Julia, Marius und ihr „Rudolpho“: Den Fiat-Transporter mit der roten Schnauze bauen die beiden Hallbergmooser derzeit zu einem komfortablen Reisemobil um.
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Julia, Marius und ihr „Rudolpho“: Den Fiat-Transporter mit der roten Schnauze bauen die beiden Hallbergmooser derzeit zu einem komfortablen Reisemobil um.

Mit Anleitung aus dem Netz

Trend Vanlife: Junges Hallbergmooser Paar baut Handwerker-Transporter selbst zum Camper um

Mit einem gebrauchten Handwerker-Transporter als Basis baut ein junges Paar derzeit an seinem Traum vom eigenen Camper. Tipps und Anleitungen finden sie im Netz.

Hallbergmoos – Camping-Urlaub erlebt in der Corona-Zeit einen regelrechten Boom. Vor allem unter jungen Menschen ist die Individualreise mit dem selbst ausgebauten Van einer der angesagtesten Trends. Auch Julia Lehnhardt (22) und Marius Haslbeck (24) aus Hallbergmoos haben den Werkzeugkasten in die Hand genommen: Sie haben sich einen gebrauchten Transporter gekauft – und bauen ihn nun zum Camper aus. „Vanlife“, wie der Trend unter Influencern heißt, findet immer mehr Fans. Wer sich ein fertiges Wohnmobil kauft, muss dafür ein kleines Vermögen hinlegen. Deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen fürs „Do It Yourself“.

Den Freund mit dem Camping-Virus infiziert

Auch Julia Lehnhardt und Marius Haslbeck: Die 22-Jährige hat die Leidenschaft für Camping quasi von den Eltern geerbt: „Ich habe mit der Familie schon immer solche Urlaube gemacht und kann mich gar nicht daran erinnern, jemals in einem Hotel die Ferien verbracht zu haben.“ Ihren Freund Marius konnte sie schließlich auch dafür begeistern: „Ich habe ihn 2014 einfach mal mitgeschleppt“, erzählt sie schmunzelnd. Bei den ersten Touren übernachtete das Paar noch im Auto – und der hochgewachsene Marius stieg am nächsten Morgen reichlich zerknittert aus. „Ich konnte mich schier nicht mehr bewegen“, erinnert sich Marius. Später hat sich das Paar dann Camper für die Sardinien-Urlaube gemietet.

Gebrauchter Fiat von Handwerkern als Basis

Zu Beginn dieses Jahres haben sie dann den Entschluss gefasst, ein eigenes Mobil zum rollenden Zuhause zu bauen: Im März konnten sie einen gebrauchten Fiat Ducato L1H1 günstig kaufen – mit nur 50.000 Kilometern auf dem Buckel. Es war vorher ein Spenglerei- und Dachdeckerfahrzeug, Baujahr 2016, 116 PS. „Rudolpho“ haben sie ihren neuen Liebling, mit dem sie nun viel Zeit verbringen, getauft: Weil seine rote Farbe sie an die rote Nase von Rentier Rudolph erinnert. Das „O“ wurde hinten noch drangehängt, weil beide ausgemachte Italien-Fans sind.

So viele Arbeitsschritte wie möglich erledigen sie selbst.

Für den Van-Ausbau gibt es im Netz, auf YouTube und anderen Social-Media-Kanälen, tausendfache Beispiele. Die Seiten des Forums „Vanlife-Community“ sind riesig, und Influencer aus der Szene erhalten millionenfache Klicks auf ihre Fotos, Videos und Erfahrungsberichte. Dass sie sich da ganz schön was vorgenommen haben, ist den Hallbergmoosern bewusst: „Wir sind ja beide keine Handwerker“, sagt Marius. Er selbst ist Außenhandelskaufmann, Julia Frisörin. Das Paar hat ein paar Favoriten, wo sie sich gerne was abschauen: Bei den Kanälen von ‚Freundship’, ‚vans of germany’ oder ‚vw t4 oskar’ beispielsweise.

Wo früher Spengler-Material verladen wurde, hat das Paar nun Laminat verlegt und ein Bettgestell installiert.

Ihre eigenen Erfahrungen dokumentiert das Paar auf Instagram unter Vanlife_with_Rudolpho. Und sie kommen gut voran: Sie haben die Verkleidung sowie den Boden rausgerissen, alles neu gedämmt, lackiert und mit schickem Laminat-Fußboden in Holzoptik versehen. Das Dämmen war nicht wirklich ein Vergnügen. Ihr Tipp fürs Bodenverlegen: Knieschoner. „Unsere Beine sahen aus als hätten wir einen Boxkampf hinter uns.“ Den größten Respekt hatten die beiden vor der Dachluke: Mit der Stichsäge ein Loch in die Decke zu schneiden und das Fenster passgenau einzubauen: Da braucht es dann doch ein wenig handwerkliche Erfahrung. Julias Stiefvater und der Nachbar halfen. „Das hätten wir uns alleine nicht getraut“, gibt Marius zu.

Erste Tour führt in eine spezielle Gemeinde

Gerade werden die Wände mit weiß getünchtem Pappel-Sperrholz verkleidet. Das Bettgestell – 1,70 auf 1,85 Meter – ist schon fertig. Darunter gibt’s Stauraum für die Camping-Ausrüstung, Sonnensegel und Proviant-Boxen. Als nächstes sind Schränke, die Küche und der Esstisch dran. Der Fahrradträger wird am Ende ans Heck montiert. Im Sommer wollen Julia und Marius mit ihrem Rudolpho aufbrechen – natürlich nach Italien. Auf alle Fälle geht’s auch nach Predazzo: „In unserer Partnergemeinde waren wir noch nie. Da wollen wir unbedingt hin“, verrät Marius. Wahrscheinlich geht’s dann noch weiter in den Süden. Mit einem Van ist man ja flexibel.
Eva Oestereich

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