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Unter die Arme gegriffen wird Senioren beim Betreuten Wohnen. Ein solches Projekt ist in Jägerfeld-West geplant.

Betreutes Wohnen in Hallbergmoos

Startschuss für Architektenwettbewerb

Die Gemeinde will preisgünstigen Wohnraum für Senioren schaffen: Die Weichen für das „Betreute Wohnen“ im Neubaugebiet Jägerfeld-West mit bis zu 80 Wohneinheiten und etwa 15 Millionen Euro Investitionskosten sind bereits gestellt. Nun fiel der Startschuss für einen Architektenwettbewerb.

Hallbergmoos – Die Wettbewerbsentscheidung hat sich der Gemeinderat allerdings nicht leicht gemacht: Anderthalb Stunden diskutierte das Gremium mit dem Projektsteuerer Jakob Oberpriller über die Verfahrensschritte. Grund für die Skepsis waren schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit: Rathaus und Ortsmitte hat man seinerzeit über einen Gestaltungswettbewerb realisiert – und kämpft seither mit den Konsequenzen. Denn, dies gaben etliche Räte zu bedenken, die Rathaus-Architektinnen pochten immer wieder auf ihr Urheberrecht. Selbst geringfügige Veränderungen – beispielsweise einen Nagel in die Wand zu schlagen – führten zu Auseinandersetzungen.

Wie Marcus Mey (CSU) wollten etliche Räte ausschließen können, dass der Copyright „sakrosankt“ sei. „Es wundert mich schon, dass da ein Problem sein soll. Wenn der Entwurf nicht preisgekrönt oder das Gebäude von hochrangigem architektonischen Wert ist, ist das Urheberrecht gering einzuschätzen“, zerstreute Oberpriller die Bedenken. Nur ein architektonisches Unikat, wusste auch Sabina Brosch (Grüne), genieße Urheberrechtsschutz. Da sei, so Oberpriller, bei einem Wohnhaus in aller Regel nicht der Fall.

Während Christian Krätschmer (CSU) noch haderte, ob ein Wettbewerb der richtige Weg ist, zeigte sich Bürgermeister Harald Reents (CSU) überzeugt: „Beim Wettbewerb kann ich mich auf einen Entwurf stützen, ohne kauf ich die Katze im Sack.“ „So haben wir die Chance, etwas Innovatives zu bekommen“, befürwortete Stefan Kronner (SPD) den eingeschlagenen Weg. Zwar sei die Gemeinde an die Entscheidung der Jury gebunden, könne aber über den Ausschreibungstext gestalterische Wünsche vorab festlegen. Der Wettbewerbsverfahren sei in jeder Phase transparent und an objektiven Kriterien messbar, unterstrich der Projektbetreuer.

Letztlich verweigerte nur Bernhard Neumüller (FW) dem Wettbewerb seine Zustimmung: „Weil wir wieder in ein Fahrwasser schlittern, das zu unsicher, kostspielig und unbefriedigend ist.“

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