten vergehen. „Es gibt keinen Standort, von wo aus man jeden bebauten Teil im Ortsbereich innerhalb dieser Hilfsfrist erreicht.“ Auch Kreisbrandinspektor Helmut Schmid betonte, dass zwei Standorte „absolut erforderlich“ seien.

Aktuell lässt die Kommune von einem externen Büro einen Bedarfsplan entwickeln, „um objektive Ergebnisse zu bekommen“, sagte Reents. Etwa 7000 Quadratmeter Grundstücksfläche würde die Feuerwehr Goldach für eine neue Feuerwache brauchen, schätzte Zobel. Der Gemeindechef ist bereits in Verhandlungen: „Es gibt mehrere Optionen“.

Eva Oestereich

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